Horst Ohrloff

Horst Ohrloff (* 2. April 1917 in Eckersdorf; † 9. Mai 1997 in Buxtehude) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr.

Leben

Ohrloff, Sohn eines Arztes und Doktors der Medizin, trat am 1. April 1936 als Offizieranwärter beim Panzer-Regiment 2 in Eisenach in die Wehrmacht ein. In dem Verband diente er bis Dezember 1936 und wurde am 18. Januar 1938 zum Leutnant befördert. Von Februar 1938 bis Oktober 1939 war er Zugführer im Panzer-Regiment 2 mit Einsätzen in Polen in den Räumen Radom und Warschau, von Oktober 1939 bis April 1941 Hörsaalleiter an der Panzertruppenschule I in Wünsdorf und von April bis Mai 1941 Zugführer im Panzer-Lehr-Regiment in Wünsdorf. Von Mai 1941 bis Mai 1942 war er Kompaniechef im Panzer-Regiment 25 auf dem Balkan und in der Sowjetunion in den Räumen Moskau, Schytomyr, Uman, Kiew, Taganrog, Mius und Kharkiv. Am 27. Juli 1941 wurde ihm als Oberleutnant und Kompaniechef der 11. Kompanie des Panzer-Regiments 25 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Von Mai 1942 bis März 1943 war er Hilfsreferent beim Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres in Berlin, im April 1943 Hilfsoffizier beim Generalinspekteur der Panzertruppen im Oberkommando des Heeres, von Mai bis September 1943 zum Stab der 106. Infanterie-Division in Kharkiv kommandiert und von Oktober bis November 1943 zum Stab des Oberquartiermeisters West in Paris kommandiert. Von Dezember 1943 bis Mai 1944 nahm er am 12. Generalstabslehrgang an der Kriegsakademie in Hirschberg im Riesengebirge teil, wurde am 1. April 1944 zum Major im Generalstab befördert und war von Mai 1944 bis Mai 1945 vierter Generalstabsoffizier (Id) beim Oberbefehlshaber West/Heeresgruppe D unter den Generalfeldmarschällen Günther von Kluge, Walter Model, Gerd von Rundstedt und Albert Kesselring. Von Mai bis Dezember 1945 war er in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.

Von Januar 1946 bis Februar 1949 war Ohrloff selbständiger Fuhrunternehmer in Mölln und von März 1949 bis Juli 1952 selbständiger Kaufmann und Inhaber einer von ihm gegründeten Baustoff-Großhandlung in Mölln. Von August bis Dezember 1952 war er Angestellter im Amt Blank in Bonn und anschließend von Januar 1953 bis November 1956 erneut selbständiger Baustoff-Großhändler in Mölln.

Am 16. November 1956 trat Ohrloff als Major in die Bundeswehr ein und war zunächst bis Januar 1958 stellvertretender Bataillonskommandeur des Panzerbataillons 13 in Flensburg. Danach war er von Januar 1958 bis Oktober 1959 Bataillonskommandeur des Panzerbataillons 23 in Hamburg, welches in jener Zeit in Panzerbataillon 324 umbenannt und nach Schwanewede verlegt wurde, von November 1959 bis Januar 1963 Taktiklehrer an der Panzertruppenschule in Munster, von Januar 1963 bis April 1966 Generalstabsoffizier für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) des I. Korps in Münster, von Mai 1966 bis März 1969 Referatsleiter II 3 (Einsatz- und Alarmplanung) im Führungsstab des Heeres im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und im April 1969 zur besonderen Verwendung im Bundeswehramt im Bonn.

Am 11. April 1969 wurde Ohrloff Brigadekommandeur der Panzerbrigade 29 in Sigmaringen und am 19. August 1970 zum Brigadegeneral befördert. Im Oktober 1970 wurde er Divisionskommandeur der 3. Panzerdivision in Buxtehude und am 7. September 1974 zum Generalmajor ernannt. In seiner letzten Verwendung war er ab Oktober 1974 stellvertretender Kommandierender General des I. Korps in Münster. Mit Ablauf des September 1976 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Range 2013 a. a. O.
  2. Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8.
    1. ↑ S. 64
    2. ↑ S. 54
    3. ↑ S. 49
  3. 1 2 3 4 5 Heinz-Peter Würzenthal: Vollständige Liste der Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1990 (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. VIa). Biblio, Osnabrück 1990, ISBN 978-3-7648-1783-1, S. 29.
  4. ↑ Christian Zweng: Dienstaltersliste der Generäle und Admiräle der Bundeswehr 1955–2016 (= Schriftenreihe des privaten Instituts für deutsche Phaleristik und Militärgeschichte). Institut für deutsche Phaleristik und Militärgeschichte, Osnabrück 2016, ISBN 978-3-95868-050-0, S. 19, 165.
  5. ↑ Clemens Range: Die geduldete Armee: 50 Jahre Bundeswehr. Translimes Media, Berlin 2005, ISBN 978-3-00-015382-2, S. 283.
  6. ↑ Der Chef des Bundespräsidialamtes: Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom 5. November 1976. In: Bundesminister der Justiz (Hrsg.): Bundesanzeiger – Amtlicher Teil. 1976.