| Heide-Australienmaus | ||||||||||||
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Heide-Australienmaus (Pseudomys shortridgei) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pseudomys shortridgei | ||||||||||||
| (Thomas, 1907) |
Die Heide-Australienmaus (Pseudomys shortridgei) ist ein mit zwei kleinen disjunkten Populationen im südlichen Australien verbreitetes Nagetier in der Gattung der Australischen Mäuse. Das Typusexemplar stammt aus dem Umfeld des Schutzgebietes Woyerling im Bundesstaat Western Australia. Genetische Untersuchungen deuten an, dass sich die Art als erste von der Entwicklungslinie der anderen Gattungsmitgliedern getrennt hat. Eine Listung der zwei Populationen als Unterarten wird diskutiert, hat sich jedoch noch nicht durchgesetzt.
Der Artzusatz im wissenschaftlichen Namen ehrt den britischen Zoologen Guy Chester Shortridge.
Dieses für die Gattung große Nagetier erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 90 bis 120 mm, eine Schwanzlänge von 85 bis 100 mm und ein Gewicht von 55 bis 90 g. Es kommen 26 bis 28 mm lange Hinterfüße und Ohren von 14 bis 16 mm Länge vor. Das Fell der Heide-Australienmaus hat oberseits eine graubraune Farbe und die Unterseite ist durch einen hellen gelbbraunen Fleck gekennzeichnet. Ein weiteres Merkmal ist der behaarte Schwanz, der deutlich in eine dunkle Oberseite und eine helle Unterseite aufgeteilt ist. Wie bei anderen Gattungsmitgliedern bildet die Schnauze eine rundliche Fortsetzung des Kopfes.
Im Gebiet um Pingelly, um die Shark Bay und in der Nullarbor-Ebene gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine große Population, doch zum Ende des Jahrhunderts wurde befürchtet, dass die Art im Bundesstaat Western Australia ausgestorben ist. Suchaktionen in Schutzgebieten konnten jedoch Exemplare finden. Seltene Funde sind von der Eyre-Halbinsel und recht häufiges Sichtungen aus dem südlichen Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten South Australia und Victoria bekannt.
Wie aus dem Namen erkenntlich hält sich die Art hauptsächlich auf trockenem Heideland sowie in Buschflächen und in der Vegetationsform Mallee auf. Durch Brände, die etwa alle 5 bis 10 Jahre auftreten erreichen Eucalyptus baxteri und Eucalyptus arenacea nur geringe Größe. In Strauchflächen, die bewohnt werden, und die durch Pflanzen der Gattung Banksien dominiert werden, gab es in den 30 Jahren vor 2017 keine umfassenden Brände.
Dieses Nagetier kann nacht- und teilweise tagaktiv sein. Es legt ein Nest aus Pflanzenteilen an, das in einem Erdloch oder unter der dichten Kraut- und Laubschicht versteckt wird. Die Nahrung besteht überwiegend aus Blumen, Samen von Gräsern und Stängeln von Sauergrasgewächsen, die mit Pilzen und Insekten oder anderen Wirbellosen komplettiert werden. In den vier Monaten der Fortpflanzungszeit werden monogame Paare gebildet, die möglicherweise länger halten. Ein oder zwei Paarungen können jährlich im Frühjahr und Sommer erfolgen. Jeder Wurf enthält 2 bis 3 Neugeborene. Männchen werden nach 18 und Weibchen nach etwa 12 Monaten geschlechtsreif. Allgemein wird eine Generation nach zwei Jahren ausgetauscht. Selten werden Exemplare vier Jahre alt.
Für den Bestand der Heide-Australienmaus gibt es mehrere Bedrohungen. Viele Tiere fallen streunenden Hauskatzen zum Opfer und vermutlich einige dem eingeführten Rotfuchs. Trotz recht guter Anpassung können sich intensive Buschbrände negativ auswirken. In manchen Regionen wird die ursprüngliche Landschaft in Ackerland umgewandelt. Gebietsweise wurde die Schädigung der Gewächse durch Protisten der Gattung Phytophthora beobachtet. Eingeschleppte Unkräuter können Regionen für die Art ungeeignet machen. Die Ausbreitung dieser Pflanzen und die Brände können durch die Erderwärmung verstärkt werden. Die IUCN schätzt die Größe des Verbreitungsgebiets auf fast 330 km² und listet die Heide-Australienmaus als stark gefährdet (endangered).