Haspe

Haspe
Stadt Hagen
Wappen von Haspe
Koordinaten: 51° 21′ N, 7° 25′ OKoordinaten: 51° 20′ 52″ N, 7° 25′ 25″ O
Höhe: 124–143 m ü. NHN
Fläche: 22,2 km²
Einwohner: 30.962 (2025)
Bevölkerungsdichte: 1.395 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1929
Postleitzahlen: 58135, 58089
Vorwahl: 02331
Haspe (Nordrhein-Westfalen)
Haspe (Nordrhein-Westfalen)
Lage von Haspe in Nordrhein-Westfalen

Haspe ist ein Stadtteil der kreisfreien Großstadt Hagen in Nordrhein-Westfalen. 2025 hatte der Stadtteil, durch den die Ennepe fließt, 30.962 Einwohner.

Geschichte

Evangelische Kirche in Haspe (2010)

Urkundlich nachgewiesen ist die Bauerschaft Haspe bereits aus dem 12. Jahrhundert, als sie zur Herrschaft der Edlen Herren von Volmarstein gehörte. Im 13. Jahrhundert war Haspe Sitz eines Freistuhles.

Eine erste umfassende Aufstellung der Grundbesitzer in Haspe findet sich im Schatzbuch der Grafschaft Mark aus dem Jahr 1486. Zu dieser Zeit gehörte Haspe zum Amt Wetter und im Gericht Hagen zur Grafschaft Mark. Im Schatzbuch wurden in der Hasper burschop 21 steuerpflichtige Hofbesitzer mit einer Abgabe von ½ Gg bis acht Goldgulden genannt. Die ältesten Höfe in der Bauerschaft waren das als de Cukelhuson um 1150 erwähnte Kückelhausen und die als Heterhart im Jahr 1300 erwähnte Hestert sowie der mit Johannes Tuckyncg 1391 genannte Hof Tücking.

Durch Dekret Napoleons I. vom 18. November 1808 wurde aus den fünf Bauerschaften Haspe, Westerbauer, Waldbauer, Vorhalle und Voerde die Munizipalität, der Amtsbezirk Enneperstraße, gebildet. Daraus schied 1868 Voerde aus, 1874 folgte Haspe.

Im 19. Jahrhundert kam 1856 die Landgemeinde Kückelhausen nach Haspe. Als Haspe am 20. Dezember 1873 durch Erlass des preußischen Königs die Stadtrechte verliehen bekam, besaß die Stadt etwa 9800 Einwohner.

Am 1. April 1898 wurde die Landgemeinde Westerbauer mit der Stadt Haspe vereinigt. Bei der Volkszählung 1905 wurde für Haspe eine Einwohnerzahl von knapp 20.000 festgestellt, zu deren Trinkwasserversorgung 1904 die Hasper Talsperre erbaut wurde.

Am 1. August 1929 wurde Haspe im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Ruhrgebiets zusammen mit den Gemeinden Boele, Fley, Halden, Herbeck, Holthausen und Vorhalle in die Stadt Hagen eingemeindet. Damit endete nach 56 Jahren die Geschichte der selbstständigen Stadt Haspe.

Seit der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen 1975 ist Haspe einer der fünf Bezirke der kreisfreien Stadt Hagen. Die bisherigen Bezirksbürgermeister waren:

Bevölkerungsstatistik

Am 31. Dezember 2025 lebten 30.962 Einwohner im Stadtbezirk Haspe. Davon lebten 17.965 Einwohner im statistischen Bezirk Haspe-Ost und 12.997 Einwohner im statistischen Bezirk Haspe-West.

Strukturdaten der Bevölkerung in Haspe (2025):

Haspe-Ost

Strukturdaten der Bevölkerung im statistischen Bezirk Haspe-Ost (2025):

Haspe-West

Strukturdaten der Bevölkerung im statistischen Bezirk Haspe-West (2025):

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Altes Bahnwärterhaus an der Kölner Straße (2010)

Von 1906 bis 1913 wurde das Hasper Eisen- und Stahlwerk (im Volksmund Hasper Hütte genannt) unter der Leitung von Peter Klöckner und Direktor Haenel entscheidend vergrößert. Das Werk, welches in seinen Glanzzeiten fast 10.000 Beschäftigte hatte, existiert heute nicht mehr.

Seit 1780 wird in Haspe auch der bekannte Eversbusch-Doppelwachholder mit 46 Vol.-% gebrannt, der weit über die Hasper Grenzen als Hasper Maggi bekannt ist und sehr geschätzt wird. Das zweite „h“ in Doppelwachholder ist, wie die Brennerei Eversbusch versichert, kein Druckfehler. Diese Schreibweise hat alle Rechtschreibreformen überdauert und findet sich bis heute als Traditionsmerkmal auf den Flaschenetiketten. Früher gab es zudem verschiedene Brauereien wie die Brauerei Pfingsten und die Andreas-Brauerei, von denen heute jedoch keine mehr in Haspe braut.

Während der Nazi-Herrschaft wurden in Haspe ab 1939 in 33 ansässigen Industriebetrieben Zwangsarbeiter eingesetzt. In 16 Firmen gab es dafür eigene Arbeitslager. In der Eichenkampstraße gab es zudem ein Erweitertes Polizeigefängnis/Auffanglager der Gestapo für ausländische Arbeitskräfte. In der Rolandstraße ein Straflager der Gestapo für Ostarbeiterinnen und ein Lager der Gestapo für jüdische Mischlinge. Alle drei Lager befanden sich auf dem Gelände der Klöckner Werke AG. In der Harkortstraße, Rolandstraße und Vogelsanger Straße gab es Kriegsgefangenen-Arbeitskommandos. Auf Harkorten befand sich zudem ein Kriegsgefangenen-Lager und ein Kriegsgefangenen-Lazarett.

Die bundesweit bekannte (in Haspe auch gegründete) Firma Brandt (bekannt vor allem durch seine Produktion von Zwieback) hat ihre Produktion von Hagen-Haspe aus Kostengründen in die neuen Bundesländer verlegt – nur die Firmenverwaltung ist noch in Haspe beheimatet.

In Haspe befand sich noch bis September 2016 die Zentrale der Nordwest Handel AG. Ende Juni 2013 wurde bekannt, dass das Unternehmen im Jahr 2015 seinen Stammsitz in Hagen-Haspe aufgeben und nach Dortmund-Hörde in den Bereich des Technologie- und Dienstleistungsstandortes Phoenix-West umziehen möchte.

In Haspe sind heute sonst nur noch kleine und mittelständische Betriebe beheimatet. Dazu sind zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte ansässig.

Verkehr

Bahnhof Haspe um 1925

Öffentlicher Personennahverkehr

Durch Haspe verläuft die Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd. An ihr halten in Haspe die Linien S 8 und S 9 der S-Bahn Rhein-Ruhr am Bahnhof Hagen-Heubing. Dieser befindet sich am Ufer der Ennepe nur wenige hundert Meter nördlich des Zentrums von Haspe.

Im Zentrum von Haspe befinden sich direkt nebeneinander die zwei Bushaltestellen Hasper Torhaus (ehemals Hasper Kreisel) und Haspe Zentrum, von welchen acht Buslinien der Hagener Straßenbahn AG nach Hagen-Zentrum, in die umliegenden Stadtteile, aber auch nach Ennepetal und Breckerfeld verkehren.

Ebenfalls hielten ehemals Züge der Bahnstrecke Elberfeld–Dortmund am Bahnhof Hagen-Haspe, der am 27. März 1979 für den Personenverkehr außer Betrieb genommen wurde. Die Kleinbahn nach Voerde und Ennepetal, später in eine Überlandstraßenbahn umgewandelt, wurde im Jahre 1963 stillgelegt.

Straßenverkehr Durch Hagen-Haspe verlief die Bundesstraße 7, die 2015 im Bereich Haspe zur Landesstraße L 700 umgewidmet wurde. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Wetter-Volmarstein (89) an der Autobahn A1, erreichbar über die Grundschötteler Straße.

Bergbau in Haspe

Giesspfanne und Schornstein. Objekt zur Erinnerung an die Hasper Industriegeschichte am Hasper Hüttenplatz (2011)

In Haspe wurde von 1836 bis 1935 Bergbau betrieben, dieser beschränkte sich auf den Abbau von Eisenstein. Hierdurch ist die ehemalige Ansiedlung von kleinen Hammerwerken, der Harkort’schen Fabrik und anderer Eisen- und Eisenerz verarbeitender Betriebe sowie der Markana Hütte (1836–1873) und der Hasper Hütte (1847–1982) zu erklären. Der Bergbau in Haspe unterstand dem Oberbergamt Dortmund. Haspe führte ein eigenes Berggrundbuch.

Gesundheit

Sport

Freizeit

Hasper Kirmeszug 2005

Haspe verfügt über das Freibad auf der Hestert sowie über eine Sport- und Freizeitanlage am Hüttenplatz. Das 1. Musikcorps Blau-Weiss Hagen-Haspe 1959 tritt auch unter dem Namen Blueline Show & Marching Band auf.

Die Hasper Kirmes findet jährlich Mitte Juni statt, initiiert vom Hagener Schausteller Verein . Höhepunkt ist der große Hasper Kirmes Festzug, der am Samstag, vor dem 3. Sonntag im Monat Juni stattfindet. Dieser wird organisiert vom Hasper Heimat- und Brauchtumverein (HHBV)Festwagenumzug, vergleichbar mit einem Rosenmontagszug.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Haspe – Sammlung von Bildern
Wikisource: Haspe – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerungszahlen der Stadtteile
  2. ↑ Bevölkerungszahlen der Stadtteile
  3. ↑ Aloys Meister (Hrsg.): Die Grafschaft Mark, Dortmund 1909, S. 54
  4. ↑ Michael Flöer: Die Ortsnamen der Stadt Dortmund und der Stadt Hagen, in: Westfälisches Ortsnamenbuch, Band 16, Bielefeld 2021, S. 128, 163, 229
  5. 1 2 Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967 (= Veröffentlichungen des Provinzialinstituts für Westfälische Landes- und Volksforschung des LWL. Reihe 1, Heft 18). Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 241.
  6. ↑ Nachruf auf Horst Wisotzki (Memento des Originals vom 5. August 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Bevölkerungszahlen der Stadtteile
  8. ↑ Anteil der Bevölkerung unter 20 Jahren
  9. ↑ Anteil der Bevölkerung von 60 Jahren und älter
  10. ↑ Ausländeranteil in den Stadtteilen
  11. ↑ Anteil der Bevölkerung unter 20 Jahren
  12. ↑ Anteil der Bevölkerung von 60 Jahren und älter
  13. ↑ Ausländeranteil in den Stadtteilen
  14. ↑ Anteil der Bevölkerung unter 20 Jahren
  15. ↑ Anteil der Bevölkerung von 60 Jahren und älter
  16. ↑ Ausländeranteil in den Stadtteilen
  17. ↑ Unternehmen in Haspe die ausländische Arbeitskräfte und Zwangsarbeiter beschäftigten.Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 25. Oktober 2025 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. ↑ Hubertus Heuel: Nordwest-Exodus schockt die Stadt. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 28. Juni 2013, abgerufen am 1. Mai 2025.
  19. ↑ Peter Wiegand (Bearb.), Staatsarchiv Münster: Die Bestände in den Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiven / Die preußischen Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung 1763–1865. 1. Auflage. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Münster 2000, ISBN 3-932892-13-5.
  20. ↑ Westfalenpost vom 4. Dezember 2017