Heischebrauch

Sternsinger aus Wien, 2008
Heischelauf der Dachdecker zum Aufsetzen des neuen Kirchturmhahns auf St. Katharina in Dormagen-Hackenbroich, 1984.
Pfingsteiersingen in Schönenberg (Ruppichteroth), 1980

Ein Heischebrauch (von heischen, „fordern, verlangen“) ist ein Brauch, bei dem es um das Fordern oder Erbitten von Gaben geht. Eine Sonderform ist der Einkehrbrauch, bei dem man sich in der Stube des Gastgebers bewirten lässt.

Formen

Meistens sind es Kinder, die durch die Straßen oder von Haus zu Haus ziehen und um Gaben bitten. Dabei sagen sie Heischeverse auf oder singen Heischelieder. Auch Jungmänner ziehen zum Beispiel beim Pfingstsingen von Haus zu Haus, singen das Pfingstlied und bitten um Eier. Schließlich ist auch bekannt, dass berufsständisch ausgerichtete Personen heischend durch die Ortschaften ziehen. Regional unterschiedlich wünschen teilweise die Müllmänner und die Schornsteinfeger ein gutes neues Jahr, um ein Trinkgeld zu erbitten. Solch ein Neujahrstrinkgeld kann ebenso für die Freiwillige Feuerwehr oder Zeitungszusteller üblich sein.

Anlässe für Heischebräuche sind Kirchenfeste, jahreszeitliche Ereignisse (Neujahr, Erntedank) und Familienfeste wie Hochzeiten.

Regionale Heischebräuche (Auswahl)

Vor dem Winter, im Kontext des Erntedanks:

Adventszeit:

Rauhnächte (Je nach Tradition die Zwölf Weihnachtstage bis zum Dreikönigstag oder von der Thomasnacht bis Neujahr)

Am Lichtmesstag:

Karneval, Fastnacht und Fasching:

Das Hüttenbrennen oder Burgbrennen ist ein Brauchtum aus der Eifel, das alljährlich am ersten Fastensonntag, der auch deswegen auch Funkensonntag genannt wird, praktiziert wird und der Austreibung des Winters diente. Es gibt dafür eigene Heischeverse, die von Kindern gesungen oder gesprochen werden.

Im Frühjahr und zu Ostern:

Zu Pfingsten:

Am Johannistag (24. Juni):

Jahreszeitenunabhängig:

Im Rahmen von Kirchweihen:

Literatur

Commons: Heischebräuche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Heischen. DWDS
  2. ↑ brauchwiki.de
  3. ↑ Janka Szendrei: „Hier sind die Stephansknechte“. Die deutsche Parallele eines Regös-Motives. In: Studia Musicologica Academiae Scientiarum Hungaricae, Band 16, Nr. 1/4, 1974, S. 133–150
  4. ↑ Norwegenstube: Julebukk und Juleskåkk
  5. ↑ vgl. Salmonsens konversationsleksikon: Julebuk
  6. ↑ vgl. Ordbog over det danske sprog: Julebuk
  7. ↑ Britta Schwanenberg, Annette Holtmeyer: Nordsee – Kultur. In: Planet Wissen. 28. August 2012, abgerufen am 20. September 2016.
  8. ↑ Zilli Forer-Oberhuber: Traditionen: Weihnachtsbräuche mit langer Geschichte. In: Puschtra Magazin. 18. Dezember 2023, abgerufen am 7. August 2026.
  9. ↑ Norbert Humburg: Städtisches Fastnachtsbrauchtum in West- und Ostfalen. Die Entwicklung vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. (PDF; 32 MB) Volkskundliche Kommission für Westfalen, 1976, S. 140
  10. ↑ Bürgerblatt Salzgitter-Ringelheim: Bürgerblatt 3/2002 der Bürgerschaft Ringelheim und Freundeskreis e. V. (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive), siehe Abschnitt ganz unten, online unter rautmann.info
  11. ↑ Karnevalsbrauchtum in Bocholt: Karnevalsbrauchtum in Bocholt
  12. ↑ Emmerich. Dat Portal
  13. ↑ dl.ub.uni-freiburg.de
  14. ↑ Palm Sunday witches in Finland (a curious religious and cultural mix) (Memento des Originals vom 26. April 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., gbtimes.com vom 12. April 2019, abgerufen am 26. April 2019
  15. ↑ plattfilm.de
  16. ↑ brauchwiki.de
  17. ↑ Franziska Florian: Die Glockenläufer von Ried ziehen auch in diesem Jahr durchs Dorf, Artikel vom 17. Oktober 2020 im Münchner Merkur, online unter merkur.de