Herbert Fiebig (* 29. Oktober 1912 in Berlin; † 31. Dezember 2002) war ein deutscher Pressefotograf in der DDR.
Fiebig war der Sohn des aus dem schlesischen Langenbielau stammenden evangelischen Tischlers Gustav Adolf Fiebig (1887–1953) und dessen Ehefrau Frieda Louise geb. Weidner (1885–1914). Die Familie wohnte in der Berlin-Kreuzberger Wrangelstraße 6. Da die Mutter gestorben war und der Vater zur Teilnahme am Ersten Weltkrieg eingezogen wurde, wurde Herbert 1914 mit seiner Schwester Ella (1910–1941) bei fremden Leuten untergebracht. Nachdem der Vater 1916 die Näherin Meta Anna Auguste Biernoth (1890–1947) geheiratet hatte, kamen sie nach Breslau zu deren Eltern, dem Böttcher Robert Biernoth und dessen Ehefrau Anna Johanna Auguste geb. Marticke. Dort absolvierte Herbert mit guten Leistungen die Volksschule. Er ging dann zurück nach Berlin und begann eine kaufmännische Lehre, die er 1928 aus Sorge vor drohender Arbeitslosigkeit abbrach. Stattdessen machte er bei einer grafischen Firma in Berlin eine vierjährige Lehre als Tiefdruckätzer. In dieser Zeit entstand sein Interesse an der Fotografie. Er schaffte sich eine einfache Kamera an, beschäftigte sich mit der Arbeiterfotografie, besuchte Fotokurse der Naturfreunde und hatte wohl bis zur NS-Machtergreifung als Foto-Amateur schon Veröffentlichungen in der Presse.
Von 1932 bis zur Entlassung 1934 arbeitete er in seinem Beruf als Geselle, und bis zum September 1934 war er ein halbes Jahr im Freiwilligen Arbeitsdienst. Dann hatte er bis 1936 Aushilfsbeschäftigungen bei den Druckereien des August Scherl-Verlags, des Mosse-Verlags, der Otto Elsner Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung und der Rotophot A.G. Von 1936 bis 1938 arbeitete er bei Meyer-Druck.
Fiebig war wohl politisch indifferent, aber er verspürte Unbehagen gegenüber dem NS-Einfluss auf das Unternehmen, und nachdem er 1937 geheiratet hatte, war ihm auch die Verpflichtung zum Dienst in der Werkschar lästig. Er kündigte 1938 das Arbeitsverhältnis, zog mit seiner Familie nach Breslau und wurde dort Leiter der Bildherstellung im Tiefdruck des Bergstadtverlags Wilhelm Gottlieb Korn. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Er nahm am Zweiten Weltkrieg teil und war bis 1949 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Seine Frau flüchtete mit den Kindern 1945 aus Breslau nach Bayern, von wo sie dann nach Berlin zog.
Als Fiebig in Berlin in seinem Beruf keine Beschäftigung fand, kam er als Amateur in einer sowjetischen Dienststelle für Pressefotoarbeiten unter. Von Oktober 1949 bis 1953 arbeitete er als Pressefotograf, insbesondere für Lokales, bei der Täglichen Rundschau und gelegentlich auch für die Neue Berliner Illustrierte und das Neue Deutschland. Ab 1953 war er freiberuflich als Bildreporter für Zeitungen, Publikums- und Fachzeitschriften und Illustrierte der DDR tätig. Er schuf insbesondere Reportagen aus Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und volkseigenen Industriebetrieben und von politischen und kulturellen Höhepunkten, Porträts von Prominenten, von Menschen bei der Arbeit, Architektur- und Modefotografien. U. a. veröffentlichte die Bauzeitung Aufnahmen Fiebigs. Ab 1954 hatte Fiebig für die Zeitschrift Freie Welt eine Vielzahl von Auslandseinsätzen in der Sowjetunion und weiteren befreundeten Staaten.
Fiebig war bis 1990 Mitglied des Verbands der Journalisten der DDR und von 1965 bis 1969 Gründungsmitglied der Pressefotografengruppe signum.
Um 1976 beendete er altersbedingt seine Arbeit im Ausland, und 1980 ging er in Altersrente.
Fiebig wohnte in Berlin-Johannisthal und in Berlin zuletzt in Köpenick, Zur Nachtheide 30.
Er starb in einem Seniorenheim in der Nähe von Flensburg, wurde aber in Berlin bestattet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fiebig, Herbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Pressefotograf in der DDR |
| GEBURTSDATUM | 29. Oktober 1912 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 31. Dezember 2002 |