| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 14′ N, 8° 36′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Osterholz | |
| Höhe: | 15 m ü. NHN | |
| Fläche: | 132,57 km² | |
| Einwohner: | 19.918 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 150 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 28790 | |
| Vorwahlen: | 04209, 0421, 04296 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OHZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 56 009 | |
| Gemeindegliederung: | 12 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Damm 4 28790 Schwanewede | |
| Website: | www.schwanewede.de | |
| Bürgermeisterin: | Christina Jantz-Herrmann (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Schwanewede im Landkreis Osterholz | ||
Schwanewede ist eine nordnordwestlich von Bremen gelegene Gemeinde im Landkreis Osterholz in Niedersachsen. Einige Ortsteile befinden sich direkt an der Unterweser.

Schwanewede grenzt im Westen an die Weser (westlich davon der Landkreis Wesermarsch), im Norden an die Hagener Ortsteile Sandstedt, Uthlede und Wulsbüttel (im Landkreis Cuxhaven), im Osten an die Stadt Osterholz-Scharmbeck und an Ritterhude (beide Landkreis Osterholz) sowie im Süden an die Bremer Stadtteile Blumenthal, Vegesack und Burglesum.
Die Gemeinde Schwanewede ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus 12 Ortschaften, die sich teilweise in weitere Ortsteile untergliedern:
(Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2022)
Während der westliche Teil der Gemeinde – die Ortsteile Neuenkirchen, Rade und Aschwarden – entlang der Weser aus Marschland mit Grünlandnutzung besteht (der Osterstader Marsch), finden sich östlich davon Geestlandschaften, die von größeren Waldgebieten eingenommen werden (Düngel und Garlstedter Heide). Die 6 km² große und über 11 km lange Weserinsel Harriersand gehört seit der Gebietsreform 1974 zu Schwanewede. Sie ist eine der längsten Flussinseln Europas und hat einen Sandstrand.
Werkzeuge jungsteinzeitlicher Siedler wurden in der Schwaneweder Gemarkung gefunden und aus der Bronzezeit (um 1800 v. Chr.) sind einige Hügelgräber im Gemeindegebiet erhalten geblieben. Die Hügelgräber in der Neegenbargsheide liegen nördlich von Schwanewede. Der Name Schwanewede wurde 1203 erstmals urkundlich als Personenname erwähnt. Weiter zurück datieren die Ersterwähnungen von Aschwarden (1105) und Rade (1100). Später wurden Hinnebeck 1236, Beckedorf 1260, Eggestedt 1273 und Brundorf im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort Schwanewede gehörte lange Zeit zum Amt Blumenthal und kam mit diesem zusammen 1932 zum Landkreis Osterholz. 1929 wurden die Dörfer Schukamp und Lehmhorst nach Schwanewede eingemeindet.
Im heutigen Schwaneweder Ortsteil Heidkamp, auf einer Fläche von 35 ha zwischen der Hospitalstraße und dem Molkereiweg, befand sich im Zweiten Weltkrieg das 1940–1944 erbaute Arbeiter-Lager Heidkamp. Es wurde vom Marine-Gemeinschaftslager Neuenkirchen verwaltet und diente der Unterbringung von Zivilarbeitern (Zwangsarbeitern) aus Osteuropa (sogenannte Ostarbeiter, Lager Heidkamp I) bzw. Westeuropa (Lager Heidkamp II) für die Organisation Todt (OT). Zur Unterbringung von italienischen Militärinternierten (Kriegsgefangenen) wurde die Anlage 1944 vergrößert. Beiderseits der damaligen Lagerstraße, der heutigen Ostlandstraße, standen etwa 54 Gebäude (Wohnbaracken, Garagen, Küche, Aborte, Kranken-Baracke (Revier) u. v. a. m.) für bis zu 4.500 Personen. Die Verwaltungs-Baracke befand sich auf dem Gelände der heutigen Heideschule. Über eine ca. 10 km lange Eisenbahn (Marinebahn) war das Lager Heidkamp mit der Baustelle des Marine-Öllagers (seit 1939/40) bzw. des U-Bootbunkers Valentin (seit 1943) verbunden, u. a. zum täglichen Transport von Tausenden von Arbeitern zu den Baustellen und zurück. Die Lagerinsassen mussten auf den Baustellen arbeiten oder bei beteiligten Bau-Firmen in der Umgebung. Die italienischen Militärinternierten wurden von einer Einheit der 6. Kompanie des Landesschützenbatallion 681 bewacht, so zum Beispiel das italienische Arbeitskommando 7 Schwanewede, in welchem Elio Materassi für die Firma Kukerz arbeitete. Die ärztliche Betreuung verantwortete die Organisation Todt und u. a. der italienische OT-Arzt DiFrancesco. Nach dem Kriegsende waren bis 1947 im Lager Heidkamp US-Soldaten untergebracht („Camp Schwanewede“), die das nahegelegene Wifo-Tanklager beaufsichtigten, und danach Flüchtlinge.
Im Oktober 1943 wurde auf dem Baustellengelände des Marine-Öllagers zwischen Neuenkirchen und Schwanewede das KZ Farge errichtet.
Schwanewede war von 1958 bis 2024 Garnison der Bundeswehr. Auf dem ehemaligen Baustellengelände des Marine-Öllagers wurden die Lützow-Kaserne (1958–2015), die Weser-Geest-Kaserne (1982–2004) und ein Standortübungsplatz (1958–2024) betrieben. In Eggestedt befanden sich ein Munitionsdepot und eine Schießanlage. Seitdem waren in Schwanewede neben dem Panzergrenadierbataillon 323, dem Panzerbataillon 324 und dem Panzerartillerielehrbataillon 325 auch andere Artillerie- und Instandsetzungsverbände der Panzergrenadierbrigade 32 stationiert. Im Zuge der Truppenreduzierung wurden diese Verbände aber aufgelöst.
Bis 2006 waren in Schwanewede nach der Verlegung und Auflösung der anderen Truppenteile Teile des Sanitätsregimentes 12 stationiert. Ab 2007 waren in der Lützow-Kaserne Teile des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) beheimatet. Neben den drei Kommandoeinheiten, der Versorgungsunterstützungskompanie und der Sanitätsausbildungskompanie wurde hier auch der Stab des Kommandobereiches Follow-On-Forces (KdoBer FOF) untergebracht. Am 26. Oktober 2011 wurde die Schließung des Standortes Schwanewede im Zuge der Bundeswehrreform bis 2013 bekannt gegeben. Im Zuge der 2013 angepassten Realisierungspläne zum Stationierungskonzept wurde die Schließung des Standortes auf das 3. Quartal 2015 angesetzt.
Ab dem 16. September 2015 wurde die frühere Lützow-Kaserne in Schwanewede vorübergehend als Flüchtlingsnotunterkunft verwendet. Künftig soll das Gelände teilweise mit Wohnbebauung belegt werden.
Am 1. April 1929 wurde die Gemeinde Schukamp eingegliedert. Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Aschwarden, Beckedorf, Brundorf, Eggestedt, Hinnenbeck, Leuchtenburg, Löhnhorst, Meyenburg, Neuenkirchen und Rade sowie die östlich der Weser gelegenen Gebietsteile der Städte Brake (Unterweser) und Elsfleth (beide im Landkreis Wesermarsch) eingegliedert.

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* 1961 am 6. Juni, dem Tag der Volkszählung, mit den später eingemeindeten Orten; ab 1968 jeweils am 31. Dezember
Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 44,5 % der Einwohner evangelisch, 7,5 % katholisch, und 48,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.
Der Rat der Gemeinde Schwanewede besteht aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.001 und 25.000 Einwohnern. Die 34 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Ebenfalls stimmberechtigtes Mitglied des Rates ist der Bürgermeister.
Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die Ergebnisse der vergangenen Ratswahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen:
| Wahljahr | SPD | CDU | Grüne | WG | AfD | FDP* | Linke | Gesamt |
| 2021 | 12 | 12 | 4 | 2 | 2 | 1 | 1 | 34 Sitze |
| 2016 | 12 | 11 | 3 | 4 | – | 2 | – | 32 Sitze |
| 2011 | 13 | 10 | 4 | 4 | – | 1 | – | 32 Sitze |
| 2006 | 16 | 9 | 2 | 3 | – | 2 | – | 32 Sitze |
* 2016: FDP / Die Linke
Hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Schwanewede ist seit dem 1. Januar 2021 Christina Jantz-Herrmann (SPD).
| Blasonierung: „In Blau ein golden (gelb) bewehrter silberner (weißer) Schwan; im Oberwappen zwei nach außen schauende sich zweifach mit den Hälsen kreuzende golden (gelb) bewehrte silberne (weiße) Schwanenköpfe als Helmzier über eisenfarben-blauen Akanthusblättern als Helmdecken.“ | |
| Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1950 vom niedersächsischen Innenminister verliehen. Es wurde abgeleitet vom Wappen der Herren von Schwanewede, deren Wappen ebenfalls einen Schwan zeigte, der zudem redend für den Namen stand.
Flagge: „Die Flagge ist blau-weiß geteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte.“ Banner: „Das Banner ist blau-weiß gespalten mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
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Schwanewede ist im Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen vertreten.
Der Ortsrat, der die Ortschaft Schwanewede (Kernort) vertritt, setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:


Im Ortsteil Beckedorf wird seit 1996 das Beckedorfer Schmiedemuseum vom gleichnamigen Förderverein betrieben. Es widmet sich vor allem dem Schmiedehandwerk im 19. Jahrhundert und befindet sich in der 1812 gegründeten „Wildhackschen Waldschmiede“. Neben einer voll funktionsfähigen Schmiede mit Esse, Blasebalg und historischen Werkzeugen werden Dokumente, Werkzeichnungen und Schmiedeerzeugnisse ausgestellt. Das kleine Museum ist außer an Feiertagen jeden Freitagnachmittag geöffnet und kann zudem nach Terminabsprache besichtigt werden.
Seit 2007/2008 betreibt der Heimatfreunde Neuenkirchen e. V. in einer historischen Baracke, die sich auf dem Gelände der 2004 aufgelösten Weser-Geest-Kaserne der Bundeswehr bzw. des ehemaligen Marinegemeinschaftslagers, Marinehospitals und Evangelischen Hospitals Neuenkirchen in der Neuenkirchener Heide befindet, die museale Einrichtung Baracke Wilhelmine (Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine). Das von der Gemeinde geförderte Ausstellungsprojekt dokumentiert in Form eines kleinen regionalen Museums die Geschichte der Nutzung des Geländes und ist zugleich eine Gedenkstätte an die Zwangsarbeiter des NS-Arbeitslagers sowie die Opfer des KZ Farge bzw. des Baus des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Rekum. Ein gesonderter Ausstellungsbereich befasst sich mit dem Thema „Lebensborn“ und dem ehemaligen Lebensborn-Heim „Haus Friesland“ im Herrenhaus Hohehorst auf Gut Hohehorst bei Löhnhorst.
Der Verein Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e. V. betreibt in Schwanewede-Neuenkirchen das Ausstellungsprojekt und Museum Baracke 27.


Überregional bekannt ist die Handballsportgemeinschaft Schwanewede/Neuenkirchen sowie die beiden Kunstradsportvereine RS Niedersachsen Schwanewede und RV Vorwärts Neunkirchen und der SV Grün-Weiß Beckedorf mit der Abteilung Rhythmische Sportgymnastik.
In Schwanewede gibt es ein Hallenbad an der Waldschule und ein Freibad in Neuenkirchen. Daneben existieren drei Tennisanlagen und vier Schützenhallen. Auf einem 400 m² großen Parkplatzgelände der ehemaligen Weser-Geest-Kaserne in Neuenkirchen wurde außerdem ein Skateranlage eingerichtet.
Teilweise auf Gemeindegebiet liegt der Golfplatz Bremer Schweiz.
Die Freiwillige Feuerwehr Schwanewede hat zehn Ortsfeuerwehren.
Im interkommunalen Gewerbepark „A 27“ im Ortsteil Brundorf (gemeinsam mit Osterholz-Scharmbeck, Stadtteil Heilshorn), knapp 1,5 km östlich der Autobahnabfahrt, befindet sich unter anderem ein Warenzentrallager der Einzelhandelskette Lidl, die Zentrale des Abfallfahrzeugherstellers FAUN Umwelttechnik und bis zur Insolvenz 2011 eine von zwei Europaniederlassungen des Fahrzeugpanzerers Centigon.
In Eggestedt besteht ein Tagebaubetrieb (Kiestagebau).
Die Gemeinde liegt an der Autobahn 27 zwischen Bremen und Bremerhaven, die Anschlussstelle „Schwanewede“ hat die Nummer 14.

Die Bahnstation Klinikum Nord/Beckedorf an der Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack befindet sich im Ortsteil Beckedorf. Von hier verkehren Elektrotriebwagen der NordWestBahn als Linie RS1 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen nach Bremen-Farge und via Bremen-Vegesack weiter nach Bremen Hauptbahnhof und Verden (Aller). Die lange von der Bundeswehr genutzte Marinebahn endete im Schwaneweder Ortskern an der Ostlandstraße.
Das Busliniennetz in der Gemeinde wird vom Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) betrieben, für die das Unternehmen BSAG (Bremer Straßenbahn AG) und das Regional Busunternehmen „Fa. Reisedienst von Rahden GmbH & Co. KG“ fahren. Anbindungen bestehen in die umliegenden Gemeinden, in die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und nach Bremen.
Das Radwegenetz in Schwanewede ist etwa 140 km lang.