Hinterlassenschaften

Hinterlassenschaften ist der Titel einer Novelle von Stephen King (original: The Things They Left Behind), ursprünglich veröffentlicht in der Sammlung Transgressions – Terror's Echo (herausgegeben von Ed McBain). Auf Deutsch erschien es gemeinsam mit weiteren Kurzgeschichten in der Geschichtensammlung Sunset.

Inhalt

Fast ein Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September geschehen im Leben des Erzählers Scott Staley, der im Versicherungsbüro 'Light & Bell' im 110. Stock des World Trade Centers arbeitete, seltsame Dinge. Nicht nur wird Scott von Schuld geplagt (am Tag der Anschläge folgte er einer inneren Stimme, die ihn verlockte, den schönen Tag im Park zu verbringen), darüber hinaus tauchen in seinem Apartment Dinge auf, die seinen umgekommenen Kollegen gehören. Eine Sonnenbrille, ein Baseballschläger, ein Furzkissen – Scott erkennt alles sofort. Nachdem er sich davon überzeugt hat, dass er nicht unter Wahnvorstellungen leidet (andere können die Dinge auch sehen), versucht er, diese wegzuwerfen, doch sie erscheinen immer wieder.

Er vertraut sich seiner Nachbarin Paula an, die sich anbietet, eines der Dinge, die zurückgelassen wurden (einen Lucite Würfel), aufzubewahren. Der Gegenstand löst den schlimmsten Alptraum ihres Lebens aus, da er in ihrem Kopf die letzten Minuten im Leben des Besitzers heraufbeschwört. Sofort gibt Paula das Objekt zurück, doch durch sie versteht Scott seine Mission: Er muss die Dinge den Hinterbliebenen der Opfer zurückgeben – und als er die Freude in ihren Gesichtern sieht, fühlt er seine Schuld immer mehr zurückgehen.

Entstehungsgeschichte

Der US-amerikanische Schriftsteller Ed McBain ist ein großer Fan von Novellen und bietet anderen Autoren mit der Reihe Transgressions eine Nische für dieses sonst so schwer zu vermarktende Format zwischen Kurzgeschichte (bis ca. 5.000 Wörter) und Roman (ab ca. 60.000 Wörter). Voraussetzungen: Die Geschichte durfte zuvor noch nicht publiziert worden und dem Genre 'Mystery' zuzuordnen sein.

Die Reaktionen der angesprochenen Autoren waren wie McBain im Vorwort zitiert gemischt; manche wiesen die Idee weit von sich: 'Up went the hands in mock terror. What? A novella? I wouldn’t even know how to begin one!' ('Hoch schossen die Hände in gespieltem Schrecken. Was? Eine Novelle? Ich wüsste nicht einmal, wie ich eine anfangen sollte!') Dennoch fand McBain neun gewillte Autoren, u. a. Jeffery Deaver, und trug selbst auch eine Novelle bei.

Wissenswertes

Weitere Ausgaben der Geschichte