Dieser Artikel behandelt einen historischen Ortsteil und eine Straße in Bergisch Gladbach. Für den gleichnamigen Ortsteil von Gößweinstein siehe Hungenberg (Gößweinstein).
Die Straße verbindet Gladbacher Straße und Milchborntalweg im Nordwesten des Stadtteils Bensberg.
Geschichte
Der frühneuzeitliche Siedlungsname Hungenberg wurde 1666 erstmals in der Form „ahm Hundenberg“ urkundlich erwähnt. Das Hungenberger Gut unterstand bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts dem Gladbacher Fronhofsgericht und gehörte zum Botenamt Gladbach.
Zur Erklärung des Bestimmungswortes Hungen bzw. Hunden gibt es mehrere Deutungen:
Das althochdeutschehunno/hunto (= Hauptmann) bzw. das mittelhochdeutschehunne/hunde (= centenarius, vom lateinischen centum = 100) verweisen auf den „centenarius“, das heißt den Vorsteher einer Hundertschaft (Honschaft). Demzufolge stünde Hungenberg in Etymologie zum Zahlwort hundert und bezöge sich auf die Honschaft (= Hundertschaft) Bensberg.
Eine andere Deutung führt den Hungenberg auf das mundartliche Adverb„ongen“ (= unten) zurück, was bedeutete, dass die Siedlung unten am Berg liegt.
Schließlich könnte sich die alte Schreibweise Hunden auf den häufigen Flurnamen Hund beziehen, was bedeuten würde, dass es sich in der Umgebung um eine minderwertige Bodenqualität handelt.
Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Hungenberg Teil von Bergisch Gladbach.
↑Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen. Zweite, von Albert Eßer ergänzte und neu bebilderte Auflage. Bergisch Gladbach 2015. ISBN 978-3-9813488-4-2
↑Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964.
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