„In Silber (Weiß) über einem blauen gewellten Schildfuß eine rote fünfzinnige Mauer daraus wachsend eine blaue Heiligenfigur mit silbernem (weißem) Heiligenschein und braunem Haar; in der Rechten drei goldene (gelbe) Steine und in der Linken eine rote Bibel belegt mit einem goldenen (gelben) Kreuz; begleitet von zwei kleinen Schildern, vorn in Gold (Gelb) über schwarzen gekreuzten Schiffer- und Fischerhaken ein blauer gestürzter Anker; hinten in Silber (Weiß) ein blau bewehrter und bekrönter roter doppelt geschwänzter steigender Löwe.“
Das Dorfbild wird vom Rhein und der Kirche St. Stephanus geprägt. Hitdorf grenzt im Südwesten an den Rhein, im Südosten an den Leverkusener Stadtteil Rheindorf und im Norden an Monheim. Die Grenze zu Langenfeld liegt wenig nordöstlich von Hitdorf. Aufgrund seiner Lage unmittelbar am Rhein ist Hitdorf hochwassergefährdet, es existiert jedoch eine Hochwasserschutzmauer.
Geschichte
Hitdorf wurde 1151 erstmals als Huttorp erwähnt und der Rheinhafen von Hitdorf fand schon im Jahre 1252 erstmals schriftliche Erwähnung. Seit dem Mittelalter gehörte Hitdorf zum Amt Monheim im Herzogtum Berg. 1341 wurde der Ort sogar Sitz eines Landgerichts für das Kirchspiel Rheindorf. Das Hitdorfer Fährrecht wurde erstmals 1633 beurkundet. Während der Napoleonischen Zeit kam das kleine Rheindörfchen an die Mairie Monheim im Kanton Richrath im Arrondissement Düsseldorf im Rheindepartement im Großherzogtum Berg. 1815 kam Hitdorf, nun zur Bürgermeisterei Monheim gehörend, mit dem Großherzogtum Berg an das Königreich Preußen und war zunächst bis 1819 ein Teil des Kreises Opladen, danach des Kreises Solingen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Im Jahre 1840 wurde die katholische Pfarrei Hitdorf gegründet. Im Jahre 1857 erhielt Hitdorf die Rheinische Städteordnung, schied dadurch aus der Bürgermeisterei Monheim aus und bildete seitdem eine eigene Bürgermeisterei. Die Bürgermeistereien Hitdorf und Rheindorf bildeten seit 1897 eine Verwaltungsunion. Am 1.Dezember 1905 hatte Hitdorf 1810 Einwohner. Am 1.August 1929 kam die Stadt Hitdorf zum Kreis Solingen-Lennep, der seit 1931 Rhein-Wupper-Kreis hieß. Am 1. April 1939 trat Hitdorf wieder in das Amt Monheim ein.
Schließlich wurde die Stadt 1960 ein Teil der Stadt Monheim. Am 1. Januar 1975 wurde Hitdorf durch das Köln-Gesetz aus der Stadt Monheim in die Stadt Leverkusen umgemeindet und liegt seitdem im Regierungsbezirk Köln.
Bürgermeister der Stadt Hitdorf ab 1857
1857–1863 Winand Blank, langjähriges Gemeinderatsmitglied der SamtgemeindeRichrath-Monheim, vor 1850 unter dem Bürgermeister Jacob Joseph Rosellen, 1820–1852, zuständig Landrat Hauer (Opladen), ab 1836 zuständig Landrat Bussche-Kessel, Solingen-Ohligs-Hackhausen. Sitz von Gemeinderat, das spätere Haus Wagner/Krügers an der B8, Langenfeld/Rhld.
1863–1870 Johann Hubert Odendahl
1870–1872 Franz Carl Odendahl
1872–1880 Hubert Bongartz
1880–1888 Martin Rieffert
1888–1893 Carl Wagner
1893–1905 Peter Theißen, ab 1897 auch Bürgermeister von Rheindorf (ab 1905 bis 1931 unter Franz Müller)
Mit Unterstützung des Landes wurde Ende 2010 eine Baumaßnahme abgeschlossen, die über eine Länge von 900 Metern geht und die Lücke zum Rhein schließt. Für zehn Millionen Euro entstand eine Hochwasserwand. Das Land trug mit einem Zuschuss über sechs Millionen Euro einen großen Teil der Kosten. Auf der Strecke zwischen Fähr- und Werftstraße wurde im Untergrund eine 27 Meter tiefe Dichtwand eingebaut. Sie soll das Unterströmen des Bereichs verhindern. Von oben ist sie nicht zu sehen. Oberirdisch aufgesetzt ist darauf eine massive Wand von anderthalb Metern Höhe. Damit sie sich in das Gelände einpasst, wurde sie teilweise begrünt und verklinkert.
Wenn Hochwasser droht, kommt der mobile Teil des Bauwerks zum Einsatz: eine Aluminiumwand. Sie kann bis zu zwei Meter hoch aufgebaut werden, angepasst an den Wasserstand.
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohnerzahl
Jahr
Einwohnerzahl
Jahr
Einwohnerzahl
1990
5778
1995
6393
1996
6436
1997
6357
1998
6345
1999
6533
2000
6719
2001
6812
2002
6880
2003
7046
2005
7292
2006
7456
2008
7524
2010
7573
2013
7654
2021
7513
2022
7627
Kultur und Freizeit
Hitdorf ist in den umliegenden Städten besonders für den „Hitdorfer Karneval“ bekannt. Hier nehmen jährlich immer mehr Wagen und auch Hitdorfer Bürger teil. 2011 wurde der Karnevalszug, der vor nicht allzu langer Zeit als „Schull- un Veedelszoch“ anfing, von ca. 65.000 Zuschauern besucht.
In der Sporthalle der Hans-Christian-Andersen-Schule haben die Basketballer des TV Hitdorf ihr Zuhause. Die „Hitdorf Dragons“ spielen seit einigen Jahren erfolgreich in der Bezirksliga.
Hitdorf besitzt das „Matchbox“-Theater mit der kleinsten Bühne Leverkusens.
„Caostheater“ in der evangelischen Fliedner-Kirche
Heimatverein Hitdorf, Im Türmchen, Am Werth
Sehenswürdigkeiten
Kirche St. Stephanus, vom linken Rheinufer aus gesehen
Das Hitdorfer Rheinufer mit Yachthafen und Biergarten unterhalb der Kirche
Das Kran-Café
Scheuren
Wirtschaft und Infrastruktur
Industrie
1765 wurde die erste Hitdorfer Tabakfirma von Johann Peter Dorff gegründet. Haus Dorff des Firmengründers, das 1791 an der Langenfelder Straße errichtet wurde, steht heute unter Denkmalschutz und ist von außen zu besichtigen. 1816 wurde die Firma vom Sohn aus erster Ehe, Jakob Dorff, übernommen. Später erbte der Sohn Wilhelm Dorff der I. nach dem Tode seines Vaters 1849, unter dem die Firma ihre höchste Blüte erlebte. 1915 wurde die Fabrik, nach dem kinderlosen Tode Wilhelm Dorff des II. 1910, von der zurückgebliebenen Witwe an den Fabrikanten Lorenz Cremer verkauft.
Die zweite Hitdorfer Tabak- und Zigarrenfabrik „Tabak & Cigarren Fabrikation Caspers-Neess“ wurde 1796 von den Brüdern Caspers gegründet. 1833 nahm eine Brauerei, 1843 eine Zündholzfabrik ihre Produktion auf. Alle drei Gewerbe existieren nicht mehr am Ort. Das 1666 errichtete Anwesen der Familien Caspers und Neess steht heute noch und beherbergt zurzeit ein Bed-&-Breakfast-Hotel sowie eine Galerie mit zeitgenössischer Kunst.
In Hitdorf befindet sich die Europazentrale des Automobilherstellers Mazda. Ein Zentrallager der Firma Rossmann entstand auf dem Gelände der ehemaligen Bayer-Gärtnerei, wurde 2009 aber wieder aufgegeben. Wichtigste örtliche Arbeitgeber sind der Chempark Leverkusen und die Stadtverwaltung.
Verkehr
Südlich von Hitdorf befindet sich die Anschlussstelle Leverkusen-Rheindorf der Autobahn A59. Es gibt eine Rheinfähre, die zwischen Köln-Langel und Hitdorf verkehrt. Die Fährstrecke konnte nach einer Havarie der Fähre „Fritz Middelanis“ am 6. Dezember 2023 nicht mehr bedient werden. Die Reparatur der seit langem anfälligen Fähre wurde als unwirtschaftlich verworfen. Am 29. Juli 2024 wurde die Fährverbindung mit der Fähre St. Michael wieder eingerichtet.
Öffentliche Einrichtungen
Hans-Christian-Andersen-Grundschule (benannt nach dem Märchendichter)
St.-Stephanus-Grundschule (benannt nach der katholischen Kirche in Hitdorf)
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Hitdorf
Stadthalle (Verwaltung durch den Dachverband Hitdorfer Vereine)
Heimatmuseum Am Werth
Filmarbeiten
Im Herbst 2011 wurden an mehreren Tagen viele Szenen des 2012 erschienenen Kinofilms Pommes essen, u.a. mit Smudo und Thekla Carola Wied, am Hitdorfer Rheinufer nahe dem Kran-Café gedreht. Bei einer großen Brandszene kam hier auch der Löschzug 18 der Feuerwehr Hitdorf zum Einsatz.
Bilder
Kath. St.-Stephanus-Kirche
Hafen
Hafen
Krancafé
Fähre zwischen Leverkusen-Hitdorf und Köln-Merkenich (Langel)
Fritz Kissels (* 1951), Künstlerischer Fotograf und Pädagoge
Anika Auweiler (* 1980), Musikerin, Komponistin und Texterin
Literatur
Fritz Hinrichs: HITDORF-Chronik eines bergischen Hafens, Druck: Dr. Friedrich Middelhauve GmbH, Opladen, anlässlich des 100-jährigen Stadtjubiläums am 26. Oktober 1957, mit Geleitschrift von Bürgermeister Josef Brock und Amtsdirektor Hugo Goebel.
Leverkusener Informationen 2005, Herausgeber: Stadt Leverkusen, Leverkusen 2005