Heinrich Spaemann

Heinrich Spaemann (* 15. Juli 1903 in Sölde; † 1. Mai oder 13. Mai 2001 in Überlingen) war ein deutscher römisch-katholischer Priester und Schriftsteller.

Leben

Heinrich Spaemann wuchs in Westfalen in einem evangelischen Elternhaus auf. In den 1920er Jahren studierte er Kunstgeschichte in München und Berlin. In dieser Zeit trat er aus der Kirche aus. Er zog nach Berlin und wurde Mitglied der Redaktion der Sozialistischen Monatshefte. Sein Redaktionskollege war damals Joseph Bloch. Heinrich Spaemann heiratete die Tänzerin Ruth Krämer (1904–1936), eine Schülerin von Mary Wigman. Am 5. Mai 1927 wurde ihr gemeinsamer Sohn Robert Spaemann geboren. 1930 trat das Ehepaar in der Benediktinerabtei Gerleve in die katholische Kirche ein. Im selben Jahr ließen sie ihren Sohn taufen. Taufpate war Walter Dirks.

Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1936 begann der Witwer ein Studium der Katholischen Theologie. Am 28. Februar 1942 weihte ihn Bischof Clemens August Graf von Galen in Münster zum Priester und ernannte ihn zum Kaplan an St. Agatha in Dorsten. 1948 berief ihn Bischof Michael Keller zum Spiritual am Collegium Borromaeum in Münster und zum Religionslehrer an der dortigen Wohlfahrtsschule (heute Katholische Hochschule NRW). Seit 1950 wirkte Spaemann als Rektor im Kloster zum Guten Hirten in Münster und wurde 1955 nach Steinfeld in die Eifel krankheitsbedingt beurlaubt, wo er 1963 in den Ruhestand versetzt wurde. 1965 wechselte Spaemann in das damalige Benediktinerinnen-Priorat (heute Abtei) nach Dinklage und 1969 an das Vianney-Hospital in Überlingen am Bodensee. 1971 verlieh ihm Bischof Heinrich Tenhumberg den Titel Pfarrer; 1984 wurde Spaemann endgültig in den Ruhestand versetzt. In den 1960er Jahren hatte er sich Charles de Foucaulds Fraternität Jesus Caritas angeschlossen.

In seinen Veröffentlichungen äußerte sich Heinrich Spaemann zu Problemen von Politik und Kirche. Sein Sohn Robert Spaemann sagte über das Verhältnis zu seinem Vater: „Die Kommunikation zwischen uns war nicht immer konfliktfrei. Da war auf der einen Seite mein Widerspruchsgeist, auf der anderen seine eher künstlerische Natur – mit einer Neigung zu prophetisch-apodiktischer Rede.“

Das Grab Heinrich Spaemanns befindet sich beim Grab seiner Frau auf dem Klausurgelände der Benediktinerinnenabtei Kloster Burg Dinklage.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ SPAEMANN, Heinrich. 29. Juni 2007, archiviert vom Original am 29. Juni 2007; abgerufen am 2. Mai 2021.
  2. ↑ Wo ist noch Platz für Gott? In: Die Welt. 18. Mai 2001 (welt.de [abgerufen am 2. Mai 2021]).
  3. 1 2 credo Magazin, Juni 2013, S. 82.
  4. ↑ Andreas Sunder-Plassmann: Ludger Sunder-Plassmann. Kirchenbauten 1948–1980. TUM.University Press, München 2021, S. 9.
Personendaten
NAME Spaemann, Heinrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher katholischer Priester und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 15. Juli 1903
GEBURTSORT Sölde
STERBEDATUM 1. Mai 2001 oder 13. Mai 2001
STERBEORT Überlingen