Helmut Warneke (* 31. Mai 1927 in Bremen; † 7. November 2017 in Ostfildern-Ruit) war ein deutscher Silberschmied und Produktdesigner. Er war von 1954 bis 1958 Mitarbeiter bei Wilhelm Wagenfeld in der Werkstatt Wagenfeld in Stuttgart. Danach arbeitete Warneke als selbstständiger Kunsthandwerker und Designer in Stuttgart und Ostfildern-Ruit u. a. für die Firmen Franz Bahner, Düsseldorf, Gebrüder Deyhle, Schwäbisch Gmünd, Carl Prinz, Solingen, Peter Prass, Solingen, Peter Bruckmann und Söhne, Heilbronn, Honer & Grimm, Spaichingen und WMF, Geislingen.
Helmut Warneke erhielt seine Ausbildung als Ziseleur von 1945 bis 1948 an der Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld. Bereits während seiner Ausbildung belegte er Abendkurse an der Bremer Kunstschule und studierte danach von 1948 bis 1949 an der Kunstschule. Von 1950 bis 1952 studierte Helmut Warneke an der Staatlichen Höheren Fachschule für das Edelmetallgewerbe Schwäbisch Gmünd bei den Dozenten Wilhelm Braun-Feldweg, Karl Dittert und Paul Mahringer Silberschmieden, Zeichnen, Entwurf und Gestaltung. 1952 bis 1954 kehrte er als Entwurfszeichner an die Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld zurück. Im Jahr 1953 heiratete er die Emaille-Meisterin Fridl Wartner, die ebenfalls in Schwäbisch Gmünd die Fachschule besucht hatte. Mit ihr gründete Helmut Warneke die erste Werkstatt in Bremen. Ihre kunsthandwerkliche Zusammenarbeit dauerte bis Ende der 1960er Jahre. 1954 siedelten beide endgültig in den Raum Stuttgart über.
Helmut Warneke folgte dem Ruf von Wilhelm Wagenfeld, der für seine neugegründete Entwicklungswerkstatt in Stuttgart einen „formlich und handwerklich begabten Silberschmied“ suchte. Wagenfeld beauftragte ihn, die Metallwerkstatt in der Werkstatt Wagenfeld, wie sie später genannt wurde, einzurichten. Von 1954 bis 1958 arbeitete Warneke dort als Silberschmied. Viele Handmodelle entstanden in dieser Zeit (z. B. Besteck 4200 Atlanta für WMF, Bowlenlöffel für Buchsteiner, der silberne Kelch: Wagenfeld Werkverzeichnis WV586 etc.) 1958 legte Helmut Warneke seine Meisterprüfung als Silberschmied ab und gründete seine eigene Werkstatt in Stuttgart-Sillenbuch. Dort verband er die Tätigkeit des Silberschmiedens mit der Entwurfsarbeit für die Industrie. Als Silberschmiedearbeiten entstanden sowohl sakrales Gerät wie Leuchter und Abendmahlsgarnituren in Auftragsarbeit für Kirchengemeinden als auch Bestecke, Leuchter, Tee- und Kaffeekannen für internationale Wettbewerbe. Als Designer schuf Helmut Warneke in seiner Werkstatt Entwürfe und Handmodelle für die Industrie, wie das Besteck Serenade für Bahner oder das Tee- und Kaffeeservice für Gebr. Deyhle, dessen Kaffeekanne 1959 den zweiten Preis im internationalen Wettbewerb Die silberne Kaffeekanne erhielt. Außerdem entwickelte er Kinderspielzeug wie das Steckspiel Losta (1959) für die Fa. Dusyma, Miedelsbach bei Schorndorf. Durch Vermittlung des Landesgewerbeamtes (LGA) Stuttgart entstanden und vertieften sich die Beziehungen zur Industrie. Im Jahr 1963 zog die inzwischen sechsköpfige Familie samt Werkstatt in ein eigenes Haus in Ostfildern Ruit um. Von 1966 bis 1969 nahm Helmut Warneke den Silberschmiedemeister Gunter Rudolph als freien Mitarbeiter in seine Werkstatt.
Helmut Warneke trat 1963 zusätzlich zur Weiterführung seiner eigenen Werkstatt in vertragliche, selbstständige Zusammenarbeit mit der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) Geislingen, wo er einen eigenen Arbeitsraum erhielt. In der Folgezeit entstanden viele Entwürfe, die in Serie gingen:
Die Zusammenarbeit mit WMF endete 1990 mit Warnekes Eintritt in den Ruhestand. Neben dieser Tätigkeit als Produktdesigner arbeitete Helmut Warneke weiterhin als selbstständiger Kunsthandwerker.
Helmut Warneke war Mitglied im Bund der Kunsthandwerker Baden-Württembergs sowie im Verband Deutscher Industriedesigner (VDID). In diesem Zusammenhang traf er auch Hans Warnecke, beispielsweise auf einer Tagung in Geislingen am 4. Dezember 1959. – Mit dem älteren Hans Warnecke kam es leider zu mehrfachen Verwechslungen.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Silberschmied und Produktdesigner zeichnete und aquarellierte Helmut Warneke während seines ganzen Lebens. In seinem Nachlass befinden sich über tausend Zeichnungen und Aquarelle „nach der Natur“ oder als „Farbstudien“, wie er sie nannte. Diese bildeten eine der Ressourcen seines immensen gestalterischen Schaffens.
1950er Jahre
1960 bis 1970
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Fortsetzung 1960er:
1970 bis 1979
1980 bis 1991
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| Personendaten | |
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| NAME | Warneke, Helmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Silberschmied und Produktdesigner |
| GEBURTSDATUM | 31. Mai 1927 |
| GEBURTSORT | Bremen |
| STERBEDATUM | 7. November 2017 |
| STERBEORT | Ostfildern-Ruit |