Hodarchaeum

Hodarchaeum mangrovi
Systematik
Stamm: Hodarchaeota
Klasse: Hodarchaeia
Ordnung: Hodarchaeales
Familie: Hodarchaeaceae
Gattung: Hodarchaeum
Art: Hodarchaeum mangrovi
Wissenschaftlicher Name des Stamms
„Ca. Hodarchaeota“
Liu et al. 2021
Wissenschaftlicher Name der Klasse
„Ca. Hodarchaeia“
Liu et al. 2021
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
„Ca. Hodarchaeales“
Liu et al. 2021
Wissenschaftlicher Name der Familie
„Ca. Hodarchaeaceae“
Liu et al. 2021
Wissenschaftlicher Name der Gattung
„Ca. Hodarchaeum“
Liu et al. 2021
Wissenschaftlicher Name der Art
„Ca. Hodarchaeum mangrovi“
Liu et al. 2021

„Candidatus Hodarchaeum“ ist eine Kandidaten-Gattung von Archaeen. Sie gehört zur mono­typischen Kandidaten-Familie „Ca. Hodarchaeaceae“ und mit dieser zur monotypischen Kandidaten-Ordnung „Ca. Hod­archae­ales“ (früher als LC-3 bezeichnet). Diese gehört zur monotypischen Kandidaten-Klasse „Ca. Hod­arch­aeia“ im monotypischen Kan­di­daten-Phylum „Ca. Hod­archaeota“. Während dieses Phylum in der LPSN ohne Zuordnung zu einem Archaeen-Reich ist, wird es in der NCBI-Taxonomie dem Reich Pro­methe­archaeati (Asgard-Ar­chae­en) zugeordnet.

Die GTDB klassifiziert jedoch abweichend die (Kandidaten-)Ord­nung Hodarchaeales in die Klasse Heimdallarchaeia im Phylum Asgardarchaeota (entspricht dort vom Umfang her dem Reich Promethearchaeati).

„Ca. Hodarchaeum“ umfasst die einzige (Kandidaten-)Art „Ca. Hodarchaeum mangrovi“. Die GTDB ordnet jedoch zusätzlich etliche DNA-Sequenzen („Isolate“) aus der Metagenomik weiteren Spezies der Gattung zu, die in der NCBI-Taxonomie meist den Hodarchaeen ohne nähere Zuordnung (incertae sedis) untergeordnet werden.

Forschungsgeschichte

Yang Liu, Yuri I. Wolf, Eugene V. Koonin, Meng Li et al. veröffentlichten 2021 eine vergleichende Analyse von 162 vollständigen oder nahezu vollständigen Genomen von Asgard-Archaeen. Darunter befanden sich 75 neue MAGs (aus Metagenomen zusammengesetzte Genome), was zu dieser Zeit eine erhebliche Erweiterung der phylogenetischen Vielfalt der Asgard-Archaeen darstellte und sie veranlasste, zugleich sechs zusätzliche Phyla in dieser Supergruppe vorzuschlagen. Eines dieser Kandidaten-Phyla war Hodarchaeota, das den Stamm bzw. das MAG As_027 (Spezies „Ca. Hodarchaeum mangrovi“) beherbergt.

Sun et al. klassifizierten 2021 die Ordnung „Ca. Hodarchaeales“ [Klade LC-3] in die Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“ zu.

Zhang et al. schlossen 2025 auf Basis einer detaillierten phylogenomischen Analyse unter Einbeziehung mehrerer Markersätze, dass die Eukaryoten bereits vor der Diversifizierung der Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“ abzweigten und nicht (wie anderweitig früherer angenommen) zusammen mit „Ca. Hodarchaeales“ innerhalb der Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“.

Systematik

Die derzeit akzeptierte Taxonomie basiert auf der List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN) und dem National Center for Biotechnology Information (NCBI), ergänzt um Einträge aus der Genome Taxonomy Database (GTDB), Stand: 4. Januar 2026:

Gattung "Candidatus Hodarchaeum" Liu et al. 2021(L) bzw. 2020(N)


Die NCBI-Bezeichnungen einiger Stämme spiegeln offenbar noch die frühere Klassifizierung der Gattung bzw. Ordnung zur Klasse „Ca. Heimdallarchaeia“ mit ihren Phylum wider.

Etymologie

Der vorgeschlagene Gattungsname Hod­ar­chae­um setzt sich zusammen aus dem neulateinisch Suffix archaeum ‚Archaeon‘; der Präfix verweist auf Höd(ur) (Höðr), in der nordischen Mythologie Sohn des Gottes Odin.

Das Art-Epitheton man­gro­vi ist neulateinischer Genitiv mit der Bedeutung ‚von einer Mangrove‘ oder ‚zur Mangrove gehörig‘.

Anmerkungen

  1. ↑ Die Autoren Zhang et al. vermuteten 2025, dass dieser Unterschied in der Einordnung der Eukaryoten auf die eine bis dato unterschätzte chimäre Natur der Genome in der Ordnung „Ca. Njordarchaeales“ zurückzuführen sei. Sie hatten nämlich festgestellt, dass deren Genome aus Sequenzen sowohl von Asgard-Archaeen (heute Promethearchaeati) als auch von deren Schwestergruppe, den TACK-Archaeen (heute Thermoproteati) zusammensetzen. Eine fehlerhafte Zuordnung von „Ca. Njordarchaeales“ könnte dann weitere Folgefehler, u.  auch bei der Einordnung von „Ca. Hodarchaeales“ nach sich ziehen.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 LPSN: Genus "Candidatus Hodarchaeum" Liu et al. 2021, Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Yang Liu, Kira S. Makarova, Wen-Cong Huang, Yuri I. Wolf, Anastasia N. Nikolskaya, Xinxu Zhang, Mingwei Cai, Cui-Jing Zhang, Wei Xu, Zhuhua Luo, Lei Cheng, Eugene V. Koonin, Meng Li: Expanded diversity of Asgard archaea and their relationships with eukaryotes. In: Nature, Band 593, 28. April 2021, S. 553–557; doi:10.1038/s41586-021-03494-3, PMC 11165668 (freier Volltext), PMID 33911286 (englisch).
  3. 1 2 3 Jiawei Zhang, Xiaoyuan Feng, Meng Li, Yang Liu, Min Liu, Li-Jun Hou, Hong-Po Dong: Deep origin of eukaryotes outside Heimdallarchaeia within Asgardarchaeota. In: Nature, Band: 642, Nr. 8069, 7. Mai 2025, Print-ISSN 0028-0836, S. 990–998; doi:10.1038/s41586-025-08955-7, PMC 12222021 (freier Volltext), PMID 40335687, Online-ISSN 1476-4687, Epub 7. Mai 2025 (englisch). Siehe insbes. Fig. 3 und Ext. Data Fig. 1. Dazu:
  4. 1 2 3 Jiarui Sun, Paul N. Evans, Emma J. Gagen, Ben J. Woodcroft, Brian P. Hedlund, Tanja Woyke, Philip Hugenholtz, Christian Rinke: Recoding of stop codons expands the metabolic potential of two novel Asgardarchaeota lineages. In: ISME Communications, Band 1, Nr. 1, Dezember 2021, S. 30; doi:10.1038/s43705-021-00032-0, PMC 9723677 (freier Volltext), PMID 36739331; Epub 28. Juni 2021 Jun 28 (englisch).
  5. 1 2 3 4 5 NCBI: "Candidatus Hodarchaeum", Details: "Candidatus Hodarchaeum" Liu et al. 2020 (genus); graphisch: Candidatus Hodarchaeum, auf Lifemap.
  6. 1 2 3 4 GTDB: Salinirubellus. Rohdaten: ar53_metadata.tsv.gz (Fallback).
  7. 1 2 3 Diu Tin Luk. Auf: alamy (alamy.it, italienisch).
  8. ↑ Yingchun Han, Chuwen Zhang, Zhuoming Zhao, Yongyi Peng, Jing Liao, Qiuyun Jiang, Qing Liu, Zongze Shao, Xiyang Dong: A comprehensive genomic catalog from global cold seeps. In: Scientific Data, Band 10, Nr. 1, 8. September 2023, S. 596; doi:10.1038/s41597-023-02521-4, PMC 10491686 (freier Volltext), PMID 37684262 (englisch).
  9. ↑ White Oak River. Mapcarta (de).
  10. ↑ The White Oak River. Auf: North Carolina's Southern Outer Banks & Crystal Coast (coastalnc.org).