„CandidatusHodarchaeum“ ist eine Kandidaten-Gattung von Archaeen.
Sie gehört zur monotypischen Kandidaten-Familie „Ca.Hodarchaeaceae“ und mit dieser zur monotypischen Kandidaten-Ordnung „Ca.Hodarchaeales“ (früher als LC-3 bezeichnet). Diese gehört zur monotypischen Kandidaten-Klasse „Ca. Hodarchaeia“ im monotypischen Kandidaten-Phylum „Ca. Hodarchaeota“. Während dieses Phylum in der LPSN ohne Zuordnung zu einem Archaeen-Reich ist, wird es in der NCBI-Taxonomie dem Reich Promethearchaeati (Asgard-Archaeen) zugeordnet.
Die GTDB klassifiziert jedoch abweichend die (Kandidaten-)Ordnung Hodarchaeales in die Klasse Heimdallarchaeia im Phylum Asgardarchaeota (entspricht dort vom Umfang her dem Reich Promethearchaeati).
„Ca. Hodarchaeum“ umfasst die einzige (Kandidaten-)Art „Ca. Hodarchaeum mangrovi“.
Die GTDB ordnet jedoch zusätzlich etliche DNA-Sequenzen („Isolate“) aus der Metagenomik weiteren Spezies der Gattung zu,
die in der NCBI-Taxonomie meist den Hodarchaeen ohne nähere Zuordnung (incertae sedis) untergeordnet werden.
Forschungsgeschichte
Yang Liu, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin, Meng Li et al. veröffentlichten 2021 eine vergleichende Analyse von 162 vollständigen oder nahezu vollständigen Genomen von Asgard-Archaeen. Darunter befanden sich 75 neue MAGs (aus Metagenomen zusammengesetzte Genome), was zu dieser Zeit eine erhebliche Erweiterung der phylogenetischen Vielfalt der Asgard-Archaeen darstellte und sie veranlasste, zugleich sechs zusätzliche Phyla in dieser Supergruppe vorzuschlagen.
Eines dieser Kandidaten-Phyla war Hodarchaeota, das den Stamm bzw. das MAG As_027 (Spezies „Ca. Hodarchaeum mangrovi“) beherbergt.
Sun et al. klassifizierten 2021 die Ordnung „Ca.Hodarchaeales“ [Klade LC-3] in die Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“ zu.
Zhang et al. schlossen 2025 auf Basis einer detaillierten phylogenomischen Analyse unter Einbeziehung mehrerer Markersätze, dass die Eukaryoten bereits vor der Diversifizierung der Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“ abzweigten und nicht (wie anderweitig früherer angenommen) zusammen mit „Ca. Hodarchaeales“ innerhalb der Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“.
G:N – NCBI-Name laut GTDB offenbar frühere NCBI-Bezeichnung
Die NCBI-Bezeichnungen einiger Stämme spiegeln offenbar noch die frühere Klassifizierung der Gattung bzw. Ordnung zur Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“ mit ihren Phylum wider.
Etymologie
Der vorgeschlagene Gattungsname Hodarchaeum setzt sich zusammen aus dem neulateinisch Suffix archaeum‚Archaeon‘; der Präfix verweist auf Höd(ur) (Höðr), in der nordischen Mythologie Sohn des Gottes Odin.
↑Die Autoren Zhang etal. vermuteten 2025, dass dieser Unterschied in der Einordnung der Eukaryoten auf die eine bis dato unterschätzte chimäre Natur der Genome in der Ordnung „Ca.Njordarchaeales“ zurückzuführen sei. Sie hatten nämlich festgestellt, dass deren Genome aus Sequenzen sowohl von Asgard-Archaeen (heute Promethearchaeati) als auch von deren Schwestergruppe, den TACK-Archaeen (heute Thermoproteati) zusammensetzen. Eine fehlerhafte Zuordnung von „Ca. Njordarchaeales“ könnte dann weitere Folgefehler, u. auch bei der Einordnung von „Ca. Hodarchaeales“ nach sich ziehen.
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Yang Liu, Kira S. Makarova, Wen-Cong Huang, Yuri I. Wolf, Anastasia N. Nikolskaya, Xinxu Zhang, Mingwei Cai, Cui-Jing Zhang, Wei Xu, Zhuhua Luo, Lei Cheng, Eugene V. Koonin, Meng Li: Expanded diversity of Asgard archaea and their relationships with eukaryotes. In: Nature, Band 593, 28. April 2021, S.553–557; doi:10.1038/s41586-021-03494-3, PMC11165668(freier Volltext), PMID 33911286 (englisch).
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Jiarui Sun, Paul N. Evans, Emma J. Gagen, Ben J. Woodcroft, Brian P. Hedlund, Tanja Woyke, Philip Hugenholtz, Christian Rinke: Recoding of stop codons expands the metabolic potential of two novel Asgardarchaeota lineages. In: ISME Communications, Band 1, Nr.1, Dezember 2021, S.30; doi:10.1038/s43705-021-00032-0, PMC9723677(freier Volltext), PMID 36739331; Epub 28. Juni 2021 Jun 28 (englisch).