Nachdem er 1927 das Studium abgeschlossen hatte, übernahm er die Leitung der Entwurfsabteilung im Büro von Karl Foerster und Herta Hammerbacher in Potsdam-Bornim. Er entwickelte Ortsplanungen, Städtebauprojekte, führte aber auch diverse Objektplanungen im Landschaftsbau durch.
In den 30er Jahren entwarf Mattern zusammen mit anderen Landschaftsarchitekten und Adolf Loos ein Konzept zum Garten der Müllerova vila.
Mattern gestaltete eine Vielzahl von Gärten für die Landhäuser der Architekten Otto von Estorff und Gerhard Winkler,
welche in den 1930er Jahren den Landhausstil im Raum Potsdam prägten. Ihm oblag auch die Gestaltung des Gartens für das Marinelazarett Stralsund.
Am 2. Dezember 1939 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Januar 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.409.839).
Nach Kriegsende betrieb er zusammen mit Ernst Röttger und Arnold Bode 1948 die Wiedereinrichtung der Kunstakademie Kassel (unter dem Namen Werkakademie, später Staatliche Hochschule für Bildende Künste). Ab 1948 war er Professor am dortigen Seminar, später Abteilung für Landschaftskultur.
Von 1950 bis 1955 war er an Vorbereitung und Durchführung der Bundesgartenschau in Kassel beteiligt. In dieser Zeit stieß er 1953 zum Club 53 um Arnold Bode.
Danach war er auch in Bonn und erneut in Stuttgart tätig.
Im Jahr 1961 nahm er eine Professur für Landschaftsbau und Gartenkunst an der Technischen Universität Berlin an und hatte diese Funktion bis 1970 inne. 1965 gründete Hermann Mattern die „Karl-Foerster-Stiftung für angewandte Vegetationskunde“ in Berlin.
1928 heiratete er Herta Hammerbacher. Aus der Ehe ging eine Tochter, Merete Mattern hervor. Die Ehe wurde 1935 wieder geschieden. Die Familie beauftragte 1932 Hans Scharoun mit dem Bau eines Hauses in Potsdam-Bornim (Florastr. 53), welches 1934 fertiggestellt wurde. 1935 heiratete er die Fotografin Beate zur Nedden.
Der Nachlass Mattern befindet sich im Universitätsarchiv der TU Berlin.
Publikationen
Freiheit in Grenzen (Bilder v. Gärten), Kassel: Bärenreiter, 1938
Hermann Mattern (Hrsg.), Fritz Caspari [u.a.] (Mitarb.): Die Wohnlandschaft: Eine Sammlung von Aussagen über die menschliche Tätigkeit in der Landschaft, Stuttgart: Hatje, 1950
Kasseler Gartenbuch: zugleich Ausstellungskatalog der Bundesgartenschau Kassel 1955; Kassel: Bundesgartenschau, 1955 (Gesamtplanung und künstlerische Leitung: Hermann Mattern)
Erika Brödner, Immanuel Kroeker, Maximilian Debus, Hermann Mattern (Mitarb.): Schulbauten; 2. umgearb. Aufl., München: Rinn, um 1951
mit Beate Mattern: Gärten und Gartenlandschaften, geplant u. gebaut von Hermann Mattern, besprochen u. beschrieben mit Beate Mattern, Stuttgart: Hatje, 1960
Gras darf nicht mehr wachsen: 12 Kap. über d. Verbrauch d. Landschaft, (Bauwelt Fundamente, 13); Berlin, Frankfurt/M., Wien: Ullstein, 1964
Flurlandschaft; in: Ernst May: Stadtlandschaft, (Berichte aus der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft zur Verbesserung der Agrarstruktur in Hessen e.V., 16); Wiesbaden: AVA-Arbeitsgemeinschaft z. Verbesserung d. Agrarstruktur in Hessen e.V., 1964
mit Peter Pfankuch: Peter Joseph Lenné (Ausstellungskatalog); Berlin: Senator f. Wissenschaft u. Kunst / Akademie d. Künste, 1966
Diez Brandi: Hermann Mattern, Planung und Gestaltung von Gärten, (Werkstattbericht … des Kunstdienstes, 12), Berlin: Riemenschneider, 1941
Vroni Hampf-Heinrich: Hermann Mattern: 1902–1971; Gärten, Gartenlandschaften, Häuser; Ausstellung der Akademie der Kuenste und der Technischen Universität Berlin, vom 17. Oktober bis 17. November 1982, (Akademie-Katalog, 135), Berlin: Akad. d. Kuenste, 1982, ISBN 3-88331-923-6
Vroni Heinrich: Hermann Mattern: Gärten – Landschaften – Bauten – Lehre: Leben und Werk. Berlin: Technische Universität, 2013, ISBN 978-3-7983-2525-8 (print) 978-3-7983-2526-5 (doi:10.14279/depositonce-4820)
Dorothea Hokema: Ökologische Bewußtheit und künstlerische Gestaltung: über die Funktionsweise von Planungsbewußtsein anhand von drei historischen Beispielen: Willy Lange, Paul Schultze-Naumburg, Hermann Mattern, (Beiträge zur Kulturgeschichte der Natur, 5; zugl.: Berlin, Techn. Univ., Diplomarbeit, 1994), 2. Aufl.: Berlin: Eisel / Freising-Weihenstephan: Trepl, ISBN 3-931472-04-3
Thomas Bufe: Gartendenkmalpflegerische Bestandsaufnahme der privaten und öffentlichen Anlagen Matterns in Deutschland nach 1945 (unveröffentlichter Vortrag am 22. November 2002, im Rahmen der vom Institut für Landschafts- und Umweltplanung der Technischen Universität Berlin organisierten Vortragsveranstaltung „Grüne Moderne passé?“ zum 100. Geburtsjahr von Reinhold Lingner und Hermann Mattern)
Clemens Alexander Wimmer: Wir wurden nicht gezwungen. Hermann Matterns Schlosspark für den Reichsstatthalter Artur Greiser in Jeziory (Großpolen). In: Die Gartenkunst 2022/1, S. 151–164.
↑Mirl Redmann:Das Flüstern der Fußnoten. Zu den NS-Biografien der documenta Gründer*innen*. In: documenta (Hrsg.): documenta studien. Nr.9. Kassel Juni 2020, S.19 (documenta-studien.de[PDF; abgerufen am 20.September 2021]).
↑Mattern, Hermann.In:Catalogus Professorum TU Berlin.Abgerufen am 28.Juli 2023.