Hellmut Eckstein

Hellmut Eckstein (* 30. Januar 1929 in Brandenburg an der Havel; † 24. Mai 2006 in München) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.

Leben

Hellmut Eckstein wurde 1929 in Brandenburg an der Havel geboren. Seit dem 15. Lebensjahr beschäftigte er sich ernsthaft mit der Malerei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ er sich in Celle nieder und nahm an einem Mal- und Zeichenkurs des Kunstmalers William Schöpp teil. 1952 beendete er eine grafische Ausbildung in Hannover und machte sich dort später als Grafiker selbständig.

1963 wurden Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen Ecksteins im Frankfurter Kellerkabarett Die Maininger gezeigt. 1968 zog er nach Oberbayern, um als Atelierleiter in der Designabteilung eines Großunternehmens in München zu arbeiten.

1978 beteiligte er sich an der Gemeinschaftsausstellung Die bildende Kunst und das Tier in Hannover. 1982 verlegte er seinen Wohnsitz nach Breitbrunn am Ammersee.

Seit 1985 war Hellmut Eckstein Mitglied im Künstlerkreis Ammersee und nahm an dessen jährlichen Ausstellungen teil. Als späterer Vorsitzender gestaltete er die Geschicke des Vereins mit. 1987 war er in der Ausstellung BBK Mitglieder Auswahl in der Galerie der Künstler in München vertreten.

1988 beendete Eckstein seine berufliche Tätigkeit als Grafik-Designer und widmete sich fortan ausschließlich der Malerei. Hellmut Eckstein starb im Mai 2006 in München.

Werk

Hellmut Ecksteins Werk umfasst Öl- und Acrylbilder, Aquarelle sowie Handzeichnungen und Graphitzeichnungen. Seine Arbeiten der 1990er-Jahre beschrieb Eckstein als Ergebnis einer langen Lehr- und Entwicklungsphase, in die „500 Jahre Malereigeschichte und 60 Jahre eigene Erfahrungen“ eingeflossen sind.

Aquarell

Im Vergleich zu den großformatigen Öl- und Acrylbildern sind die Aquarelle meist stärker am Gegenstand orientiert. Häufige Motive sind Wege, Boote, Berge, Wasser und Landschaften. Die Arbeiten greifen norddeutsche, oberbayerische und südliche Landschaftseindrücke auf.

Öl- und Acrylbilder

Frühere Arbeiten sind inspiriert von norddeutschen Landschaften, Hafenmotiven, Licht und Weite. Später waren die Bilder durch den Umzug nach Bayern von Berg- und Seelandschaften inspiriert. Kennzeichnend für die großformatigen Öl- und Acrylbilder ist eine konzentrierte Farbigkeit, oft mit Blau- und Grüntönen sowie gebrochenen hellen Farbtönen. Ab den 1990er-Jahren lösten sich die Motive zunehmend vom Gegenständlichen hin zu abstrahierten Landschaften, die mit kräftigen Pinselstrichen nur angedeutet sind.

Zeichnungen

Neben Feder- und Tuschezeichnungen entstanden Graphitzeichnungen, in denen Eckstein mit schnellem Strich menschliche, figürliche und mythologische Motive aufgriff. In den späten 60er Jahren setzte er sich mit Feder und Tusche mit den Bedrohungen des Kalten Krieges sowie den technisierten Visionen einer modernen Welt auseinander. In den 1960er- und 1970er-Jahren richtete sich der Blick stärker nach außen auf Landschaften. Seine Zeichnungen bewegen sich zwischen freier Figuration und zeichnerischer Andeutung. Besonders im späten Werk treten Graphitzeichnungen hervor, in denen Körper, Bewegung und Linienführung zunehmend offener werden.

Ausstellungen

Werke in öffentlichen Sammlungen

Zwei Werke Ecksteins befinden sich im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Dazu zählen das Aquarell Karfreitagsforellen aus 1982 und Am Hang aus 1985.

Drei großformatige Acrylgemälde Ecksteins, See-Licht, sea-light und o. T., befinden sich als Inventar im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am Ammersee.

Mitgliedschaften

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Thomas Kuzaj: Sechs Jahrzehnte eines Malerlebens. In: kreiszeitung.de (Kreiszeitung, Lokales, Bremen). Kreiszeitung Verlagsgesellschaft (Syke), 22. September 2009, abgerufen am 7. Juni 2026.
  2. 1 2 gm: Landschaft als Wegweiser | Zwei Jahre Mal- und Zeichenkursus Schöpp / Erhöhte Freude am Schönen. In: Cellersche Zeitung. 1950.
  3. 1 2 hr: Debüt im Keller: Frankfurter Residenztheater wurde Bilder-Galerie. In: Frankfurter Rundschau. 5. Oktober 1963.
  4. 1 2 Heimar Fischer-Gaaden: Die bildende Kunst und das Tie. In: Hannoverscher Künstlerverein, Tierärztliche Hochschule Hannover (Hrsg.): Ausstellungskatalog. Hannover 1978 (Ausstellung vom 29. Juni bis 1. August 1978, Orangerie Hannover-Herrenhausen, Großer Garten; Hellmut Eckstein im Katalog mit seinem Werk genannt.).
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Meister der Andeutung. In: sueddeutsche.de, München, Starnberg. 11. April 2016, abgerufen am 7. Juni 2026.
  6. ↑ Ingrid Zimmermann: Fasziniert von Berg und Meer: Heute Trauerfeier für den Künstler Hellmut Eckstein. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Juni 2006, S. R 6.
  7. 1 2 3 Ausstellungschronik. BBK Mitglieder Auswahl. 27.03. – 23.04.1987. In: Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e. V. (Hrsg.): Ausstellungsarchiv Galerie der Künstler, 1977 – 2014. 1. Auflage. Galerie der Künstler, BBK München und Oberbayern, München 2015, ISBN 978-3-945337-00-4, S. 35, 116 (bbk-muc-obb.de [PDF; 2,2 MB; abgerufen am 3. Juni 2026]).
  8. ↑ Klaus Hübner: Poesien in Acryl: Versuch über Hellmut Eckstein. In: Literatur in Bayern. Nr. 1/2014, 2014, ISSN 0178-6857.
  9. 1 2 3 jup: Geformte Farben; Vor allem Blau: Hellmut Ecksteins Bilder in der Kreisklinik. In: Isar-Loisachbote. Wolfratshausen 19. Juni 2002.
  10. 1 2 3 Ingrid Zimmermann: Die Sprache der Wiesen und des Himmels: Zeichnungen und Aquarelle von Hellmut Eckstein in der BBV-Bildungsstätte. In: Süddeutsche Zeitung. Herrsching 12. Januar 1998.
  11. 1 2 Christina Klinghagen: Improvisation folgt Impression: Galerie Mönch zeigt Bilder von Hellmut Eckstein. In: Weser-Kurier. Oberneuland 5. Oktober 2009.
  12. 1 2 Stefan Boes: Hellmut Eckstein und die „bild-welt“ in Gauting: Großformatige Werke des Breitbrunner Künstlers in der Galerie Dagmar Behringer. In: Stadt & Land. Kulturmagazin für das Oberland und München mit Umgebung. Nr. 02/99, 1999, ZDB-ID 1416891-1.
  13. 1 2 Ingrid Zimmermann: Auf dem Weg in eine neue Phase: Die in Farbe schwelgenden „bild-welten“ von Hellmut Eckstein in der Galerie von Dagmar Behringer. In: Süddeutsche Zeitung. Gauting 10. März 1999.
  14. 1 2 Karin Höh-Knüppel: „bild-welt“ betont die archaische Form der Wahrnehmung Hellmut Eckstein zeigt seine neuesten Werke in der Galerie Behringer. In: Münchner Merkur. 10. März 1999.
  15. 1 2 3 4 Uschi Anlauf: Schrei nach Freiheit und Menschlichkeit: Große Gedenkausstellung für Hellmut Eckstein im Herrschinger Haus der Bayerischen Landwirtschaft. In: Süddeutsche Zeitung. 24. November 2007.
  16. ↑ MA: Ausstellung mit Bildern die man sehen und vor allem lesen kann. In: Merkur. Starnberg November 1990.
  17. ↑ Ingrid Zimmermann: Körperlichkeit unter Tropfenschwere: Hellmut Eckstein stellt seine Werke noch bis Mitte Mai in der Galerie im Anbau aus. In: Süddeutsche Zeitung. April 1993.
  18. ↑ Claudia Eilers: Eckstein: Synthese aus grafischer Tradition & malerischem Anspruch; Breitbrunner Künstler stellt derzeit in der Gautinger Galerie im Anbau „Marginalien“ aus. In: Starnberger Merkur. Gauting April 1993.
  19. ↑ Andrea Heinzinger: Trend zum härteren Strich: Künstlerkreis Ammersee eröffnet Jahresausstellung. In: Süddeutsche Zeitung. Herrsching 11. September 1995.
  20. ↑ Ingrid Zimmermann: Die Sprache der Wiesen und des Himmels: Zeichnungen und Aquarelle von Hellmut Eckstein in der BBV-Bildungsstätte. In: Süddeutsche Zeitung. Herrsching 12. Januar 1998, S. 5.
  21. ↑ Freia Oliv: Ammersee-Künstler zeigen ihre Werke: 31. Jahresausstellung des Künstlerkreises eröffnet – 38 Aussteller mit von der Partie. In: Merkur. Herrsching 13. September 1999.
  22. ↑ Nike Sauerwald: Farbsymphonien, Fantasie und Traum. Hellmut Eckstein zeigt in Herrsching „Bilder aus sechs Jahrzehnten“. In: Starnberger SZ. 11. Dezember 2000 (Gedruckte Ausgabe; Zeitungstitel und Datum laut handschriftlicher Vermerkung auf dem Zeitungsausschnitt; Seitenzahl auf dem vorliegenden Ausschnitt nicht erkennbar.).
  23. ↑ Astrid Amelungse-Kurth: Pure Malerei, die bei Eckstein vorherrscht. In: Starnberger Merkur. Nr. 287. Herrsching 13. Dezember 2000.
  24. ↑ kb: Bilder aus sechs Jahrzehnten: Ausstellung mit Werken des Malers Hellmut Eckstein in der Bildungsstätte Herrsching. In: Kreisbote. Nr. 19. Herrsching 27. Dezember 2000.
  25. ↑ Bisherige Lesungen und Vorträge in der Kreisklinik. Verein der Freunde der Kreisklinik Wolfratshausen e. V., abgerufen am 3. Juni 2026.
  26. ↑ awi: Erst die Zeichnung, dann der Titel. In: Wedemark Echo. Mellendorf 26. März 2003.
  27. ↑ uc: Künstler arbeitet aus dem Bauch. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Mellendorf 27. März 2003.
  28. ↑ Eveline Silkenstedt: Eintauchen in Empfindungswelten: 36. Jahresausstellung des Künstlerkreises Ammersee. In: Starnberger Merkur. 14. September 2004.
  29. ↑ Johannes van Megen: Filigrane Kraft: Barbara Uebel und Hellmut Eckstein in Raistinger Otto-Hellmeier-Stiftung. In: Kulturland. Januar 2006.
  30. ↑ Karin Höh-Knüppel: Tropfender Blickfang: Doppel-Ausstellung im Hellmeier-Museum. In: Merkur. Raisting 15. Januar 2006.
  31. ↑ Ingrid Zimmermann: In der Mitte entsteht ein Sturm: Zeichnungen und Ölbilder von Hellmut Eckstein sowie Skulpturen von Viola Siegl sind in Raisting zu sehen. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Januar 2006.
  32. ↑ Sabine Zaplin: Herrsching im Bann der Bilder und Skulpturen: 23 Künstler stellen am Wochenende im Wasserturm aus und öffnen ihre Ateliers für Besucher. In: Süddeutsche Zeitung. 22. September 2006.
  33. ↑ jp: Aquarelle von Hellmut Eckstein in Otterndorf. (Zeitung sowie Datum leider nicht vorhanden).
  34. ↑ Sara Meissner: Himmel und Erde: Ausstellung mit Werken von Eckstein und Schweigler. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Januar 2010.
  35. ↑ Johannes van Megen: Verewigter Moment: Gedanken zu Hellmut Eckstein. In: Kulturland. Februar 2010.
  36. ↑ Michele Kirner: Wie der Pinsel zum Dirigentenstab wird. In: Starnberger Merkur. 11. April 2016.
  37. ↑ Aktuelle Veranstaltungen. In: rochlhaus.de. Rochlhaus Thaining, abgerufen am 2. Juni 2026.
  38. ↑ Sammlung: Karfreitagsforellen. In: Sammlung Pinakothek. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, abgerufen am 2. Juni 2026.
  39. ↑ Sammlung: Am Hang. In: Sammlung Pinakothek. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, abgerufen am 2. Juni 2026.
  40. ↑ Vita Hellmut Eckstein. In: Website Hellmut Eckstein. Abgerufen am 2. Juni 2026.
Personendaten
NAME Eckstein, Hellmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler, Zeichner und Grafiker
GEBURTSDATUM 30. Januar 1929
GEBURTSORT Brandenburg an der Havel
STERBEDATUM 24. Mai 2006
STERBEORT München