
Heinrich Morin (* 20. Februar 1860 in Landshut; † im 20. Jahrhundert) war ein deutscher Lehrer, Maler und Illustrator. Er schuf unter anderem Illustrationen für Brehms Tierleben.
Heinrich Morin wurde als Sohn des Dichters George Morin geboren. Er besuchte das Ludwigsgymnasium in München und das Königliche Realgymnasium in Regensburg. 1887 erhielt er das Heimatrecht in München.

1886 schuf er zusammen mit seinem Vater nach dem Tod des Königs Ludwig II. ein Doppelkunstwerk, dessen fotografische Reproduktionen vermarktet wurden. Eine Vision bestand aus einem Gemälde Heinrich Morins, das den toten König auf dem Grund des Starnberger Sees zeigte, während über ihm eine Art Nymphe schwamm und im Hintergrund das Schloss Berg zu sehen war. Das zugehörige Gedicht hatte George Morin geschrieben.
1888 heiratete Heinrich Morin die sechs Jahr jüngere Emma Dreselly. Aus der Verbindung ging ein Sohn hervor, der aber 1889 im Alter von wenigen Monaten starb. Das Kind wurde wie seine kurz zuvor verstorbene Großmutter auf dem Südfriedhof in München beerdigt.
Nachdem er ab 1882 als Turnlehrer an einer Handelsschule in München gearbeitet hatte, bat Morin um Enthebung von dieser Stelle, da er seit 1887 in immer größerem Umfang auch als Zeichenlehrer am Luitpoldgymnasium beschäftigt worden war. Dies wurde im Jahr 1891 genehmigt. Heinrich Morin blieb Zeichenlehrer in München bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahr 1924, die er aus gesundheitlichen Gründen beantragte. Er illustrierte im späten 19. Jahrhundert nebenbei Märchen und historische Werke.

Außer Zeichnen lehrte Morin auch Naturkunde. Er entwickelte eigene Lehrmittel wie handliche Tierpräparate und setzte sich mit Unterrichtsmethoden wie der Nutzung von Projektoren auseinander. Ferner schrieb er naturkundliche Lehrbücher. Eine Kritik, die sich mit einem Lehrwerk seines einstigen Lehrers Max Zaengerle befasste, führte 1894 zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Zaengerle und Morin. Um 1909 wurde Morin in eine weitere öffentliche Streitigkeit verwickelt. Diesmal ging es um die Prinzipien des Kunstunterrichts. Morin plädierte strikt dagegen, den Zeichenunterricht in eine Form ausarten zu lassen, die er als Spielerei bezeichnete.
Nach einer Studienreise nach Java etc. veröffentlichte Morin 1909 den Reisebericht Unter der Tropensonne.
Ab 1888 war Morin an der Neubebilderung des Insektenbandes von Brehms Tierleben beteiligt. Er schuf auch Bilder für andere naturkundliche Werke. 1895 erhielt er das Verdienstkreuz des Ordens vom heiligen Michael. Im Winter 2025/26 fand eine Sonderausstellung in dem Museum Brehms Welt statt, in deren Rahmen auch Morins Illustrationen gewürdigt wurden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Morin, Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler, Illustrator und Autor |
| GEBURTSDATUM | 20. Februar 1860 |
| GEBURTSORT | Landshut |
| STERBEDATUM | 20. Jahrhundert |