Herbert Giffei (* 3. Juli 1908 in Hamburg; † 20. Februar 1995) war ein deutscher Pädagoge, Theaterpädagoge und Publizist.
Giffei studierte an der Philipps-Universität in Marburg für das Lehramt die Fächer Germanistik und Geschichte, außerdem Philosophie und Kunstgeschichte. Er promovierte 1931 bei Harry Maync (1874–1947) zum Thema Christian Morgenstern als Mystiker. In seiner literaturwissenschaftlichen Dissertation sieht Giffei in der Mystik „das ganz besondere Charakteristikum dieser eigentümlichen Dichtergestalt“, interpretiert Morgenstern als Vertreter eines „theomonistischen Pantheismus“ und erkennt eine „Wesensverwandtschaft“ zwischen diesem und Meister Eckehart.
Ab 1932 führte er Martin Luserkes Darstellendes Spiel als Bewegungsspiel an reformpädagogischen Schullandheimen ein.
Giffei arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Lehrer an dem 1947 gegründeten Jugendhof Barsbüttel und danach an einer Schule in Oldenburg i. O. Während dieser Zeit beteiligte er sich aktiv an einer Bauhütte Luserkes an der Gelehrtenschule in Meldorf und nahm dazu 1952 an einem Interview des Norddeutschen Rundfunks teil.
Giffeis Bühnenstück Der Eseltreiber von Teramo entstand in einer Bauhütten-Gemeinschaftsarbeit mit der Gruppe 55 am Jugendhof Barsbüttel.
Zwischen 1954 und 1973 war er an der Walddörferschule in Hamburg-Volksdorf als Lehrer tätig und adaptierte dort wie zuvor Luserkes Laienspiel, das dieser zwischen 1947 und 1952 als Meldorfer Spielweise bezeichnet hatte. Dazu verfasste er eigene Bühnenstücke.
Giffei kritisierte Ansätze, das Darstellende Spiel zu pädagogisieren. Stattdessen versuchte er, theaterspezifische Bildungsansätze aufzuzeigen.
Er charakterisierte Luserke als Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik. Er habe das Segeln an der Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist, die Musik z. B. mit Eduard Zuckmayer, Kurt Sydow und Heinrich Lohse sowie die spezifischen Züge schulischer Theaterpraxis als Gestaltungs- und Existenzformen „evidenter Erlebnisse“ angesehen. Erlebnishaft-emotionale Wesenskräfte von Kindern und Jugendlichen müssten sich durch das künstlerisch-musische Schaffen in ihrer äußeren Gestalt verwirklichen können.
Mit Luserke, einem Reformpädagogen, Barden, Theaterschaffenden und Schriftsteller, war er befreundet. Giffei gab in der Nachkriegszeit für die von Hubert H. Kelter, dem Geschäftsführer der Handelskammer Hamburg und Leiter der dortigen Commerzbibliothek, geleitete Martin-Luserke-Gesellschaft Werke Luserkes neu heraus. Posthum veröffentlichte und kommentierte er 1974 Luserkes unvollendetes Alterswerk Agitur ergo sum – Versuch einer morphologischen Deutung des Ur-Zusammenhangs von Theater und Bewusstsein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Giffei, Herbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Theaterpädagoge |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1908 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 20. Februar 1995 |