Heimo Kaindl

Heimo Kaindl (* 1964 in Graz) ist ein österreichischer Museumsleiter, Kunsthistoriker, Volkskundler und Denkmalpfleger.

Leben

Heimo Kaindl

Nach dem Besuch des Bundesgymnasiums Oeversee und der HTBL Ortweinplatz, Abteilung Kunstgewerbe, beide in Graz, absolvierte Heimo Kaindl ab 1984 sein Studium der Kunstgeschichte, Volkskunde und Kulturwissenschaften an der Universität Graz. Vertiefungen erfolgten in den Fachbereichen Museumspädagogik und EDV für Geisteswissenschaften sowie durch praktische Restauriertätigkeiten bei Tina Kerciku, Miriam Porta und Emmerich Mohapp. Von 1988 bis 1991 war Heimo Kaindl als Assistent bei Götz Pochat und ab 1990 auch als Universitätslehrer am Institut für Kunstgeschichte der Universität Graz tätig.

Seit 1991 ist Heimo Kaindl Direktor des Diözesanmuseums Graz und Diözesankonservator der Diözese Graz-Seckau. Schwerpunkte seiner musealen Tätigkeiten sind die Stärkung der Vermittlungsarbeit (Museumspädagogik) mit stark zielgruppenorientierter Programmatik, inhaltlich die kulturhistorische Ausrichtung des Ausstellungsprogramms und eine umfangreiche Lehr- und Publikationstätigkeit. Nach einer Sanierung des Diözesanmuseums 2002 gehörte die Übersiedlung des gesamten Museums an den heutigen Standort Bürgergasse 2/Priesterseminar in Graz zu seinen Aufgaben. Besonderes Augenmerk richtet er seither auf den Bildungs- und Service-Charakter des Diözesanmuseums Graz, das er als zentrale Informations- und Auskunftsstelle zu allen künstlerischen, brauchtümlichen und kirchlich relevanten Fragen sieht. Als Diözesankonservator initiierte er die Gesamtinventarisierung der künstlerisch und kulturell relevanten Gegenstände in allen Kirchen der Steiermark (Diözese Graz-Seckau), die seit 1996 durchgeführt wurde und heute in der regelmäßigen Bestands- und Zustandskontrolle fortgesetzt wird. Ausgebaut wurde die Beratungs- und Schulungstätigkeit für Pfarren, Mesner und Kirchenpfleger zu richtigem Umgang und passender Pflege von Gebäude und Einrichtung. Als amtliches Mitglied der Sektion für kirchliche Kunst der Diözesankommission für Liturgie ist Heimo Kaindl seit 1991 nicht nur deren Sekretär, sondern auch als Berater und Begleiter für Kirchenumbauten und zeitgenössische künstlerische Ausstattung von Kirchenräumen tätig.

Im Jahr 1991 war Heimo Kaindl Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der steirischen Museen, die sich zum Steirischen Museumsverband wandelte. Im Vorstand ist er derzeit Obfraustellvertreter. Von 1991 bis 2016 war er für den Museumsverband Herausgeber und Schriftleiter der österreichweiten Museumszeitschrift Die Stellwand. Mitteilungen der Museen und Sammlungen und verfasste dazu selbst zahlreiche Fachartikel, Museumsvorstellungen und Beiträge.

Von 2000 bis 2019 war er im Vorstand von ICOM Österreich, der österreichischen Sektion des Internationalen Museumsbundes ICOM tätig, zwischenzeitlich auch dessen Geschäftsführer (secretary). Seit 2002 ist Heimo Kaindl Mitglied der Jury des Österreichischen Museumsgütesiegels, an dessen Entwicklung er unter ICOM-Österreich-Präsident Günther Dembski mitbeteiligt war. Seit 2020 ist er Vorsitzender der Jury des Österreichischen Museumsgütesiegels.

Seit 1994 Mitglied der 2010 neu strukturierten Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher KonservatorInnen Österreichs ist Heimo Kaindl derzeit deren Sprecher. Zudem ist er Mitglied im Denkmalbeirat der Österreichischen Bischofskonferenz. In seiner Funktion als Diözesankonservator ist er einer der Berater des Vereins Denkmal Steiermark.

Seit 1991 Mitglied der Deutschen Arbeitsgemeinschaft der Kirchlichen Museen und Schatzkammern ist Heimo Kaindl seit 2018 als 2. Vorsitzender in deren Vorstand und wurde 2022 zu deren 1. Vorsitzendem gewählt.

Zu seinem ehrenamtlichen Engagement gehört auch die Tätigkeit in seinen Wohnsitzpfarren Graz-Mariahilf und Graz-Hl. Schutzengel als Lektor, Kommunionspender, Pfarrnachrichtenredakteur und Pfarrgemeinderatsmitglied. Seit 2017 ist er im Vorstand des Pfarrverbandsrates Graz-Christkönig & Graz-Schutzengel und seit 2022 der geschäftsführende Vorsitzende.

Schriften (Auswahl ohne Aufsätze und Fachartikel)

Kuratierte Ausstellungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Heimo Kaindl: Himmlisch Irdisch. 90 Positionen zu 90 Jahren Diözesanmuseum Graz. 1. Auflage. Diözesanmuseum Graz, Graz 2022, ISBN 978-3-901810-50-3, S. 10–50.
  2. ↑ https://www.musis.at/
  3. ↑ Österreichisches Museumsgütesiegel/ICOM Österreich: Jury. Abgerufen am 21. August 2022.
  4. ↑ Die Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft kirchlicher Museen und Schatzkammern — kirchliche-museen.org. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. August 2022; abgerufen am 21. August 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.