Hermann Haering (* 4. Mai 1886 in Stuttgart; † 18. Dezember 1967 in Köngen) war ein deutscher Historiker, Bibliothekar und Archivar.
Hermann Haering, Sohn des Tübinger Theologieprofessors Theodor von Haering (1848–1928), studierte Geschichte, Germanistik und Lateinische Philologie an den Universitäten Tübingen, Bonn, Freiburg/Br. und Berlin, wo er 1910 promoviert wurde. In Tübingen wurde er Mitglied der Studentenverbindung Luginsland. Seit 1910 war er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Generallandesarchiv Karlsruhe. Nach dem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg war er von 1919 bis 1933 Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Tübingen (seit 1922 stellvertretender Direktor) und widmete sich hier vor allem der Handschriftenabteilung und dem Universitätsarchiv. Im Jahre 1933 wechselte er als Archivar nach Stuttgart und leitete hier die Württembergische Archivdirektion und das Staatsarchiv Stuttgart. 1935 wurde er außerdem Vorsitzender des Württembergischen Geschichts- und Altertumsvereins und 1936 der Württembergischen Kommission für Landesgeschichte. Nach seiner 1945 erfolgten Entlassung aus dem Staatsdienst durch die amerikanische Militärregierung kümmerte er sich um das Archiv der Evangelischen Landeskirche Württembergs.
Große Verdienste erwarb sich Haering durch die Herausgabe und Bearbeitung der 9. Auflage der von Friedrich Christoph Dahlmann und Georg Waitz begründeten „Quellenkunde der deutschen Geschichte“, die 1931/1932 erschien.
Der Nachlass von Hermann Haering, darunter 136 Bände Tagebücher aus den Jahren von 1898 bis 1967, befindet sich im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Signatur J 40/15).
Sein Bruder war der Tübinger Philosophieprofessor Theodor Lorenz Haering (1884–1964).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Haering, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Bibliothekar und Archivar |
| GEBURTSDATUM | 4. Mai 1886 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
| STERBEDATUM | 18. Dezember 1967 |
| STERBEORT | Köngen |