Heinrich Parthey (* 13. August 1936 in Bukarest; † 21. April 2020) war ein deutscher Philosoph und Privatdozent der Humboldt-Universität zu Berlin.
Heinrich Parthey studierte von 1954 bis 1959 Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig u. a. bei Ernst Bloch und Gerhard Harig. Zu seinen Kommilitonen am Leipziger Philosophischen Institut gehörten Klaus Kittowski, Reinhard Mocek und Hubert Laitko, die später Wissenschaftsphilosophen wurden und mit denen er fortdauernd zusammenarbeitete.
1963 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin bei Hermann Ley mit einer Arbeit zum Thema Das Experiment und seine Funktion im Erkenntnisprozeß der Physik. 1989 erfolgte die Habilitation mit der Schrift Forschungssituation und Interdisziplinarität: Untersuchungen zu Struktur und Funktion interdisziplinärer Forschungssituationen auf Grund von Daten und Angaben aus Gruppen in Instituten der Biowissenschaften. 1991 war Parthey einer der Gründer der Gesellschaft für Wissenschaftsforschung e. V. in Berlin und war bis zu seinem Tod ihr Erster Vorsitzender. 1997 wurde er Privatdozent für Wissenschaftsforschung und Bibliometrie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Parthey war 1962–1969 Dozent an der Universität Rostock und 1970–1993 Mitarbeiter am Institut für Theorie, Geschichte und Organisation der Wissenschaft in Berlin (bis 1990 Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR). Er lehrte ab 1994 am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.
Parthey veröffentlichte wissenschaftliche Aufsätze zur Methodik der Naturwissenschaften sowie zu Wissenschaft und Innovation, zur Integrität wissenschaftlicher Publikationen und zu anderen Themen auf dem Gebiet der Wissenschaftsforschung. Er gab zahlreiche Jahrbücher der Gesellschaft für Wissenschaftsforschung und andere Sammelbände mit heraus.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Parthey, Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph und Wissenschaftsforscher |
| GEBURTSDATUM | 13. August 1936 |
| GEBURTSORT | Bukarest |
| STERBEDATUM | 21. April 2020 |