Hinrich Braker

Hinrich Braker, auch Bracker, Braaker (* um 1664 in Flensburg; † 1. Dezember 1728 ebenda) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Autor.

Leben

Hinrich Braker studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Kiel (immatrikuliert am 1. Juli 1684) und Jena (22. April 1786).

Von 1690 bis 1692 war er Lehrer an der Flensburger Lateinschule. 1692 ging er nach Berlin, um sich dort bei Philipp Jacob Spener mit den neuen Gedanken des Pietismus vertraut zu machen. Nach drei Jahren kehrte er nach Flensburg zurück. Man beschuldigte ihn nach seiner Rückkehr neuer Lehren, insbesonderes des Chiliasmus, und einer Nähe zum der Heterodoxie verdächtigten holstein-gottorfischen Generalsuperintendenten Caspar Hermann Sandhagen. Braker rechtfertigte sich aber deswegen gegenüber dem lutherisch-orthodoxen schleswigschen Generalsuperintendenten Josua Schwartz, dem scharfen Gegner Sandhagens, und gab 1695 und 1696 vor der Rendsburger Synode der Pröpste des königlichen Anteils in den Herzogtümern Schleswig-Holstein eine öffentliche Erklärung ab.

1699 wurde er Adjunkt des Pastors Samuel Thomsen an der Nikolaikirche in Flensburg, 1703 Diaconus (2. Pastor) und 1707 ihr Hauptpastor. Braker wandelte sich komplett vom Sympathisanten zum entschiedenen Gegner des Pietismus, wie es sich etwa in der mit Invektiven angereicherten Kontroverse um Otto Lorentzen Strandiger zeigte. Daraufhin wurde er selbst zur Zielscheibe von satirischen Schriften.

Er war verheiratet mit Elsabe, geb. Thomsen, einer Tochter seines Amtsvorgängers Samuel Thomsen.

Neben seinem Amt und den theologischen Streitschriften widmete sich Braker der Dichtkunst. Er soll nach Johann Henrich von Seelen „ein ausgezeichneter lateinischer Dichter“ gewesen sein, schuf geistliche Gedichte, poetische Inschriften wie die des Epitaphs für den Generalsuperintenden Stephan Klotz, und war maßgeblich an der Redaktion des Flensburgischen Gesangbuchs mit 550 Liedern beteiligt, das allerdings erst nach seinem Tod 1729 erschien.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Das Album der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665–1865. S. 30, Nr. 1540
  2. ↑ Reinhold Jauernig: Die Matrikel der Universität Jena. Band 2: 1652–1723, Weimar: Böhlau 1961, S. 80
  3. ↑ Henricus Brakerus, in: Johann Moller Cimbria Literata, Sive Scriptorum Ducatus Utriusque Slesvicensis Et Holsatici, … Kopenhagen 1744, Band 1, S. 63
  4. ↑ Z.B. Asinus Percussus d. i. Herr Hinrich Bracker, Capellan zu S. Nicol. in Flenssburg, Wegen Sein zu weit auffgethanes Läster-Maul unter dem Bilde Eines ESELS nach der Würde abgeprügelt v. Moscherosch. Gedruckt im Hollsteinischen. o. J. (nach 1705)
  5. ↑ Flensburgisches / Gesang-Buch / welches / den Kern auserlesener / und erbaulicher / Lieder / in bequemer form, / zur Erweckung und Vermehrung / gott-gefälliger Andacht / und Erbauung / Jm / Glauben und gottseligen Leben / enthält / Nebst einem / zweyfachen Anhang / 1. einer Anleitung bey der Beichte und Buß / Andacht / 2. eines kurzen / Gebet-Buches. Flensburg: gedruckt bei Christoph Vogel 1729 / Verlag des Waysen-Hauses.
  6. ↑ A. Wolff: Das Flensburger Gesangbuch von 1729/42. In: Aus Flensburgs Vorzeit. 1 (1887), S. 123f
Personendaten
NAME Braker, Hinrich
ALTERNATIVNAMEN Bracker, Hinrich; Braaker, Hinrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Autor
GEBURTSDATUM um 1664
GEBURTSORT Flensburg
STERBEDATUM 1. Dezember 1728
STERBEORT Flensburg