Hartmut Wolfgang Gill (* 29. Mai 1956 in Rostock; † 15. Mai 2025 ebenda) war ein deutscher Mediziner sowie Sachbuchautor im Bereich Kunst- und Stadtbaugeschichte.
Hartmut Gills Eltern waren die Zahnärzte Hellmut und Ilse Gill. Er besuchte ab 1962 eine Polytechnische Oberschule, ab 1970 die Erweiterte Oberschule und beendete diese mit dem Abitur 1974. Nach der Ableistung des Wehrdienstes in der Nationalen Volksarmee absolvierte er ab 1976 ein Medizinstudium an der Universität Rostock. Nach dem Diplom 1979 und dem Staatsexamen 1981 folgte ab 1982 die Facharztausbildung in Innerer Medizin am Kreiskrankenhaus in Teterow. Der Promotion unterzog er sich im Dezember 1984. Die Dissertation, betreut von Gert-Horst Schumacher, Direktor des Anatomischen Instituts der Universität Rostock, behandelte das Problem der „Doppelmissbildungen (Siamesische Zwillinge) und ihrer Darstellung in der Kunst“. Hartmut Gill war von 1990 bis 2021 in seiner niedergelassenen Praxis als Internist mit den Schwerpunkten Pneumologie und Allergologie tätig. Daneben stand er ab 1995 dem Rostocker Gesundheitsamt als beratender Facharzt zur Seite, so in Fragen der Tuberkulosetherapie.
Hartmut Gill beschäftigte sich neben seiner beruflichen Arbeit seit vielen Jahren mit Kunst, zumeist im Verbindung mit Medizin. Selbst das Thema seiner Dissertation entstand in diesem Zusammenhang. Von ihm gehaltene Vorträge hatten Themen wie: „Pneumologie in der Kunst“, „Die Medizin in der klassischen Karikatur“, „Wilhelm Busch und die Medizin“, „Frida Kahlo und die Medizin“ und „Edvard Munch und die Medizin“. Bereits zwischen 1967 und 1981 hielt er sich etwa für Ferienjobs des Öfteren in Juliusruh auf Rügen in der Werkstatt des Bildhauers und Keramikers Wilhelm Löber auf. Der Herausgeber einer Rügener Zeitschrift überzeugte ihn, für sein Blatt einen Artikel über Wilhelm Löber zu schreiben. Bei der Recherche kam eine solche Fülle an Material zusammen, dass er sich entschloss, ein Buch über den Bauhauskünstler zu schreiben. Für seine erste Veröffentlichung konnte er 2015 den traditionsreichen Hinstorff Verlag gewinnen.
Aus drei auf einer Auktion ersteigerten Fotoalben, deren Aufnahmen die Zerstörungen Rostocks nach den alliierten Bombenangriffen vom 20. und 21. April 1943 dokumentieren, entstand die Idee, diese in einem Buch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Rostocks in Form eines Stadtrundganges mit dem Titel Rostock. Gestern – heute – morgen zu publizieren. Mit Rostock im Spiegel der Kunst folgte ein weiteres Werk über seine Heimatstadt, nun mit „vergessenen Stadtansichten“, Darstellungen Rostocks von in Vergessenheit geratenen bildenden Künstlern wie Arthur Eulert, Marie Hager, Konrad Knebel, Adolf Jöhnssen und Johannes Müller oder DDR-Künstlern wie Rudolf Austen, Feliks Büttner, Jochen Bertholdt, Karlheinz Kuhn, Heinz Wodzicka und Manfred Zoller.
Hartmut Gills seit der Kindheit bestehende Verbundenheit zu Rügen zeigte er in weiteren Büchern über die Insel, es erschienen Rügen früher und heute, Rügen im Spiegel der Kunst und Heinrich Herrmann – der Rügenmaler. Im Jahr 2024 schlug er noch ein neues Kapitel auf, er wurde zum Autor und Herausgeber einer im Eigenverlag erscheinenden Schriftenreihe Rügen & Kunst.
Hartmut Gill verstarb nach schwerer Krankheit wenige Tage vor seinem 69. Geburtstag.
Autor und Herausgeber im Eigenverlag
Reihe Rügen & Kunst. Verlag Hartmut Gill, Rostock 2024–2025, ISSN 3051-9020
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gill, Hartmut |
| ALTERNATIVNAMEN | Gill, Hartmut Wolfgang (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner sowie Sachbuchautor im Bereich Kunst- und Stadtbaugeschichte |
| GEBURTSDATUM | 29. Mai 1956 |
| GEBURTSORT | Rostock |
| STERBEDATUM | 15. Mai 2025 |
| STERBEORT | Rostock |