Hotteln

Hotteln
Stadt Sarstedt
Wappen von Hotteln
Koordinaten: 52° 15′ N, 9° 54′ OKoordinaten: 52° 15′ 19″ N, 9° 54′ 26″ O
Höhe: 98 m ü. NN
Einwohner: 606 (31. Dez. 2022)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31157
Vorwahl: 05066
Hotteln aus der Luft gesehen
Blick ins Innere der Hotelier Kirche St. Dionys
In der Hottelner Kirche / In’er Hottelschen Kerken

Hotteln ist ein Dorf und Ortsteil in der Stadt Sarstedt in Niedersachsen. Der Stadtteil ist nordöstlich von Sarstedt über den Nachbarort Gödringen und die L 410 an das Stadtzentrum angebunden.

Geschichte

Hotteln ist einer der ältesten Orte in Niedersachsen. Er wurde 835 erstmals als Hottenhem in den Überlieferungen des Klosters Corvey erwähnt. Ein Gedenkstein auf dem Thieberg, dem zentralen Ort im Dorf, erinnert daran.

Der Thieberg war ein großer Wasserspeicher, deshalb galt Hotteln in der ganzen Gegend immer als ein wasserreiches Dorf. Bereits um 1850 wurde im Unterdorf eine Wasserleitung gebaut, die aus dem Brunnen am Thieberg gespeist wurde. Im Oberdorf gab es eine Pumpengemeinschaft. Im Jahre 1930 brach im Unterdorf eine Typhusepidemie aus, deren Ursache in dem verseuchten Wasser der Wasserleitung zu suchen war. Es gab eine große Zahl Erkrankungen und Todesfälle. Der Brunnen wurde daraufhin geschlossen und ostwärts vom Dorf wurde im Rethling ein neuer Brunnen gebaut. Somit konnte auch das Oberdorf an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Ein wirtschaftlicher Aufschwung setzte im Dorf nach dem Deutsch-Französischen Krieg und dem Entstehen der Deutschen Nation ein. Die Bauern begannen mit dem Anbau von Zuckerrüben, denn der Boden war hierfür gut geeignet. Landwirtschaft war in Hotteln einst dominierend. Heute (2014) gibt es nur noch wenige Betriebe und ein Rückgang der Landwirtschaft zeichnet sich auch hier ab.

Hotteln wurde durch die Gebietsreform am 1. März 1974 zusammen mit Heisede, Giften, Gödringen, Ruthe und Schliekum in die Stadt Sarstedt eingemeindet.

Infrastruktur

Einige Dinge des täglichen Bedarfs sind nicht in Hotteln vorhanden z. B. Bankfilialen, ein Nahversorger, eine Bäckerei oder ein Drogeriemarkt. Auch für den Schulbesuch müssen Schüler in den Zentralort nach Sarstedt pendeln.

Verkehr

Hotteln ist über eine Buslinie an den Bahnhof Sarstedt angebunden. Außerhalb der Kernzeiten verkehrt ein Anruf-Sammel-Taxi.

Religion

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hotteln-Bledeln-Gödringen wurde zum 1. Januar 2012 mit den Kirchengemeinden in Algermissen, Groß Lobke, Lühnde-Ummeln-Wätzum, Ingeln-Oesselse und Wirringen-Müllingen-Wassel zur „Evangelisch-lutherischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land in Algermissen“ im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt zusammengeschlossen.

Politik

Die Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab folgendes Wahlergebnis:

ParteiStimmenin %Sitze
CDU58852,35
SPD41036,43
Unabhängige12711,31

Wahlbeteiligung: 78,9 %

Seit dem 13. Mai 2009 ist Dirk Warneke (GUT, vormals CDU) Ortsbürgermeister. Seit dem 25. November 2016 ist Stephanie Franke (GUT, vormals CDU) stellvertretende Ortsbürgermeisterin.

Wappen

Als Wappen des Dorfes dient ein güldener Kornscheffel, wie er in mittelalterlicher Zeit zum Abmessen von Getreide verwendet wurde. Dieses Symbol erschien erstmals im Wappen derer von Hottenem. Als Siegel verwendet wurde es nachweislich 1484 auf einem von Conrad Hottenem als Vertreter des Hildesheimer Bischofs gezeichneten Dokument. Warum dieses Symbol verwendet wurde, ist unklar, es kann jedoch aus heutiger Zeit als Hinweis auf die landschaftliche Prägung des Umfeldes gesehen werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die Kirche
Am 13. Juni 2012 wurde mit Hilfe eines Autokranes ermittelt, dass der Findling 15,8 Tonnen wiegt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Commons: Hotteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Stadt Sarstedt. Abgerufen am 31. August 2024.
  2. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 210.
  3. ↑ Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, 2/2012, S. 54 ff.