Heinrich Merz

Kaspar Heinrich Merz (* 7. Mai 1806 in St. Gallen; † 29. Juli 1875 am Wilden Kaiser bei Kufstein) war ein Schweizer Zeichner sowie Kupfer- und Stahlstecher.

Leben

Merz war der Sohn des Webers und späteren Kaufmannsdieners Johann Jakob Merz und dessen Frau Dorothea (geborene Triebelhorn) aus Schwellbrunn in Appenzell. Die Eltern waren sehr arm, und die Mutter arbeitete als Kinderfrau. Von den sechs Kindern hatten nur drei das dritte Lebensjahr erreicht, Jacob, Heinrich und Marie[chen]. Trotzdem reichte das Geld kaum zum Leben. Als der Vater zum Militärdienst eingezogen wurde, gab die Mutter ihre Kinder in das neu errichtete Waisenhaus. Merz wurde von seinem sechsten bis 15. Lebensjahr gemeinsam mit seinen Geschwistern dort erzogen. Hier wurde er unter anderem im Zeichnen unterrichtet. Ab 1821 wurde er mit Hilfe «einiger Gönner» für vier Jahre bei dem Kupferstecher Johann Jakob Lips in Zürich «in die Lehre gegeben». Hier lernte er seinen späteren Schwager Carl Arnold Gonzenbach kennen. Am 19. Dezember 1825 schrieb er sich für das Fach Druckgrafik an der Akademie der Bildenden Künste München ein. Nebenbei arbeitete er als Kupferstecher für die Zeitschrift Geschichtliche Unterhaltungen. Merz arbeitete zunächst für ein Jahr im Antikensaal und konnte seinen Aufenthalt durch kleinere Arbeiten verlängern. 1827 kehrte er vorübergehend nach St. Gallen zurück. 1829 wurde er in München ein Schüler des Schweizer Kupferstechers Samuel Amsler, der zum Professor für Kupferstecherkunst an die Kunstakademie berufen worden war. Merz wurde dort Amsler’s treuester Schüler. Hier befreundete er sich mit Wilhelm von Kaulbach und Moritz von Schwind. 1843 heiratete er Maria Rosalin Gonzenbach, die Schwester seines Freundes, mit dem er in einer Wohngemeinschaft lebte. Im Jahr 1869 verlor er kurz nacheinander seine jüngste Tochter Klara und seine Frau.

Nachdem sich Merz auch einen Ruf für seine in teils jahrelanger Einzelarbeit geschaffenen Farbstiche erworben hatte, verunglückte der «rüstige Mann […] wahrscheinlich in Folge eines Herzschlages, am 29. Juli 1875 auf einer Bergpartie am sogenannten Wilden Kaiser nächst Kufstein».

Bekannte Werke

Literatur

Commons: Heinrich Merz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 H. Appenzeller: Merz, Kaspar Heinrich. In: Carl Brun (Hrsg.): Schweizerisches Künstler-Lexikon. Band 2 : H–R. Huber & Co., Frauenfeld 1908, S. 372–374 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. 1 2 Tapan Bhattacharya: Heinrich Merz. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. 1 2 3 4 Hyacinth Holland: Merz, Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 21, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 482 f.
  4. 1 2 Friedrich Pecht: Schiller-galerie: Charaktere aus Schiller’s werken. Gezeichnet von Friedrich Pecht und Arthur von Ramberg. Fünfzig Blätter in Stahlstich mit erläuterndem Texte von Friedrich Pecht. F. A. Brockhaus, 1859 (books.google.fr).
  5. ↑ Ernst Förster: Der Kupferstecher Caspar Heinrich Merz. In: Westermanns Monatshefte. 1878, S. 39–45 (books.google.de).
  6. ↑ 01121 Heinrich Merz. In: Matrikeldatenbank der Akademie der Bildenden Künste (Hrsg.): Matrikelbuch. Band 1: 1809–1841. München (matrikel.adbk.de, daten.digitale-sammlungen.de).
  7. ↑ Peter Cornelius: Entwürfe zu den kunstgeschichtlichen Fresken in den Loggien der königlichen Pinakothek. Mit Text von E. Förster. Alphons Dürr, Leipzig 1875, 48 Blätter Volltext [Wikisource]
Personendaten
NAME Merz, Heinrich
ALTERNATIVNAMEN Merz, Kaspar Heinrich; Merz, H.
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Kupfer- und Stahlstecher sowie Zeichner
GEBURTSDATUM 7. Mai 1806
GEBURTSORT St. Gallen
STERBEDATUM 29. Juli 1875
STERBEORT Kufstein