Hellmuth Kleinsorge (* 12. April 1920 in Beuel; † 7. Juli 2001) war ein deutscher Mediziner.
Hellmuth Kleinsorge besuchte das Vereinigte Dom- und Klostergymnasium Magdeburg und schloss 1938 mit dem Abitur ab. Der Einberufung zum Wehrdienst entging er, da er aus gesundheitlichen Gründen ausgemustert wurde. Das ermöglichte ihm während des Zweiten Weltkriegs ein Medizinstudium zu absolvieren und anschließend als Assistenzarzt / wissenschaftlicher Assistent sich in der Inneren Medizin weiterzubilden und zum Dr. med. zu promovieren. In der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (DMW) veröffentlichte er zusammen mit Gerhard Klumbies einen Artikel mit dem Titel „Herz und Seele. Hypnose und EKG“.
Er wurde 1953 nach seiner Habilitation zum Direktor der Medizinischen Poliklinik in Jena berufen. Dort arbeitete er erneut mit Gerhard Klumbies zusammen der sich mit Hypnose in der Medizin beschäftigte. Er holte des Weiteren seinen früheren Schulkameraden Herbert Skibbe an die Klinik und machte ihn zum Oberarzt seiner Diabetesambulanz. In den Jahren 1958 bis 1960 war er Dekan der Medizinischen Fakultät in Jena. 1953 wies er erstmals die blutzuckersenkende Wirkung des Sulfonylharnstoffes Carbutamid nach. 1958 entdeckte er die antiarrhythmische Wirkung des Ajmalins.
Wegen der Verweigerung einer Zustimmung zum Mauerbau verließ er 1962 Jena und wurde ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Schwerin. 1968 floh er in die Bundesrepublik Deutschland. Dort wurde er Forschungsleiter bei der Knoll AG, später BASF und erhielt eine Professur an der Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg.
Von 1981 bis 1987 war er Hauptgeschäftsführer der Medizinisch-Pharmazeutischen-Studiengesellschaft und wissenschaftlicher Berater der Paul-Martini-Stiftung. In den Jahren 1987 bis 1992 war er einer der Herausgeber der Neuen Ärztlichen, einer Tageszeitung für Ärzte aus dem Haus der Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Außerdem gehörte er von 1986 bis 1997 der Zulassungskommission A des Bundesgesundheitsamtes und nach dessen Auflösung und Umstrukturierung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte als Mitglied beziehungsweise als stellvertretender Vorsitzender an.
Bis zu seinem Tode war Hellmuth Kleinsorge als Berater für wissenschaftliche Verlage, pharmazeutische Unternehmen und staatliche Dienststellen tätig.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kleinsorge, Hellmuth |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 12. April 1920 |
| GEBURTSORT | Beuel |
| STERBEDATUM | 7. Juli 2001 |