Helena Nyblom

John Bauer: Illustration für eine der Geschichten von Helena Nyblom, 1913
Das Vershuset in der Östra Ågatan 65 in Uppsala, in dem die Familie Nyblom ab 1864 wohnte

Helena Augusta Nyblom, geborene Helene Augusta Roed (* 7. Dezember 1843 in Kopenhagen; † 9. Oktober 1926 in Stockholm), war eine dänisch-schwedische Schriftstellerin und Pianistin. Sie ist vor allem für ihre Kunstmärchen bekannt, schrieb aber auch Dramen, meist subtile Einakter über das Alltagsleben.

Leben

Helena Nyblom war die Tochter von Jørgen Roed und Emilie Amanda Kruse. Ihr Vater war Maler und Professor an der Königlich Dänischen Akademie der Schönen Künste in Kopenhagen, ihre Mutter interessierte sich für antike Kunst und Literatur. Die Familie legte daher großen Wert auf kulturelle Bildung und verkehrte mit Künstlern, Musikern, Hofbeamten und Schriftstellern. Nyblom war musikalisch begabt und wurde Pianistin. Auch als Zeichnerin ist sie zum Beispiel in der Universitätsbibliothek Uppsala überliefert.

Sie heiratete 1864 Carl Rupert Nyblom und das Paar ließ sich in Uppsala nieder und ihr Haus entwickelte sich zu einem Künstlertreffpunkt. Die finanziellen Verhältnisse des Paares waren angespannt, so dass sie beide schreiben mussten, um ihr Einkommen aufzubessern. Ihre sechs Kinder, Carl Göran (1867–1920), Sven (1868–1931), Ellen (Lundberg-Nyblom, 1869–1933), Knut (1870–1949), Lennart (1872–1947) und Holger (1874–1953), wurden alle Musiker, Künstler oder Literaten.

Nyblom debütierte mit Kurzgeschichten, die von ihrem Mann aus dem Dänischen übersetzt und in der Zeitschrift Ny Illustrerad Tidning veröffentlicht wurden. Sie schrieb Gedichte und veröffentlichte mehrere Gedichtbände. Den literarischen Durchbruch schaffte sie mit ihren Kunstmärchen. Sie schrieb auch einen Roman, einige Mädchenbücher und Komödien. Nyblom war auch als Kulturjournalistin und -kritikerin tätig, unter anderem für die Zeitschriften Idun, Ord och bild, Ny svensk tidskrift und Nordisk tidskrift.

1895 konvertierte Nyblom in der Kirche St. Eugenia in Stockholm zum Katholizismus. Der Übertritt wurde in den Medien breit bekannt gemacht, und sowohl dort als auch in ihrem Freundeskreis wurde sie heftig dafür kritisiert, dass sie „Rom verfallen sei“. Ihr Ehemann, der selbst nicht katholisch war, verteidigte sie jedoch öffentlich, und die katholische Minderheit in Stockholm war stolz auf die berühmte Konvertitin. Ihre Kinder blieben bis auf eines in der schwedischen Kirche.

Das Ehepaar Nyblom ist auf dem Alten Friedhof von Uppsala begraben.

Werke

Belletristik
Verschiedenes

Literatur

Nachschlagewerke, Datenbanken
Weitere
Commons: Helena Nyblom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Författare:Helena Nyblom – Quellen und Volltexte (schwedisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Darstellung folgt der angegebenen Literatur soweit nicht anders referenziert.
  2. 1 2 Elisabeth Stenborg: Helena Nyblom - konvertiten och sagoberätterskan. In: HumaNetten. Nr. 7, 2000 (lnu.se).
  3. ↑ Diverse teckningar. In: ALVIN, Platform for digital collections and digitized cultural heritage. Uppsala universitetsbibliotek, abgerufen am 27. Juni 2023.
  4. ↑ Nyblom F. Roed, Helena. SvenskaGravar, abgerufen am 27. Juni 2023.
Personendaten
NAME Nyblom, Helena
ALTERNATIVNAMEN Nyblom, Helena Augusta (vollständiger Name); Roed, Helene Augusta (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG dänisch-schwedische Schriftstellerin und Pianistin
GEBURTSDATUM 7. Dezember 1843
GEBURTSORT Kopenhagen, Dänemark
STERBEDATUM 9. Oktober 1926
STERBEORT Stockholm, Schweden