Eine Hohlsteindecke (auch Betonsteindecke oder Hohlkörperdecke) ist eine Deckenkonstruktion im Hochbau aus vorgefertigten Beton-Elementen und anschließend aufgebrachtem Ortbeton. Die Decke besteht im Einzelnen aus
Stahlbeton-Gitterträgern als tragende Elemente im festen Abstand (typisch 62,5cm bzw. 5am)
Hohlsteine aus Beton oder Leichtbeton (Bimsbeton) mit einem bogenförmigen Querschnitt und gerader Unterseite
Aufbeton, der die Hohlsteine mit den Gitterträgern verbindet
ggf. zusätzliche Armierung, sofern der Aufbeton die Hohlsteine flächig überdeckt
Einbau ohne Hebezeuge möglich: Die Träger können von 2 Personen auf die tragenden Wände gelegt werden, das Einlegen der Hohlsteine ist von einer Person zu erledigen
Der Aufbau ist bereits vor dem Betonieren begehbar und kann z.B. mit einer Schubkarre mit Beton befahren werden
durch die Hohlkörper ist die Decke leichter als eine massive Stahlbetondecke
bessere Wärmedämmung als eine massive Stahlbetondecke
Nachteile:
hoher Arbeitsaufwand beim Einbau
Schlechtere Schalldämmung als eine massive Betondecke
Statisch nur einachsig gespannt
Die Hohlsteindecke war regional bis in die 1980er Jahre gebräuchlich im Wohnungsbau, insbesondere beim Bau von Einfamilienhäusern mit hoher Eigenleistung, da die Decke ohne größere Hilfsmittel von 2 Personen eingebaut werden konnte. Auf Wunsch wurden die Träger bereits mit unterseitig angebrachten Holzlatten angeliefert, so dass an diesem direkt eine Unterverkleidung angebracht werden kann. Inzwischen ist diese Bauform weitgehend von der Elementdecke verdrängt worden.
Ein ähnliches Konzept für eine schalungsfreie Deckenkonstruktion ist die Hohldiele.