Heinz Tappeser

Heinz Tappeser (* 27. Juni 1888 in Eschenrath, Gemeinde Kirspel-Waldniel, Kreis Kempen, Rheinprovinz; † 26. Juli 1942 in Hinsbeck, Kreis Kempen-Krefeld) war ein deutscher Unternehmer und Maler sowie Mitgründer der Rheinischen Sezession.

Leben

Als ältester Sohn unter acht Geschwistern übernahm Heinz Tappeser nach dem Tod des Vaters im Jahr 1907 mit nur 19 Jahren den Platz des Familienoberhauptes. Er begann eine kaufmännische Ausbildung und stellte künstlerische Interessen zunächst zurück. 1910 zog er mit seiner Familie nach Düsseldorf, wo er eine Lichtpauserei gründete. Das Geschäft florierte rasch, bald konnten zwei Filialen in Köln und Essen eröffnet werden. Sein Unternehmen machte Tappeser finanziell unabhängig.

Gesundheitlich angeschlagen und zudem Alleinernährer einer Großfamilie, musste Tappeser im Ersten Weltkrieg nicht zum Militärdienst einrücken. In dieser Situation bildete er sich autodidaktisch in der Malerei aus. Während des Kriegs knüpfte er Kontakt zu Johanna Ey und ihrem Kreis und begann, seine Werke in deren Galerie auszustellen. 1925 war er zum ersten Mal in einer Ausstellung der Künstlergruppe Das Junge Rheinland vertreten, als deren Mitglied er sich 1926 auch auf der Großen Kunstausstellung Düsseldorf der Kunstöffentlichkeit präsentierte. 1927 und 1928 nahm er an den Jahresausstellungen des Jungen Rheinlands teil. 1927 befand sich deren Geschäftsstelle in Tappesers Düsseldorfer Wohnung. Ab diesem Jahr gehörte er auch dem Arbeitsausschuss der Künstlervereinigung an.

Im Mai 1928 gehört Tappeser zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern der Rheinischen Sezession. Im Zusammenhang mit der Ausstellung Deutsche Kunst Düsseldorf 1928, auf der Tappeser ebenfalls vertreten war, schrieben er, Hermann Hundt und Arthur Kaufmann, welcher die 1923 abgespaltene Rheingruppe vertrat, an den Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr, dass „das junge Rheinland, die Rheingruppe und eine Reihe freier Künstler sich als ‚Rheinische Sezession‘ zusammengeschlossen haben“, um „die durch die Ausstellung ‚Deutsche Kunst Düsseldorf 1928‘ geleistete Arbeit zu sichern.“ Bis 1932 nahm er an den Ausstellungen der Rheinischen Sezession teil. Auch hier arbeitete er eine Weile im Arbeitsausschuss mit.

Zusammen mit seinen Künstlerfreunden Bernhard Sopher, Adolf Uzarski und Jupp Rübsam reiste Tappeser 1928 über Lissabon nach Mallorca und auf die Kanarischen Inseln. Dort empfangene künstlerische Impulse schlugen sich in seinen Werken nieder. 1929 und 1930 unternahm er zwei längere Reisen nach Sanary-sur-Mer an der Côte d’Azur, bevor er 1930 nochmals mit Rübsam, Sopher und Carl Lauterbach einige Wochen auf Mallorca verbrachte.

In der Zeit des Nationalsozialismus konnte Tappeser nur unter erschwerten Bedingungen künstlerisch arbeiten. Immer seltener hatte er Gelegenheit, an Ausstellungen teilzunehmen. 1932 kaufte er in Hinsbeck ein Wochenendhaus, das „Haus Rabenhorst“, das sein Freund, der Architekt Hannes Martens (1909–1980), in den folgenden Jahren aus- und umbaute. Es wurde so zum Rückzugsort für Tappeser und seine Künstlerfreunde, darunter Rübsam und Franz Monjau. Mit seiner zweiten Ehefrau, der Gesangslehrerin Ria Neufert, lebte Tappeser ab 1937 ganzjährig in Hinsbeck. Dort starb er am 26. Juli 1942 im Alter von 54 Jahren. Sein künstlerischer Nachlass kam in das Rheinische Archiv für Künstlernachlässe. Seine Witwe heiratete Jupp Rübsam, der Tappesers Hinsbecker Atelier übernahm.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Daniel Cremer: Entwicklung oder Revolution? Zur Geschichte der Düsseldorfer Künstlervereinigung „Das junge Rheinland“. In: Sandra Franz, Guido Hitze, Stefanie van de Kerkhof, Sabine Mecking, Georg Mölich, Julia Paulus (Hrsg.): Chancen, Belastungen und Erinnerungen. Rheinland und Westfalen in der Weimarer Republik. Verlag für Regionalgeschichte, Aschendorff Verlag, Münster 2005, ISBN 978-3-7395-1555-7, S. 261–264 (Google Books)
Personendaten
NAME Tappeser, Heinz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Unternehmer und Maler sowie Mitgründer der Rheinischen Sezession
GEBURTSDATUM 27. Juni 1888
GEBURTSORT Eschenrath, Gemeinde Kirspel-Waldniel, Kreis Kempen, Rheinprovinz
STERBEDATUM 26. Juli 1942
STERBEORT Hinsbeck, Kreis Kempen-Krefeld