
Hieronymus Henninges, auch Hennings, Hennigius (* 1536 in Lüneburg; † 28. Februar 1597 ebenda), war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Autor genealogischer Schriften.
Hieronymus Henninges war ein Sohn des lutherischen Superintendenten von Lüneburg, Friedrich Henninges († 1563). Er besuchte das Johanneum Lüneburg, wo er Schüler von Lucas Lossius war. Im April 1555 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg. Hier gehörte er zur letzten Generation der noch durch Philipp Melanchthon († 1560) humanistisch geprägten Studenten vor der strikten Konfessionalisierung der Universität durch Gnesiolutheraner und Lutherische Orthodoxie.
Am 9. März 1560, kurz vor Melanchthons Tod, erfolgte seine Graduierung als Magister. Nach Johann Hübner kehrte er daraufhin in seine Heimatstadt zurück und wurde hier Prediger (Diaconus). Vielleicht blieb er aber auch in Wittenberg, denn am 4. August 1562 wurde er in den Senat der philosophischen Fakultät rezipiert. Unstrittig ist, dass er 1563 Archidiaconus und 1569 (Haupt-)Pastor der Lüneburger Hauptkirche St. Johannis wurde und hier bis an sein Lebensende wirkte.
Seit 1566 war er verheiratet mit Rikele, geb. Luterloh.
Henninges wurde nicht so sehr durch sein pastorales Wirken, sondern als Genealoge bekannt, der „eifrig sammelte und zuverlässig arbeitete“.

Heinrich Rantzau war sein Hauptförderer. Henninges sorgte für die Erstveröffentlichung des von Petrus Albinus erstellten Stammbaums der Rantzau-Tafel, die als Kupferstich Frans Hogenbergs erstmals 1587 in Henninges’ Werk Genealogiae aliquot familiarum nobilium in Saxonia erschien. Aus diesem Jahr ist auch ein lateinischer Brief erhalten, den Henninges mit einem Exemplar der Genealogiae an König Friedrich II. von Dänemark schrieb und den Andreas Schumacher in seine Sammlung Gelehrter Männer Briefe an die Könige in Dännemark aufnahm.

Henninges konnte das Manuskript seines Hauptwerks Theatrum genealogicum ostentans omnes omnium aetatum familias … 1578 vollenden und einzelne Teile daraus bis 1587/88 veröffentlichen, doch kam das vierbändige Werk vollständig erst nach seinem Tode 1597/98 in Magdeburg im Druck heraus. Es enthält Regenten-Stammbäume von Anbeginn der Welt bis auf seine Zeit, die Henninges geschichtstheologisch als quarta monarchia (4. Weltreich) nach Daniel 7 deutet. Das ganze Werk ist reich mit Wappen und Bannern illustriert. Diese erscheinen hier oftmals zum ersten Mal im Druck, so beispielsweise das Banner Skanderbegs, auf das die heutige Flagge Albaniens zurückgeht. Das umfangreiche Werk wurde von seinen Zeitgenossen und auch noch späteren Forscher-Generationen wie Ernst Joachim von Westphalen und Anton Christian Wedekind sehr geschätzt. Die römisch-katholische Glaubenskongregation setzte das Werk dagegen im Dekret vom 21. Juli 1603 auf den Index.
| Personendaten | |
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| NAME | Henninges, Hieronymus |
| ALTERNATIVNAMEN | Hennings, Hieronymus; Hennigius, Hieronymus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Autor genealogischer Schriften |
| GEBURTSDATUM | 1536 |
| GEBURTSORT | Lüneburg |
| STERBEDATUM | 28. Februar 1597 |
| STERBEORT | Lüneburg |