Hope (Wal)

Hope in der Hintze Hall
Hope Vorderansicht
Hope in der Säugetierhalle über dem Gipsmodell eines Blauwals

Hope ist das Skelett eines jungen weiblichen Blauwals (Balaenoptera musculus), das in der Hintze Hall, dem Hauptsaal des Natural History Museums in London ausgestellt ist. Der Name Hope (Hoffnung) wurde als Symbol für die Fähigkeit der Menschheit, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten gewählt.

Beschreibung

Das Walskelett ist 25,2 Meter lang, besteht aus 221 Knochen und wiegt 4,5 Tonnen.

Geschichte

Der Wal wurde um 1871 oder zumindest zwischen 1876 und 1881 geboren und lebte mindestens 10 bis 15 Jahre, bevor er am 25. März 1891 auf einer Sandbank nahe Wexford in Irland strandete. Nachdem der Wal zwei Tage lang in den seichten Gewässern um sein Leben gekämpft hatte, rammte ein Rettungsbootpilot eine improvisierte Harpune unter die Flosse des Wals und beendete das Leben des Tiers.

Anschließend wurde der Wal versteigert, sein Körper zerlegt und sein Speck ausgekocht. Sein Skelett wurde an das Natural History Museum verkauft, wo es ab 1934 in der Säugetierhalle ausgestellt war, bevor es 2017 in die Haupthalle (Hintze Hall) des Museums verlegt und dort von der Decke hängend angebracht wurde. In der Säugetierhalle war es über einem Gipsmodell eines Blauwals ähnlicher Größe ausgestellt.

Untersuchungen

Eine Expertengruppe unter Leitung des Meeresökologen Clive Trueman von der University of Southampton führte Untersuchungen der chemischen Zusammensetzung von Hopes Barten durch, deren Ergebnisse Alter, Geschlecht, Trächtigkeit und seine Wanderwege ergaben. So wurde festgestellt, dass die Blauwalkuh in den letzten sieben Jahren ihres Lebens Wanderungen unternahm und dass sie in ihrem letzten Lebensjahr trächtig war.

Durch die Analyse der chemischen Zusammensetzung der Barten identifizierten die Forscher deutlich unterscheidbare Phasen im relativ kurzen Leben des Wals. Während Blauwale bis zu hundert Jahre alt werden können, war dieses Exemplar bei seiner Strandung möglicherweise erst 15 Jahre alt.

Laut Trueman, der die Wanderungen mit einer Isotopenuntersuchung rekonstruierte, lebte der Wal etwa sieben Jahre vor seinem Tod in den subtropischen Gewässern des Atlantiks, möglicherweise bei den Azoren, Kap Verden oder Mauretanien. Die Konzentrationen verschiedener Hormone in den Barten zeigten, dass die Walkuh höchstwahrscheinlich im letzten Jahr ihres Lebens ein Kalb zur Welt brachte. Da Barten typischerweise wesentlich länger als Haare oder Nägel sind, bewahren sie viele ältere Informationen. Bei diesem Wal geht man davon aus, dass die geborgenen Barten die letzten sechs oder sieben Lebensjahre dokumentieren. Da der Wal zum Zeitpunkt der Strandung schätzungsweise etwa 15 Jahre alt war, entspricht dies fast der Hälfte seines Lebens.

Die Forscher untersuchten das Verhältnis der in den Keratinen eingelagerten Kohlenstoffisotope. Bestimmte Elemente wie Kohlenstoff können in verschiedenen Formen oder Isotopen vorkommen. Diese Isotope unterscheiden sich in ihrer Masse und werden als leichte und schwere Isotope bezeichnet. Das Verhältnis der leichten und schweren Kohlenstoffisotope in den Barten über die Zeit hinweg wurde dann mit den Verhältnissen in den Ozeanen vergleichen, um Übereinstimmungen zu finden. Dafür entnahmen die Forscher über 100 Proben aus den Barten, was etwa einer Probe pro vier Wochen von Hopes letzten Lebensjahren entspricht. Diese Proben wurden anschließend verbrannt und ihre chemische Zusammensetzung analysiert. Das Team untersuchte dann, wie sich das Isotopenverhältnis im Ozean verändert, und berücksichtigte dabei Meeresströmungen, Temperatur und Jahreszeiten. Nach Hunderten von Simulationen konnte das Team feststellen, welche computergenerierten Barten die Isotopenzusammensetzung aufwiesen, die am besten mit derjenigen übereinstimmte, die tatsächlich an den Barten dieses Wals beobachtet wurde.

Nach Aussage von Trueman gab es bisher nur wenige Langzeitforschungen an Walen, dies auch, da es schwierig ist, Wale zu markieren und einen haltbaren Sender anzubringen, der den Wal nicht zu sehr beeinträchtigt. Er führte weiter aus, dass es dringend notwendig sei, Erkenntnisse über gestrandete Wale regelmäßig zu erweitern.

Commons: Hope – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Museum unveils 'Hope' the blue whale skeleton. National History Museum. 13. Juli 2017, abgerufen am 21. Mai 2026.
  2. 1 2 Josh Davis: The secret history of Hope the blue whale has finally been revealed, National History Museum, 21. September 2018
  3. ↑ Shaoni Bhattacharya: The day Hope the whale stole the show. New Scientist. 14. Juli 2017, abgerufen am 21. Mai 2026.
  4. 1 2 3 Clive N. Trueman, Natalie Cooper et al.: Combining simulation modeling and stable isotope analyses to reconstruct the last known movements of one of Nature’s giants, In: PeerJ, 18. Oktober 2019, doi:10.7717/peerj.7912