
Henry Garratt-Adams (auch H. Garratt-Adams; * 1916; † 6. September 1992) war ein britischer Philatelist, Verleger und Händler philatelistischer Literatur. Bekannt wurde er vor allem durch seine in Kinnersley Castle in Herefordshire aufbewahrte umfangreiche Bibliothek philatelistischer Literatur, die in den 1990er Jahren katalogisiert und versteigert wurde.
Garratt-Adams war im Bereich der philatelistischen Literatur als Sammler, Händler, Herausgeber und Verleger tätig. Nach Darstellung von Stanley M. Bierman begann er in den 1940er Jahren mit philatelistischer Literatur, nachdem er eine Bibliothek seines namensgleichen Großvaters übernommen hatte. 1948 erwarb er Bestände des britischen Philatelisten und Literaturhändlers F. Hugh Vallancey.
1954 erwarb Garratt-Adams Kinnersley Castle in Herefordshire. Das Schloss war nach dem Zweiten Weltkrieg vom Abriss bedroht und blieb danach im Besitz der Familie Garratt-Adams.
Garratt-Adams gab die kurzlebige Zeitschrift The Philatelic Guide heraus, die 1961 in zwei Bänden erschien und in der er philatelistische Literatur zum Verkauf anbot. Ab 1963 veröffentlichte er unter dem Titel Philatelic Literature Auctions Auktions- bzw. Verkaufskataloge für philatelistische Literatur. Zwischen dem 8. April 1963 und dem 16. Juni 1970 erschienen 21 Ausgaben; eine bibliografische Übersicht beschreibt sie als hektografierte und geheftete Auktionskataloge im Legal-Format.
Als Sammler befasste sich Garratt-Adams unter anderem mit den Briefmarken von Nepal, Tibet, Indien und den indischen Fürstenstaaten. Im Nachrufhinweis der Zeitschrift Postal Himal wurde er als früher Bearbeiter der Nepal-Philatelie bezeichnet; besonders hervorgehoben wurde sein Beitrag zu den nepalesischen Pashupati-Ausgaben von 1941 bis 1946.
Garratt-Adams besaß eine umfangreiche Bibliothek philatelistischer Literatur. Bierman nennt darunter frühe und seltene Werke wie einen originalen Berger-Levrault-Katalog vom Dezember 1861 und Potiquet-Kataloge. Nach Garratt-Adams’ Tod wurde der Bestand durch Robert Danzig gesichtet und katalogisiert. Danzig veröffentlichte darüber 1994 einen Fachaufsatz unter dem Titel The story of the H. Garratt-Adams Philatelic Library. Bierman zufolge wurde das Material über etwa ein Jahr katalogisiert und am 23. und 24. Oktober 1994 öffentlich versteigert.
Nach späteren Angaben des Literaturhändlers Burkhard Schneider war die Garratt-Adams-Bibliothek so umfangreich, dass sie zwischen 1994 und 1997 in drei Auktionen bei Huys-Berlingin in Liechtenstein verkauft wurde; weitere Teile kamen 1999 und 2002 bei Schwanke & Sohn in Hamburg zur Auktion. Brian J. Birch nennt für den Verkauf der philatelistischen Bibliothek insgesamt rund 10.000 Lose.
Auch Garratt-Adams’ Briefmarkensammlungen wurden nach seinem Tod versteigert. Im Frühjahr 1993 verkaufte Christie’s Robson Lowe seine Nepal- und Tibet-Sammlungen. Postal Himal berichtete unter anderem von zahlreichen vollständigen Bogen und nannte als Zuschläge etwa 4000 Pfund für ein ungebrauchtes vollständiges Nepal-Halb-Anna-Bogenlos sowie 9000 Pfund für eine große Gruppe der ersten Tibet-Ausgabe; Käuferaufgelder waren darin nicht enthalten.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Garratt-Adams, Henry |
| ALTERNATIVNAMEN | Garratt-Adams, H. |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Philatelist, Verleger und Händler philatelistischer Literatur |
| GEBURTSDATUM | 1916 |
| STERBEDATUM | 6. September 1992 |