Das Kirchdorf liegt in der Rhön im Tal der Streu, eines rechten Nebenflusses der Fränkischen Saale, auf 383mü.NHN. Südlich der Ortschaft mündet der Eisgraben in die Streu. Östlich von Heufurt erhebt sich der 516mü.NHN hohe Heufurter Kopf. Die Bundesstraße 285 verbindet den Ort mit Fladungen, das zwei Kilometer nordöstlich liegt, und Nordheim vor der Rhön, etwa drei Kilometer südlich. Zudem stellt die Kreisstraße NES26 nördlich des Ortes eine Verbindung nach Hausen her. Heufurt besaß einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Mellrichstadt–Fladungen, die 1976 im Personenverkehr stillgelegt wurde. Die Strecke wird gelegentlich noch von der Museumsbahn Rhön-Zügle befahren, allerdings ohne Halt in Heufurt.
Geschichte
Heufurt wurde im Jahr 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Die Dorfmauer von Heufurt ist auch heute noch teilweise erhalten. Im Jahr 1635 starb ein Großteil der Heufurter Bevölkerung an der Pest, 1693 zerstörte ein Brand die Ortschaft vollständig. Im Jahr 1875 zählte der Ort 224 Einwohner und 237 Gebäude. In den Jahren 1896, 1898 und 1933 war Heufurt erneut von schweren Bränden betroffen, zudem wurden im Zweiten Weltkrieg kurz vor Kriegsende 1945 einige Gebäude zerstört. Am 25. November 1944 musste ein US-amerikanischer Bomber bei Heufurt notlanden, zur Erinnerung daran wurde 2012 ein Gedenkstein errichtet.
Heufurt wurde am 1. Mai 1978 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Fladungen eingemeindet.
Religion
Die an einem Berghang gelegene katholische Kirche St. Jakobus der Ältere wurde am 24. August 1710 geweiht. Heufurt ist ein Teil der Pfarreiengemeinschaft Fladungen–Nordheim im Pastoralen Raum Mellrichstadt innerhalb des Bistums Würzburg.
Vereine
In Heufurt gibt es einen Musikverein, einen Turn- und Sportverein, eine Soldaten- und Schützenkameradschaft und eine Freiwillige Feuerwehr. Seit 1984 veranstaltet die Soldaten- und Schützenkameradschaft jährlich das Backhausfest.
Persönlichkeiten
Leopold Hahn (1894–1970), Bildhauer, geboren in Heufurt
Literatur
Beschreibung des Filial-Dorfs Heufurt, in: Franz Georg Benkert, Historisch-topographisch-statistische Beschreibung von dem Marktflecken Nordheim vor der Rhöne nebst den Filial-Dörfern der Pfarrei: Heufurt, Roth mit der alten Hildenburg, und Neustädtles, Würzburg 1821, Seite 169 ff. urn:nbn:de:bvb:12-bsb10727952-7
Heufurt, in: Helmut Kiesel, Fladungen – Eine Chronik, Fladungen 1985, Seite 65 f.
↑Reinhold Albert: Urkundliche Ersterwähnungen der Städte und Gemeinden im Landkreis Rhön-Grabfeld. S.4. (online). Abgerufen am 13. August 2021.
↑Hermannus herbipolensis ecclesiae episcopus a nobili viro Ottone iuniore comite de Botenloube castra Hiltenburg et Lichtenberg pretio quatuer millium et trecentarum marcarum comparat. [Bischof Hermann von Würzburg, erwirbt die Burgen Hildenburg und Lichtenburg von dem Edlen Otto dem Jüngeren, Grafen von Botenlauben, zum Preis von 4.300 Mark. Urkunde im Dezember 1230 in Würzburg ausgestellt]. In: Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Monumenta Boica. 37 = Collectio nova 10, Monumenta episcopatus Wirziburgensis: 788 - 1287. München 1864, S.236 (Latein, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10334095-8 (Digitalisat)[abgerufen am 26.Juli 2026]).
123Stadtteile auf der Website der Stadt Fladungen. Abgerufen am 16. August 2021.