Der Begriff Heteronationalismus bezeichnet die ideologische Verbindung zwischen Nationalismus und Heteronormativität, durch die Heterosexualität und traditionelle sexuelle Wertvorstellungen als Kennzeichen von Zugehörigkeit, Zusammenhalt und nationalem Stolz sowie als Kriterien der Überlegenheit gegenüber anderen Nationen, Kulturen oder sozialen Gruppen verwendet werden.
Der Begriff wird verwendet, um zu beschreiben, wie bestimmte nationalistische Diskurse auf Homophobie und Heteronormativität zurückgreifen, um die Merkmale der nationalen Identität zu definieren, in der Regel in Abgrenzung zu liberalen politischen Maßnahmen, die mit der westlichen Welt in Verbindung gebracht werden.
In heteronationalistischen Diskursen werden LGBTI-Personen häufig als Gruppen dargestellt, deren Zugehörigkeit und Loyalität zur Nation infrage gestellt werden, da sie mit als importiert oder dekadent angesehenen Wertvorstellungen in Verbindung gebracht werden. In diesem Rahmen werden sie häufig als innere Träger eines äußeren Einflusses dargestellt, der als Bedrohung für die moralische, kulturelle oder demografische Integrität der Nation wahrgenommen wird.