| HatHut Records | |
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| Aktive Jahre | seit 1975 |
| Gründer | Werner X. Uehlinger
Inhaber: Marco von Orelli, Melanie Imhof |
| Sitz | Basel, Schweiz |
| Website | www.hathut.com |
| Labelcode | 06048 & 91771 |
| Sublabel(s) | hatMUSICS, hatART, hatOLOGY, hat[now]ART, hatNOIR, ezz-thetics |
| Genre(s) | Avantgarde, Improvisation, Neue Musik, Creative Jazz, Free Jazz |
HatHut Records (Eigenschreibweise Hat Hut Records) ist ein unabhängiges Schweizer Plattenlabel, das hauptsächlich im Bereich der freien Improvisation, Avantgarde und Neuen Musik beheimatet ist.
Werner X. Uehlinger gründete HatHut 1975 zunächst mit dem Anliegen, das Werk des Saxophonisten / Trompeters Joe McPhee zu vertreiben. Mittlerweile weist Hat Hut etablierte Musiker wie Anthony Braxton, Peter Brötzmann, Steve Lacy, David Liebman, David Murray, Lauren Newton, Cecil Taylor, Mal Waldron, John Zorn und andere in seinem Repertoire vor. Neben Brötzmann hat das Label auch andere europäische Musiker und Gruppen wie Theo Jörgensmann, Franz Koglmann, Max Nagl, das Vienna Art Orchestra oder Kate und Mike Westbrook durch Veröffentlichungen einem grösseren Publikum zugänglich gemacht. Im Bereich der Neuen Musik wurden mit dem Sublabel hat[now]ART Kompositionen von Pierre Boulez, John Cage, Cornelius Cardew, George Crumb, Morton Feldman, Charles Ives, Kurt Schwitters, Karlheinz Stockhausen und anderen eingespielt.
Ein Merkmal der HatHut-Veröffentlichungen war neben dem sehr hohen Produktionsstandard zunächst die aufwändige Verpackung, die umfangreiche Textbeilagen beinhalten konnte, in manchen Fällen wie John Zorns Doppel-CD Cobra sogar weitere Extras in Form von zwei Postkarten und anderem.
Wie andere Labels auch setzt HatHut bei grösseren Produktionen auf Kooperationen mit Rundfunkgesellschaften und/oder die Unterstützung durch Stiftungen, in den Jahren 1985 – 2000 gab es zudem eine finanzielle Rückendeckung durch das Kultursponsoring seitens der Bank UBS (da diese erst 1998 durch einen Zusammenschluss entstand, war sie bis dahin unter ihrer Vorgängerhälfte Swiss Bank Corporation = Schweizerischer Bankverein (SBV) aufgeführt). Im Dezember 2000 entschied sich UBS dazu, Hat Hut aus dem Portfolio des Kultursponsoring zu streichen. Dem wurde u. a. mit einer Neukonzeption des Verpackungskonzepts begegnet: Sämtliche (Wieder)veröffentlichungen erscheinen nur noch in einer Kartonhülle ohne die früheren Beigaben. Zudem wird mit dem auf Schwarzweissphotographien beruhenden Coverkonzept für Veröffentlichungen ausserhalb der Neuen Musik, welches das bereits bestehende puristische Design für den Bereich der Neuen Musik in Form von serifenloser grosser Schrift auf weissem Hintergrund ergänzt, auf ein durchgehendes Erkennungsmerkmal gesetzt.
HatHut limitierte in der Vergangenheit Wiederveröffentlichungen auf eine Auflage von 3000 Stück pro CD. Das jährliche Veröffentlichungsaufkommen (Wieder- und Neuveröffentlichungen) liegt bei etwa 20 Produktionen.
Aufgrund der Ausrichtung des Programms auf ein begrenztes Zielpublikum liegen die Verkäufe des Labels deutlich unter denen anderer teilweise vergleichbarer Labels wie ECM oder auch Winter & Winter, die zwar auch Aufnahmen aus dem von Hat Hut abgedeckten Bereich veröffentlichen, zum Ausgleich jedoch besonders im Fall von ECM populäre Kassenschlager wie Officium von Jan Garbarek oder The Köln Concert von Keith Jarrett aufbieten können, deren Verkaufszahlen in die Hunderttausende oder höher gehen, zudem sind diese Label stilistisch breiter ausgerichtet. Im Bereich der Freien Improvisation besteht eine konzeptionelle Ähnlichkeit zu den Labeln FMP, Intakt und Ogun. Dies äussert sich auch darin, dass sich das Werk einiger Musiker sowohl bei Hat Hut als auch bei einem Teil der soeben erwähnten geistesverwandten und anderen Labeln wiederfindet.
Für HatHut gab es in den 2000er-Jahren weitere Veränderungen: Das Label verkaufte seinen CD-Bestand an Outhere Records, um den Backkatalog zu sichern, und produzierte gleichzeitig neue Aufnahmen in einer neuen Reihe unter einem neuen Namen. Außerdem wurde eine Archivreihe ins Leben gerufen. Im Juni 2025 wurde das Label an den Musiker Marco von Orelli und die Kommunikationsspezialistin Melanie Imhof verkauft.
Unter dem Label HatHut Records werden die Veröffentlichungen in verschiedene, zusammenhängende Serien unterteilt. Neben ezz-thetics now existiert die Reihe ezz-thetics Revisited für ausgewählte Archivveröffentlichungen sowie eine dem Werk von Albert Ayler gewidmete Sonderserie (ezz-thetics Albert Ayler). Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Labels im Jahr 2025 wurde zudem die Jubiläumsserie First Visit eingeführt, deren Veröffentlichungen durch eine blaue Typografie auf dem Frontcover gekennzeichnet sind. Die Serie widmet sich neben aktuellen auch historischen, teils unveröffentlichten Archivaufnahmen, wie beispielsweise Live at Fat Tuesday’s, February 9, 1980: First Visit von Cecil Taylor und Solo Bern 1984: First Visit von Anthony Braxton.