
Helen Britton (* 3. Mai 1966 in Lithgow) ist eine australische Künstlerin, die interdisziplinär arbeitet. Sie ist vor allem für ihre Schmuckkunst bekannt. Daneben zeichnet und malt sie und ist als Installationskünstlerin und als Bildhauerin tätig. Sie lebt und arbeitet in München.
Britton studierte ab 1984 Malerei und Zeichnung, Grafik, Keramik und Kulturtheorie an der University of Newcastle und später am Sydney College of the Arts. Ab 1990 studierte sie an der Edith Cowan University und ab 1995 an der Curtin University in West-Australien. Während des Studiums absolvierte sie Auslandssemester an der Akademie der bildenden Künste in München, am Sandberg Instituut in Amsterdam und an der San Diego State University. 1999 schloss sie das Studium mit einem Master ab. Anschließend studierte sie an der Kunstakademie in München bei Otto Künzli. Dieses Studium schloss sie 2005 ab.
Nach eigener Aussage entdeckte Britton, die als junge Frau bereits an größeren Installationen, Gemälden und Filmen arbeitete, mit 25 Jahren die Schmuckkunst. Zuvor hatte sie in ihrer künstlerischen Praxis und beim Herumschrauben an Motorrädern und Autos Erfahrungen in der Metallverarbeitung gemacht. Sie hat keine Ausbildung als Juwelierin, sondern eignete sich die benötigten Handwerkstechniken als Autodidaktin an.
2002 gründete sie zusammen mit David Bielander und Yutaka Minegishi eine Werkstatt in München.
Britton erarbeitete sich vor allem mit Schmuckobjekten internationale Anerkennung als zeitgenössische Künstlerin. Sie selbst legt Wert auf die Tatsache, dass sie in vielen Bereichen künstlerisch tätig ist. In ihrer Schmuckkunst arbeitet sie bevorzugt mit Metallen sowie bereits vorhandenen Objekten und Materialien, die sie auf spielerische Art und Weise in Bezug zueinander setzt. Dabei dokumentiert sie ihre Recherchen fotografisch und sieht die Fotografie als Grundstock und Teil ihres Werks. Typisch für Britton ist ihr breit gefächertes Interesse z. B. an Geschichte, Materialien, Kultur. Sie sammelt gern und bezieht ihre Inspiration zum Teil aus ihrem umfangreichen Archiv, das u. a. aus deutschem und tschechischem Glasschmuck, Kostümen, Fotos und Zeichnungen besteht.
2013 stellte sie auf Einladung der Neuen Sammlung eine Retrospektive ihrer Arbeiten im Neuen Museum Nürnberg aus.
2019 bekam Britton eine außerordentliche Professur an der RMIT University in Melbourne. Im Herbst 2020 war sie Jurorin der Sonderschau „Schmuck“ der Handwerkskammer für München und Oberbayern.
2025 bestritt Britton die zehnte Ausgabe der Reihe Living Treasures: Masters of Australian Craft, einer Initiative des Australian Design Centre. In der dazugehörigen Ausstellung The Story So Far beschäftigte sie sich mit der frühen Inspiration durch ihre Patentante. Die Tante brachte Helen Britton u. a. bei, Collagen herzustellen, Porzellan zu bemalen und Schmuck zu gestalten. Ausgehend von einem Foto-Essay thematisierte Britton die Welt der Frauen auf dem Land sowie Australiens koloniale Vergangenheit. Sie arbeitete dabei mit Malerei, Installationskunst, Zeichnungen, Objekten und Schmuck.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Britton, Helen |
| KURZBESCHREIBUNG | australische bildende Künstlerin und Schmuckkünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 3. Mai 1966 |
| GEBURTSORT | Lithgow |