Humustheorie

Die Humustheorie ist eine Theorie, nach der eine Pflanze sich aus dem Humus ernährt. Die Fruchtbarkeit eines Bodens wurde mit ihrem Humusgehalt gleichgesetzt, als Hauptursache des Unfruchtbar-Werdens eines Bodens wurde die Verarmung an Humus angesehen.

Die Humustheorie wurde von dem Universalgelehrten Jean-Henri Hassenfratz (1755–1827) so weiterentwickelt, dass eine Pflanze ihren Bedarf an Kohlenstoff nicht aus der Luft entnimmt, sondern aus den dunkel gefärbten Humusstoffen des Bodens und außer den Humusstoffen sonst nur Wasser zum Wachstum benötigt. Dies war das Resultat aus seiner Beobachtung, dass Pflanzen auf tiefgründigen Böden mit viel Humus besser wachsen und der Humus von den Pflanzen gleichsam aufgezehrt werde. Zweck einer Düngung wäre, den Boden deshalb mit humusbildenden Stoffen (pflanzlichen und tierischen Produkten) anzureichern.

Aufgegriffen und weiterverbreitet wurde diese Humustheorie-Weiterentwicklung von:

Widerlegt wurde die Humustheorie durch die Mineralstofftheorie und das Minimumgesetz von Carl Sprengel, die beide später von Justus von Liebig ab 1840 propagiert wurden. Siehe dazu auch die geschichtliche Entwicklung der Pflanzenernährung.

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Christian L. Feller, Laurent J.‐M. Thuriès, Raphaël J. Manlay, Paul Robin, Emmanuel Frossard: ” The principles of rational agriculture” by Albrecht Daniel Thaer (1752–1828). An approach to the sustainability of cropping systems at the beginning of the 19 th century. In: Journal of Plant Nutrition and Soil Science. Band 166, Nr. 6, Dezember 2003, ISSN 1436-8730, S. 687–698, doi:10.1002/jpln.200321233 (wiley.com [abgerufen am 12. Mai 2026]).
  2. ↑ Martin Gröger: Das Gesetz vom Minimum. Liebig oder Sprengel? In: Chemie in unserer Zeit. Band 44, Nr. 5, Oktober 2010, ISSN 0009-2851, S. 340–343, doi:10.1002/ciuz.201000533 (wiley.com [abgerufen am 12. Mai 2026]).