Hope Joanna ist ein am 15. Mai 2026 veröffentlichter satirischer Kriminalroman von Horst Evers.
Die titelgebende Protagonistin Hope Joanna Marlow kam am 9. November 1991, zwei Jahre nach dem Mauerfall, zur Welt und wurde daher nach dem Eddy-Grant-Song Gimme Hope Jo’anna benannt. Nach einer erfolgreichen Taekwondo-Karriere arbeitet sie heute als Kriminalpolizistin bei der Polizei Berlin. Gerade als sie zu einem Mord gerufen wird, geht ein Handyvideo von ihr viral, das sie bei der Überwältigung von vier Räubern in einem Späti zeigt. Zudem wird ihr der Kollege Neuendorf als neuer Partner zugeteilt, der von allen wegen der Namensähnlichkeit zu Andreas Neuendorf nur „Zecke“ genannt wird. Auf Grund des viralen Erfolgs darf zudem die Polizeianwärterin Siri (wie der Sprachassistent „Siri“ von Apple) das mit Namensgleichheiten ausgestattete Trio komplettieren. Dr. Rainer Jens, ein bekannter Berliner Antiquitätenhändler mit dem Spitznamen Indiana Jens, wurde ermordet, scheinbar mit einer Giftschlange, die jedoch nicht auffindbar ist. Am gleichen Tag stirbt außerdem Freiherr von Kratten auf gleiche Weise.
Die Spur des ungleichen Trios führt zu einer Geheimorganisation namens Orden der Schattenhändler, die die Übergabe des sogenannten Führerelixiers, einer Geheimwaffe des Dritten Reichs, überwachen sollte. Das in den letzten Tagen des Dritten Reichs entwickelte Elixier sollte durch seine Einnahme das Selbstbewusstsein der Soldaten steigern und galt jahrzehntelang als verschollen. Die Morde erfolgten durch Stäbe des Ordens, die als Waffe eine Schlangenbiss imitierten. Doch die sich als Seraphina vorstellende Dienerin leugnete die Tat.
Schließlich wird als Drahtzieher hinter der ganzen Sache Baron von Waltersleben ausgemacht, der Besitzer der Walhalla Brauerei, der durch sein „Drachentöter-Pils“ reich wurde und vor allem Neonazis mit Bier beliefert. Er ist Sammler von Nazi-Devotionalien und hat den irrsinnigen Plan, zwei Fässer angereichert mit dem Führerelixier an Fans des 1. FC Union Berlin zu verteilen, wenn die Mannschaft das Pokalspiel gewinnen sollte. Doch die Dosis ist zu hoch und lebensgefährlich, wie es Neuendorf am eigenen Leib erleben muss.
Dem Trio gelingt es schließlich mit Hilfe einer Art Antifa-Organisation älterer Frauen (die nicht die Omas gegen Rechts sind), Teilnehmern einer Cosplay-Messe und dem Unionspieler Halvarsson den Plan aufzuhalten. Der Baron fliegt mit Teilen seiner Brauerei in die Luft und als Täter für den Mord an Indiana Jens wird ein Stadtratssprecher ausgemacht, mit dem sich Hope Joanna einen Showdown auf dem Europa-Center liefert. Als Dank bekommen die drei schließlich Indiana Jens’ opulente Villa mit Geheimzimmern testamentarisch vererbt.
Nach Der König von Berlin (2012) handelt es sich bei Hope Joanna um Evers’ zweiten Kriminalroman. Er erschien am 15. Mai 2026 als Buch im Rowohlt Verlag und als Hörbuch im Argon Verlag. Das Hörbuch wurde von Horst Evers selbst vorgetragen. Die Premierenlesung fand am 15. Juni 2026 auf Radio Eins statt.
In der Die Tageszeitung schrieb Gereon Asmuth: „‚So eine hanebüchene Geschichte konnte sich kein Mensch ausdenken‘, schreibt Evers selbst weit hinten im Buch. Was natürlich hanebüchen ist, weil Evers ja zeigt, dass er es kann. Aber man merkt schon. Die depressive Tiefe der Gereon-Rath-Krimis will und kann Evers nicht bieten. Die Rechten werden hier eher weggelacht als ernst genommen. Die Lektüre verleitet zum Schmunzeln. Das kann in diesen Zeiten ja auch nicht falsch sein. Und dass eher als Humoristen bekannte Autoren sehr gute zeitgenössische Krimis schreiben können, ist spätestens seit Views von Marc-Uwe Kling bekannt.“
Auf Roter Dorn schrieb Martin Wagner: „Nicht nur Figuren, Story und Humor überzeugen – auch sprachlich ist das Buch eine Freude. Jeder Wortwitz sitzt, der Schreibstil ist lebendig, und die Spannungsbögen sind geschickt aufgebaut. Besonders die Dialoge wirken trotz aller absurden Elemente absolut natürlich. Die Figuren sind rund, klischeetypisch und doch passend – einfach großartig.“
Die Website Kulturnews setzte den Kriminalroman auf ihre Liste der besten Krimis im Juni 2026. Nils Heuner lobte: „Was Horst Evers da an Pointen und ins Leere führenden Dialogen hervorzaubert, sucht seinesgleichen. Vor allem aber funktioniert die ganze Chose trotzdem als Berlin-Krimi, der nicht im Klamauk untergeht.“
In der Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb Peter Körte: „Evers hält seine Geschichte (...) auf Kurs. Die zahlreichen amüsanten bis durchgeknallten Einfälle hemmen die Entwicklung des Plots nicht. Nur am Ende, beim Showdown auf dem Europacenter, leidet der Täter nicht nur unter Hope Joannas Tritten, sondern vor allem unter einem akuten Mangel an Motiv und Plausibilität.“