| Hirschbach | |
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| Allgemeines | |
| Offizieller Name nach MBD |
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| Synonyme | Hirschbach im Mühlkreis Guttenbrunn |
| Authentizität | unbestätigt (Stand Oktober 2026) |
| Lokalität | |
| Land | Österreich |
| Bundesland | Oberösterreich |
| Region | Mühlviertel |
| Bezirk | Freistadt |
| Gemeinde | Hirschbach |
| Ort | Guttenbrunn |
| Streufeld | unwahrscheinlich (Stand 21. September 2024) |
| Fall und Bergung | |
| Datum (Fall) | vermutlich Jahrtausende vor dem Fund |
| beobachtet | nein |
| Datum (Fund) | 31. August 2023 |
| Sammlung | Typusexemplar ca. 142 g am NHMV, |
| Beschreibung | |
| Typ | Eisenmeteorit |
| Klasse | Oktaedrit |
| Masse (total) | 3,2 kg |
Der Meteorit Hirschbach (auch Hirschbach im Mühlkreis oder Guttenbrunn genannt) ist ein bislang (Stand Oktober 2026) noch unbestätigter Eisenmeteorit, der vom Gast- und Landwirt Hubert Pammer Ende August 2023 auf eigenem Gelände in Guttenbrunn, Gemeinde Hirschbach (Mühlviertel, Oberösterreich) gefunden wurde. Seine Masse betrug im Fundzustand 3,2 kg.
Um seinen Landschaftsteich in Guttenbrunn zu erweitern hatte der Land- und Gastwirt Hubert Pammer mit einem Bagger in den Jahren 2021 und 2022 große Erdmassen bewegt und das Aushub-Material auf einem Feld verteilt. Auf dem Feld entdeckte er beim Aussortieren der Steine am 31. August 2023 einen Stein, der sich im Aussehen von alle anderen Steinen der dortigen Gegend unterschied: Im Gegensatz zu den typischen grauschwarzen Graniten war dieser Stein rotbraun und hatte ein verkrustetes Erscheinungsbild. Er lag schwer in der Hand, fast dreimal so schwer wie Granitbrocken derselben Größe, musste also eine viel größere Dichte haben. Hubert Pammer hatte daher sofort den Verdacht, dass es ein Meteorit sein könnte.
Ein Gast, mit dem er sich nach einiger Zeit über den seltsamen Fund unterhielt, verwies ihn an Vera Hammer, Leiterin der Mineraliensammlung des Naturhistorischen Museums in Wien. Über sie kam Hubert Pammer in Kontakt mit Ludovic Ferrière, damals Kurator der Meteoriten-Schausammlung des Museums. Pammer brachte den Meteoriten im November 2023 ans Naturhistorische Museum nach Wien, wo er von Ferrière gemeinsam mit dem Präparator Goran Batic untersucht werden konnte.
Der rostige Klumpen hatte im Fundzustand eine Masse von 3,2 kg. Nachdem er zur Untersuchung angesägt wurde, zeigte die geätzte Anschnittfläche die für Oktaedrite charakteristischen Widmannstättenschen Figuren, ein eindeutiges Zeichen für außerirdischen Ursprung.
Nach Abtrennung eines kleinen Typusexemplars am Naturhistorischen Museum Wien wurde die Hauptmasse in Bratislava auf die Zusammensetzung der kosmogenen Radionuklide untersucht. Zur chemischen Analyse wurde eine Probe nach Brüssel geschickt. An einem Fragment wurden in Aix-en-Provence Untersuchungen durchgeführt, um die Frage nach dem Erdalter des Meteoriten zu klären.
Nach den noch vorläufigen Ergebnissen weist der Meteorit folgende Mineralien auf: Kamacit (α-(Fe,Ni), auch Balkeneisen genannt) und Taenit (γ-(Fe,Ni), auch Bandeisen genannt), natürlich Eisenoxide, dazu Schreibersit, ein seltenes Eisen-Nickel-Phosphor-Mineral mit der Formel (Fe,Ni)3P.
Er besteht zu mehr als 95 % aus Eisen (Fe) und Nickel (Ni), weitere Elemente sind Gallium (Ga), Germanium (Ge), Iridium (Ir), Cobalt (Co), Kupfer (Cu), Gold (Au) und Spuren einiger weiterer Elemente. Aufgrund der genauen Zusammensetzung soll schließlich eine exakte Typisierung des Meteoriten vorgenommen werden. Man hofft auch, dass diese einen Aufschluss darüber geben kann, wann der Brocken auf die Erde gefallen ist.
Der Meteorit Hirschbach ist nach dem am 5. September 2020 bei Zirl in Tirol gefundenen Meteoriten Fragenstein der zweite in Österreich entdeckte Eisenmeteorit. Fragenstein wurde am 10. Oktober 2026 von der Meteoritical Society offiziell anerkannt und als Eisenmeteorit der chemischen Gruppe IVA klassifiziert. Die offizielle Anerkennung des Hirschbacher Fundes steht hingegen noch aus. Alle zuvor auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet gefundenen und anerkannten Meteoriten waren Chondrite, also Steinmeteorite. Weltweit sind nur knapp 1.460 Eisenmeteoriten bekannt, sie machen damit weniger als 2 Prozent aller etwa 80.000 bekannten Meteoriten aus. Unter den beobachteten Meteoritenfällen liegt der Anteil der Eisenmeteoriten bei etwa vier bis fünf Prozent. In Europa wurden bislang weniger als 90 Eisenmeteoriten gefunden.
Der Meteorit Hirschbach wurde von April bis Juli 2026 in einer Ausstellung des Bauernmöbelmuseum in Hirschbach gezeigt. Über den endgültigen Verbleib des Meteoriten ist noch nicht entschieden (Stand 21. September 2024). Laut österreichischem Recht gehört der Fund dem Grundbesitzer.
Die Untersuchung des Erdalters des Meteoriten in Aix-en-Provence erbrachte ein Einschlagsalter von mindestens 26.000 Jahren. Der Meteorit könnt damit seit dem Fall verfrachtet worden sein. Falls es mehrere Bruchstücke eines ursprünglichen Meteoroiden gab, sind damit Aussagen über die Größe eines etwaigen Streufeldes kaum möglich. Es gilt als unwahrscheinlich, dass weitere Meteoritenteile vor Ort zu finden sind.
Der Ursprung der Eisenmeteoriten wird im Regelfall im Inneren von Himmelskörpern vermutet, auf denen bereits eine Differenzierung ähnlich wie auf der Erde stattgefunden hat: nachdem die schweren Elemente ins Innere des Körpers abgesunken waren, haben diese einen spezifisch leichteren (weniger dichten) Mantel und einem schweren Kern aus Eisen. Die Eisenmeteoriten entstanden als Meteoroid, als diese Asteroiden durch katastrophale Kollisionen zerstört und dabei ihre Kerne freigelegt wurden.