Heinz Franz

Heinz Franz (* 14. Juni 1910 in Mühlacker; † 29. August 1990 in Stuttgart) war ein deutscher Ministerialbeamter während der Zeit des Nationalsozialismus.

Werdegang

Nach dem Schulbesuch absolvierte Franz von 1929 bis 1931 eine Banklehre in Pforzheim. Anschließend studierte er Wirtschaftswissenschaft an den Handelshochschulen in Mannheim und Königsberg und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1938 wurde er in Heidelberg mit der Dissertation Der Mensch in der Siedlungsbewegung promoviert.

Bereits zum 1. September 1930 trat Franz der NSDAP (Mitgliedsnummer 308.360) und im selben Jahr der SA bei. 1933 wurde er Führer der Studentenschaft und Hochschulgruppenführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbunds (NSDStB) an der Handelshochschule Mannheim. 1934/1935 war er stellvertretender Führer der Studentenschaft und stellvertretender Hochschulgruppenführer des NSDStB an der Universität Heidelberg. 1935 trat er von der SA zur SS über (SS-Nummer 254.620); 1936 war er zeitweise Stabsführer im SD-Unterabschnitt Pfalz.

Ab 1936 war Franz Leiter des Wirtschafts- und Sozialamtes der Reichsstudentenführung. Ab 1937 war er nebenamtlich Schulungsleiter der SS-Hauptreitschule München; anschließend wurde er zum Reichssicherheitshauptamt versetzt. Ab 1938 war er Vertreter des Reichsstudentenführers bzw. Studentenreferent im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Ab 1940 leistete er als Leutnant der Infanterie Kriegsdienst bei der Wehrmacht, 1941 wurde er zum SS-Sturmbannführer befördert. Im Juli 1944 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Er wurde im Laufe der Jahre in verschiedenen Gefängnissen und Lagern interniert. 1949 wurde er von einem Sowjetischen Militär-Tribunal zu 25 Jahren Haft verurteilt. Er wurde erst 1956 aus der Haft entlassen und zählte damit zu den „Spätheimkehrern“.

Ab 1959 war Franz als Kaufmann in Stuttgart tätig, wo er im August 1990 im Alter von 80 Jahren starb.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/9420897