Helmut Hellmessen war Sohn des Speditionskaufmanns Richard Hellmessen und seiner Ehefrau Helga Hellmessen, geb. Zettl. Er besuchte Schulen in Aussig und Prag. 1942 lernte er an einer Wirtschaftsoberschule.
1943–1945 war er als Soldat in Russland und Schlesien und geriet in Eger in Amerikanische Gefangenschaft. Nach dem Kriegsdienst, 1945–46 Zwangsarbeitslager in Brüx und Zwangsaussiedlung („Vertreibung“) kam er 1947 nach Hessen.
Von 1948 bis 1953 absolvierte er die Ausbildung zum Diplom-Designer mit Staatsexamen an der Werkkunstschule Offenbach, der heutigen Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, bei Hans Bohn angewandte Grafik, freie Grafik und Malerei bei Hans Schminke (1908–1990) und Gottfried Diehl (* 26. Mai 1896 in Frankfurt am Main; † 16. Mai 1956 in Offenbach). Nach seinem Examen 1954–1956 nahm er eine Stelle als Atelierleiter bei einem Pressedienst in Frankfurt am Main an. Im Jahre 1957 wechselte er in die berufliche Selbständigkeit mit dem Schwerpunkt einer Lehrtätigkeit an Volkshochschulen, in Galerien sowie bei Sommerkursen und ähnlichen Gelegenheiten und arbeitete einige Jahre als Illustrator und Werbegrafiker.
Seit 1964 lebte er in Dörnigheim am Main in der Hermann-Löns-Straße 7, heute ein Stadtteil von Maintal im Main-Kinzig-Kreis. Im gleichen Jahr unterstützte er in unregelmäßigen Abständen die 1963 neu gegründete Zeitschrift Illustration 63 von Curt Visel (seinem späteren Verleger) aus Memmingen mit Original signierten Werken. Im Jahre 1978 wurde er Leiter des Kurses für Radierung an der Hanauer Volkshochschule und begann 1985 seine Lehrtätigkeit als Dozent bei der Internationalen Sommerakademie Moosburg.
Helmut Hellmessen verstarb im Alter von 96 Jahren am 25. Juli 2021 in Frankfurt am Main, sein Grab befindet sich auf dem Neuen Friedhof Maintal-Dörnigheim.
Künstlerisches Werk und Ausstellungen
Umfangreich ist sein zeichnerisches Werk, das sich aus surrealen wie mythologischen Motiven speist. Daneben gibt es Rückgriffe auf Gebäude und Personen seiner böhmischen Heimat sowie Impressionen von Reisen. Die wenigen, meist großformatigen Gemälde bleiben Ausnahmen:
Erster Druck 1994 einer Groß-Radierung einer Straßenwalze (2,50 × 1,00 m), für eine Demonstration auf der Bundesstraße in Moosburg (Österreich)
Das Urteil des Paris 1994 (Rathaus der Stadt Maintal)
Kreuzigung 1996 (Kath. Kirche Allerheiligen Dörnigheim)
Über mehrere Jahrzehnte hatte er mehr als 350 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen International, in Westdeutschland und im europäischen Ausland.
↑Biografische Daten in: Helmut Hellmessen, Zeichnungen, Edition und Verlag galerie 88, Hanau o.J., Anhang
↑„Ich werde das Zeichnen nicht satt“, FR-Gespräch mit dem 77-jährigen Helmut Hellmessen über ein Lebenswerk, das er in 36 Bänden katalogisiert hat, in: Frankfurter Rundschau vom 26. Februar 2002
↑Allgemeines Künstlerlexikon Band 71, De Gruyter Berlin 2011, S. 368
↑Schriften der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste Band 33, München 2013 S. 259
↑Ernest Igl:Wir Künstler in der zweiten Heimat. Verlagshaus Sudetenland, 1994, ISBN 978-3-922423-99-7, S. 97 (Snippet-Ansicht) (google.de).