Hugo Dyserinck

Hugo Dyserinck (* 5. August 1927 in Brügge; † 29. Oktober 2020 in Lanaken, Belgien) war ein belgischer Komparatist.

Nach dem Studium der Literaturwissenschaften an den Universitäten Gent und Marburg promovierte Dyserinck 1952. Anschließend war er Lektor an der Universität Erlangen, wo er 1962 im Fach Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft habilitiert wurde. Er war von 1962 bis 1967 Dozent an der Universität Groningen, seit 1967 Professor und Leiter des Lehr- und Forschungsgebiets Komparatistik an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen. Von 1983 bis 1992 war Dyserinck daneben Professor am Centre Universitaire de Luxembourg, ab 1990 Doktor h. c. der Universität Brüssel (VUB).

Seit 1992 war er emeritiert. Dyserinck lebte bis zu seinem Tod in Lanaken (B). Er war seit 1956 verheiratet und hatte 2 Kinder.

Wirkung

Dyserinck hat sich um die Imagologie, heute auch als Historische Hermeneutik bezeichnet, in der vergleichenden Literaturwissenschaft verdient gemacht, insbesondere um das Thema der nationalen Bildformung bzw. Das Bildnis des anderen Landes, welches heute in die Forschungsgebiete Europäische Studien und Volkspsychologie ausgelagert ist. Zudem war er Herausgeber der Aachener Beiträge zur Komparatistik, Mitherausgeber der Amsterdamer Publikationen zu Sprache und Literatur sowie Mitherausgeber der Studia Imagologica.

Dyserinck war Mitglied des Europäisch ausgerichteten Think Tanks Libérales.

Mehrere Fachpublikationen verweisen auf Dyserincks niemals erschienenen Sammelband Imagologie. Gesammelte Aufsätze zur Erforschung ethnischer Stereotypenbildung (vermeintlich Bouvier, Bonn 1993), was Dyserincks Bedeutung auf diesem Forschungsfeld unterstreicht.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Curriculum vitae aus einem Vortrag der Akademie der Diplomatie Afrikas (Memento des Originals vom 23. November 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. ↑ Nachruf auf aachen-gedenkt.de vom 21. November 2020
  3. ↑ liberales.be: Hugo Dyserinck houdt een pleidooi voor een postnationaal Europa (Memento vom 3. Februar 2014 im Internet Archive) (flämisch)
  4. ↑ Christoph Grube: Falsch zitiert. Der Bluff mit dem Fußnoten-Phantom. In: sueddeutsche.de, 24. November 2011, abgerufen am 24. September 2012.
Personendaten
NAME Dyserinck, Hugo
KURZBESCHREIBUNG belgischer Komparatist
GEBURTSDATUM 5. August 1927
GEBURTSORT Brügge
STERBEDATUM 29. Oktober 2020
STERBEORT Lanaken, Belgien