Harry Schraemli

Schraemlis bekanntestes Werk

Johann Heinrich Chira „Harry“ Schraemli-Bühlmann (* 23. März 1904 in Trier; † 31. Mai 1995 in Hergiswil) war ein Schweizer Barkeeper, Lehrer an einer Hotelfachschule und Buchautor. Er gilt als Wegbereiter der Cocktail- und Barkultur in der Schweiz.

Leben

Harry Schraemli, geboren als Sohn des Hotelmanagers Harry Jack Schraemli begann 1918 mit 14 Jahren eine Koch- und Kellnerlehre am Reichshof in Trier. Dort lernte er von US-amerikanischen Soldaten die Zubereitung von Cocktails und wurde im Alter von 20 Jahren einer der ersten Barkeeper in der Schweiz. 1927 wurde er jüngster Maître d’hôtel der Schweiz und bewirtete im Zunfthaus zur Schmiden in Zürich unter anderem Hans Albers, Thomas Mann und Erich Kästner.

An der SHL Schweizerischen Hotelfachschule Luzern war Schraemli Fachlehrer für Getränkekunde und Barbetriebslehre und veröffentlichte zahlreiche Fachbücher, darunter 1949 sein Hauptwerk Von Lukullus zu Escoffier und im gleichen Jahr Das grosse Lehrbuch der Bar. Seine schon 1949 über 2000 Bände umfassende gastronomische Bibliothek stand auch Gästen zur Weiterbildung offen. Insgesamt verfasste Harry Schraemli über 50 Bücher, «von der Novelle über Reiseberichte und Fachbücher bis zum literarischen Werk». Ab 1929 publizierte er zudem Artikel in Fachzeitschriften, der NZZ und dem Tages-Anzeiger. Unter anderem schrieb er detailliert über den «perfekten Barbesuch» und Gastgeberqualitäten. Zu seinen Cocktail-Kreationen gehören «Indian Love Call» und «Roter Pfeil».

Schraemli wohnte mit seiner Frau Margrith (geb. Bühlmann) im nidwaldnerischen Hergiswil. Er war stets mit Krawatte, Gilet, Taschenuhr und Handschuhen gekleidet, fuhr ein amerikanisches Cabriolet und bestand darauf, von der amerikanischen Kultur geprägt, selbst kürzeste Distanzen mit dem Auto zu fahren.

In späteren Jahren bereiste er als UNO-Experte für Hotellerie und Gastronomie die Welt und baute das Schweizerische Gastronomie-Museum in Thun mit auf, wo ihm ein kleiner Erker gewidmet ist.

In der Todesanzeige der Familie wird Schraemli als «Gastronomischer Schriftsteller» bezeichnet; er sei nach «schwerem, tapfer ertragenen Leiden» erlöst worden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 SCHRAEMLI Harry H Chira. In: Who’s Who in Switzerland. 1966, S. 590.
  2. 1 2 3 4 5 Bruno-Thomas Eltschinger: Vom Lehrling zum Gastrosoph. In: Hotel- + Tourismus-Revue. Band 104 (1995), Heft 23 (8. Juni), S. 15 (Digitalisat). Neben dem Nachruf ist die Todesanzeige der Familie abgedruckt.
  3. 1 2 3 4 Melissa Müller: Mixologie: Zwei St. Galler erforschen die Schweizer Cocktail-Kultur. In: St. Galler Tagblatt. 11. April 2018.
  4. ↑ Das grosse Lehrbuch der Bar. (Memento des Originals vom 13. November 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Collectif 1806 (PDF; 59,4 MB).
    1. ↑ S. 112
Personendaten
NAME Schraemli, Harry
ALTERNATIVNAMEN Schraemli-Bühlmann, Johann Heinrich Chira
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Barkeeper, Lehrer an einer Hotelfachschule und Buchautor
GEBURTSDATUM 23. März 1904
GEBURTSORT Trier
STERBEDATUM 31. Mai 1995
STERBEORT Hergiswil