Harro Kieser (* 5. März 1939 in Riesa) ist Germanist, Historiker und wissenschaftlicher Bibliothekar.
Der Sohn des Sprachforschers Otto Kieser studierte an den Universitäten Marburg und Bonn Germanistik und Geschichte. Im Anschluss absolvierte er das Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst und war von 1966 bis 2002 an der Deutschen Nationalbibliothek tätig. Dort arbeitete er vor allem im Deutschen Exilarchiv 1933–1945 und im Ausstellungsreferat. Seine germanistischen Forschungsschwerpunkte sind Exilliteratur, Carl Zuckmayer sowie Kinder- und Jugendliteratur. Zudem begleitete er verschiedene lexikographische Projekte wie das Lexikon deutsch-jüdischer Autoren als Mitglied des wissenschaftlichen Beirates oder die zweite Auflage der Erstausgaben deutscher Dichtung von Wilpert/Gühring und arbeitete an verschiedenen Lexika mit, vor allem am Biographischen Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 = International biographical dictionary of Central European émigrés 1933–1945 (Band 2: The arts, sciences, and literature, München u. a. 1983, und dem Lexikon des gesamten Buchwesens (Stuttgart 1987–2016)). Auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft gilt sein Interesse der Kultur- und Geistesgeschichte Mitteldeutschlands, vor allem des Landes Sachsen-Anhalt. Dies zeigt sich vor allem in seiner Tätigkeit für den Mitteldeutschen Kulturrat, dem er 1987 beitrat und dessen Geschicke er seit 1994 als Stiftungsratsvorsitzender mitbestimmt. Darüber hinaus betreut er die Publikationsvorhaben der Stiftung und prägt maßgeblich das Mitteldeutsche Jahrbuch.
| Personendaten | |
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| NAME | Kieser, Harro |
| ALTERNATIVNAMEN | Kieser, Harro Fritz Walther Sigurd Richard (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Germanist und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 5. März 1939 |
| GEBURTSORT | Riesa |