Heslach

Wappen von Stuttgart
Wappen von Stuttgart
Heslach
Stadtteil von Stuttgart
Karte
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Koordinaten 48° 45′ 36″ N, 9° 9′ 0″ OKoordinaten: 48° 45′ 36″ N, 9° 9′ 0″ O
Fläche 1,06 km²
Einwohner 11.140 (31. Mai 2020)
Bevölkerungsdichte 10.509 Einwohner/km²
Postleitzahl 70192
Vorwahl 0711
Stadtbezirk Stuttgart-Süd
Quelle: Datenkompass Stuttgart

Heslach (von 1889 bis 1935 Karlsvorstadt Heslach) ist ein Stadtteil im Stuttgarter Stadtbezirk Süd.

Lage

Heslach befindet sich im Nesenbachtal rund 2,5 km südwestlich vom Stuttgarter Stadtkern. Geographisch liegt es südlich des Hasenbergs und nördlich der Filderebene. Politisch grenzt es im Westen an den Stadtteil Südheim, im Süden an Haigst (Stadtbezirk Degerloch), im Osten an Weinsteige, Lehen und Karlshöhe und im Norden an Rotebühl und Hasenberg (jeweils Stadtbezirk West).

Geschichte

Heslach 1682
Alte Heslacher Kirche (1580–1882)

Im Codex Hirsaugiensis wird die Ortschaft Burchhalden (Burghalden) ersterwähnt. Dort steht geschrieben, dass der Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden elf Höfe 1077 an das Kloster Hirsau schenkte. Da sich in Heslach 1458/59 elf Hirsauer Höfe befanden, identifizieren Forschende die Ortschaft Burchhalden als Alt-Heslach. Die zugehörige Burg Heslach soll bereits vor 1312 eingegangen sein.

„Heslach“ wurde 1334 im Esslinger Urbar als Haslach erstmals erwähnt, 1350 als Haselach, 1393 als Häslach. Der Name entwickelte sich aus dem Namen des heute verdolten Haselbachs.

Im Jahr 1497 ist die Wallfahrtskapelle „Zu unserer lieben Frau“ bezeugt, wahrscheinlich am Bihlplatz gelegen.

Einer Sage nach wurde der württembergische Herzog Ulrich von Württemberg auf der Flucht aus Stuttgart anno 1518 von den Heslachern verraten. Als er zurückkehrte, mussten die Heslacher zur Strafe sonntags zum Kirchgang blaue Strümpfe tragen – daher ihr Ortsneckname Blaustrümpfler.

Herzog Ulrich von Württemberg ließ die Kapelle 1542 abreißen, die Steine wurden zum Teil im Neuen Bau in Stuttgart wiederverwendet. 1554–1580 wurde eine reformierte evangelische Kirche errichtet, sie bildete am heutigen Bihlplatz die historische Ortsmitte Heslachs und wurde 1882 abgerissen.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Heslacher überwiegend vom Weinbau. Noch zur Jahrhundertwende bestand der Südhang des Hasenberges aus drei großen Weinberglagen, die heute nur noch in Straßennamen fortleben: Afternhalde, Wanne und Gebelsberg. Ab der Gründerzeit füllte sich der Talkessel mit Mietshäusern.

Um 1860 wurde Heslach eingemeindet. Aus Anlass des 25-jährigen Kronjubiläums von König Karl I. von Württemberg trug Heslach ab 1889 den Namen Karlsvorstadt. Die Bezeichnung Karlsvorstadt Heslach wurde 1935 im amtlichen Verkehr durch die Bezeichnung Stadtteil Heslach ersetzt.

Bauwerke

Die Heslacher Wasserfälle gehören zum Vaihinger Stadtteil Dachswald.

Verkehr

Haltepunkt Stuttgart-Heslach vor 1900

Galerie

Mediale Rezeption

Im Jahre 1997 veröffentlichte der Künstler Thomas D das Lied Killesberg Baby. Der Künstler erzählt dabei aus der Ich-Perspektive von einer Liebesbeziehung zwischen ihm und einer Frau vom Killesberg, die aus wohlhabenden Verhältnissen stammt. Der Erzähler hingegen stammt aus Heslach („Killesberg Baby – ich bin aus Heslach“) und die Beziehung scheitert letztendlich an den sozialen Differenzen der beiden Beteiligten. Das Lied erschien auf dem Album Solo, welches Rang 20 in den Charts erreichte.

Commons: Stuttgart-Heslach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Heslacher Geschichte (Stuttgart-Sued): Jahreszahlen. Abgerufen am 21. Februar 2025.
  2. 1 2 3 Heslach - Wohnplatz - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 17. Dezember 2024.
  3. ↑ Helmut Dölker: Die Flurnamen der Stadt Stuttgart in ihrer sprachlichen und siedlungsgeschichtlichen Bedeutung (= Tübinger Germanistische Arbeiten, Band 16). Stuttgart 1933, S. 140.
  4. ↑ Die evangelische Kreuzkirche in Stuttgart-Heslach. 2006, abgerufen am 17. Dezember 2024.
  5. ↑ Blaustrümpflerweg. In: stuttgart.de. Abgerufen am 18. Dezember 2024.
  6. ↑ Max Bach (Hrsg.), Carl Lotter: Bilder aus Alt-Stuttgart. Stuttgart 1896, S. 21 (Digitalisat)
  7. ↑ Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung: Rahmenplan Alt-Heslach. In: stuttgart.de. Januar 2007, abgerufen am 17. Dezember 2024.
  8. ↑ Stuttgart - Heslach Alte evangelische Kirche um 1800 - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 17. Dezember 2024.
  9. 1 2 Die räumliche Gliederung Stuttgarts in Stadtbezirke und Stadtteile. Abgerufen am 18. Dezember 2024.
  10. ↑ ThomasD.net Liedtext Killesberg Baby. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Mai 2014; abgerufen am 9. Mai 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. ↑ ThomasD.net Diskografie. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. Mai 2014; abgerufen am 9. Mai 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.