
Das Hotel Interlaken in Interlaken ist ein denkmalgeschütztes Hotelgebäude im Schweizer Kanton Bern. Es wurde 1491 errichtet, 1906 grundlegend umgebaut und zählt zu den ältesten Beherbergungsbetrieben des Landes.
Das Klostergasthaus wurde 1323 erstmals erwähnt. Im ersten Obergeschoss ist die ehemalige Gerichtsstube noch erhalten. Louis Ross liess 1491 die obrigkeitliche Herberge umbauen und brachte sein Wappen am Turm an. Tafeln an der Strassenseite erinnern an den Besuch von Lord Byron und den viermaligen Aufenthalt von Felix Mendelssohn Bartholdy. Für den Bauherrn A. Hirschy liess der Architekt Paul Huldi das Hotel Interlaken (auch Interlakenerhof) 1906 grundlegend umbauen. Durch Regierungsratsbeschluss bzw. Vertrag wurde das Gebäude 1980 und 2015 unter Schutz gestellt sowie 2000 als «schützenswert» in das Bauinventar der Denkmalpflege des Kantons Bern aufgenommen.
Das Gebäude gehört zur Baugruppe «E (Höheweg/Aarzelg)» und liegt am Höheweg mit der Nummer 74. Die Aare verläuft etwa 150 Meter nördlich. Östlich schliesst sich der Japanische Garten an, gegenüber liegt das Chalet Diana, nordwestlich das Hotel Royal-St. Georges.

Das Bauwerk ist ein fünfgeschossiger Massivbau mit einer neunachsigen Hauptfassade an der Nordseite, die durch einen Schweifgiebel von 1906 geprägt wird. Ablesbar ist die Aufstockung des klassizistischen Kubus. Die Rückfront ist unregelmässig gestaltet, prägend ist der Turm, dessen Wappenrelief die Jahreszahl 1491 zeigt. Die ehemalige Gerichtsstube ist mit einer spätgotischen Balkendecke ausgestattet. An der Südostseite wurde um 1900 ein eingeschossiger Speisesaal im Stil des Historismus angebaut. Zum «qualitätvollen» Dekor der Neurenaissance gehören Schlusssteine mit Masken und Konsolen. Das Innere zeigt gute Stuckaturen sowie Malereien, die teilweise um 1980 erneuert wurden.
Das Haus wird zu den «traditionsreichsten» Hotelbauten im Oberland gezählt.
Koordinaten: 46° 41′ 18,8″ N, 7° 51′ 48″ O; CH1903: 632488 / 170903