Himmelberg

Himmelberg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Himmelberg
Himmelberg (Österreich)
Himmelberg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: Feldkirchen
Kfz-Kennzeichen: FE
Fläche: 56,85 km²
Koordinaten: 46° 45′ N, 14° 2′ OKoordinaten: 46° 44′ 54″ N, 14° 2′ 13″ O
Höhe: 672 m ü. A.
Einwohner: 2.306 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 41 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9562
Vorwahlen: 0 42 76
Gemeindekennziffer: 2 10 05
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Turracher Straße 27
9562 Himmelberg
Website: www.himmelberg.at
Politik
Bürgermeister: Heimo Rinösl (HEIMO)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(19 Mitglieder)
9
7
3
9 7 3 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Himmelberg im Bezirk Feldkirchen
Lage der Gemeinde Himmelberg im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)AlbeckFeldkirchenGlaneggGnesauHimmelbergOssiachReichenauSankt UrbanSteindorf am Ossiacher SeeSteuerbergKärnten
Lage der Gemeinde Himmelberg im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW
Ländliches Wohnhaus
Mühle an den Tiebelquellen
Historischer Eisenverarbeitungsbetrieb
Mesnerhaus in Außerteuchen

Himmelberg ist eine Gemeinde mit 2306 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Feldkirchen in Österreich, im Bundesland Kärnten.

Geographie

Himmelberg liegt im Zentrum Kärntens nordwestlich von Feldkirchen. Der Hauptort des Gemeindegebietes, das den Großteil des Tiebeltals einnimmt, liegt in durchschnittlich 672 m Seehöhe. Höchste Erhebung ist der Hoferalmkopf (ca. 1600 m ü. A.) im Nordwesten, tiefstgelegener Punkt die Tiebel im Poitschacher Graben (625 m ü. A.) im Süden der Gemeinde.

Die Tiebelquellen im Gemeindegebiet von Himmelberg sind das zweitgrößte Wasserquellgebiet Österreichs. 60 bis 100 Quellen mit hervorragender Qualität bilden die Grundlage des Natur- und Erlebniswanderweges.

Gemeindegliederung

Himmelberg ist in die sieben Katastralgemeinden Äußere Teuchen, Dragelsberg, Himmelberg, Hochegg, Pichlern, Saurachberg und Zedlitzberg gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 35 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

  • Außerteuchen (125)
  • Dragelsberg (68)
  • Draschen (8)
  • Eden (0)
  • Flatschach (106)
  • Fresen (11)
  • Glanz (1)
  • Grilzgraben (15)
  • Grintschach (39)
  • Himmelberg (553)
  • Hochegg (5)
  • Kaidern (27)
  • Klatzenberg (34)
  • Kösting (10)
  • Kraß (72)
  • Lassen (10)
  • Linz (53)
  • Manessen (18)
  • Oberboden (128)
  • Pichlern (130)
  • Pojedl (64)
  • Sallach (14)
  • Saurachberg (105)
  • Schleichenfeld (138)
  • Schwaig (24)
  • Sonnleiten (72)
  • Spitzenbichl (13)
  • Tiebel (69)
  • Tiffnerwinkl (135)
  • Tobitsch (76)
  • Tschriet (4)
  • Werschling (85)
  • Winklern (13)
  • Wöllach (30)
  • Zedlitzberg (51)

Nachbargemeinden

Gnesau Steuerberg
Arriach Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Steindorf Feldkirchen

Geschichte

Im heutigen Gemeindegebiet von Himmelberg wurden im 9. und 10. Jahrhundert durch Rodungen einige sonnseitige Hänge des oberen Gurktales, das zu dieser Zeit stark versumpft war, zur Besiedlung und Bewirtschaftung erschlossen. Als „Sulca“, als Gegend eines slowenischen Zolko wurde der Ort bzw. die Pfarrkirche Hl. Martin 1065 als Eigenkirche der Eppensteiner erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg „Alt-Himmelberg“ wurde im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Das Geschlecht derer von Himmelberg, namentlich Wernher von Himmelberg, wurde erstmals 1196 urkundlich genannt. Etwa um diese Zeit scheint der slowenische Ortsname Sokova, in der Mundart Zólkava, vom höfisch-hochmittelalterlichen Wunschnamen Himmelberch (1213) abgelöst worden zu sein. Ulrich von Liechtenstein nennt in seinem „Frauendienst“ (um 1255) einen Zachäus von Himmelberg als einen der Sänger, die er im Sängerwettstreit zu Friesach besiegt habe.

1329 wurde das Landgericht Himmelberg um Gebiete bis nach Ossiach, Steuerberg und Reichenau erweitert, und auch die Herrschaft Himmelberg vergrößerte zu dieser Zeit ihren Besitz. Der Himmelberger Landrichter Marchward der Pibriacher ließ zwischen 1382 und 1396 das nach ihm benannte Schloss Biberstein errichten.

Entlang des Tiebels entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert die Eisenverarbeitung, und bis in das 20. Jahrhundert hinein war Himmelberg für seine Sensenschmieden bekannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Himmelberg bis zu 250.000 Sensen jährlich hergestellt. Nur wenige Sensenbetriebe überlebten jedoch die Jahrhundertwende und in der Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit wurde die Produktion fast vollständig eingestellt. Eines der letzten Sensen-Gewerke war die Zeilinger-Schmiede „an der Tratten“.

Die Gemeinde konstituierte sich im Jahr 1850. Vom ursprünglichen Gemeindegebiet wurden schon 1865 die Katastralgemeinden Zedlitzdorf und Mitteregg an Reichenau abgetreten, und 1895/96 wurden die Katastralgemeinden Gnesau und Gurk zur Bildung einer eigenen Ortsgemeinde Gnesau abgetrennt. 1921 wurde Innerteuchen an Arriach und 1973 kleinere Teile des Gemeindegebiets östlich der Gurktal Straße an Steuerberg angeschlossen.

Bevölkerung

Die Gemeinde Himmelberg hat 2.336 Einwohner (2011), davon besitzen 95,8 % die österreichische Staatsbürgerschaft. Als Religionszugehörigkeit gaben (im Jahr 2001) 66,5 % römisch-katholisch und 33,4 % evangelisch an. 3,9 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Himmelberg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
2.487
1880
  
2.550
1890
  
2.542
1900
  
2.356
1910
  
2.452
1923
  
2.332
1934
  
2.396
1939
  
2.265
1951
  
2.390
1961
  
2.164
1971
  
2.208
1981
  
2.213
1991
  
2.320
2001
  
2.360
2011
  
2.335
2021
  
2.295
2026
  
2.306
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burgruine Himmelberg. Rechts unten im Bild ist ein gotischer Torbogen erkennbar
Schloss Biberstein
Pfarrkirche Außerteuchen
Pfarrkirche Himmelberg
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Himmelberg

Profanbauten

Sakralbauten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren:

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021 20112001 202120112001
Land- und Forstwirtschaft 1) 87 128143 12613896
Produktion 47 3820 155132137
Dienstleistung 113 8952 247186174

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Verkehr

Politik

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 wie folgt zusammen:

Bürgermeister

Wappen

Als Wappenschild wurde das Wappen der Herren von Himmelberg ausgewählt, deren Geschlecht mit Wernher von Himmelberg 1196 erstmals erwähnt wurde. Der Schild mit dem Adler im Spalt und dem Schrägrechtsbalken ist für Offo von Himmelberg an einer Urkunde vom 4. Juli 1322 bezeugt. Der Adler dürfte die Vasallität zum Heiligen Römischen Reich bzw. dem deutschen König zum Ausdruck bringen, die Wurzel des Schrägrechtsbalkens ist unbekannt.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 11. Juli 1960 verliehen. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „Von Gold und Rot gespaltener Dreiecksschild, vorn mit dem halben schwarzen Reichsadler, hinten mit einem silbernen Schrägrechtsbalken.“ Der Entwurf stammt von Alexander Exax.

Die Fahne ist Rot-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinden

Himmelberg pflegt Kontakte zu zwei Partnergemeinden:

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Himmelberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Himmelberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  2. ↑ Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. II. Teil, 1958, S. 102
  3. ↑ Statistik Austria, Volkszählung, Demografische Daten. (PDF) 15. Mai 2001, abgerufen am 3. März 2019.
  4. ↑ Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 298.
  5. ↑ Ein Traum – Das Biedermeier. Bianca Kos, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-85454-117-2, S. 194
  6. ↑ Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 27.
  7. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Himmelberg, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  8. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Himmelberg, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  9. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Himmelberg, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  10. 1 2 STATcube. Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  11. ↑ Fahrplan. ÖBB, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  12. ↑ Turracher Radweg R2C. Bergfex, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  13. ↑ Werschlinger Höhenweg. Land Kärnten, abgerufen am 22. Oktober 2023.
  14. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2021 in Himmelberg. Amt der Kärntner Landesregierung, 28. Februar 2021, abgerufen am 24. April 2021.
  15. ↑ zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 138.
  16. ↑ Partnergemeinde. Gemeinde Himmelberg, abgerufen am 4. September 2022.