Huldreich Sulzberger

Huldreich Gustav Sulzberger als Wingolfit

Huldreich Gustav Sulzberger (* 3. Januar 1819 in Gachnang im Thurgau; † 7. Oktober 1888 in Felben TG, heute Gemeinde Felben-Wellhausen) war ein Schweizer reformierter Pfarrer und Historiker.

Leben und Werk

Huldreich Sulzbergers Eltern waren Johann Ludwig Sulzberger (1778–1830), Pfarrer von Gachnang, und Elisabetha Merkle von Ermatingen; der liberale Regierungsrat Johann Ludwig Sulzberger war sein älterer Bruder. Nach dem Besuch der Lateinschule in Frauenfeld und des Gymnasiums in Zürich studierte er Theologie in Zürich und Bonn. Von 1843 an war er Vikar in Frauenfeld, Dießenhofen und Matzingen. 1845 wurde er zum Pfarrer der Gemeinde Sitterdorf gewählt; es folgten Anstellungen als Pfarrer in Sevelen SG von 1866 bis 1882 und in Felben von 1882 bis zu seinem Tode 1888.

In seiner Zeit in Sitterdorf entwickelte Sulzberger ein historisches Interesse, gefördert durch den bedeutenden Thurgauer Historiker Johann Adam Pupikofer, der damals Dekan im benachbarten Bischofszell war. Zur zweiten Ausgabe von Pupikofers Geschichte des Thurgaus (Geschichte der Landgrafschaft Thurgau vom Uebergang an die Eidgenossen bis zur Befreiung im Jahre 1798. Frauenfeld 1889) steuerte Sulzberger einen ergänzenden Teil (Geschichte des Thurgaus von 1798–1830) bei. 1859 war er Mitgründer des thurgauischen historischen Vereins. Sein hauptsächliches Arbeitsgebiet war die Kirchengeschichte. Pionierarbeit leistete er bei der Erforschung der Reformation und der Gegenreformation im Thurgau. Seiner Darstellung wurde hohe Anerkennung zuteil, weil er sie, wiewohl vom Standpunkt eines reformierten Geistlichen, ohne konfessionelle Polemik schrieb.

Sulzberger war mit Maria Susanna Altwegg aus Happerswil verheiratet. Er hinterließ drei Kinder und eine Reihe unveröffentlichter Manuskripte.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Huldreich Sulzberger: Biographisches Verzeichniß der Geistlichen aller evangelischen Gemeinden des Kantons Thurgau von der frühesten Zeit bis auf die Gegenwart. In: Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte. Band 4/5, 1863, S. 16–17.