Der hydraulische Durchmesser ist eine rechnerische Größe, die zur Berechnung von Druckverlust und Durchsatz in Rohren oder Kanälen herangezogen werden kann, wenn der Querschnitt des Rohres bzw. Kanals von der Kreisform abweicht. Die Anwendung des hydraulischen Durchmessers stellt für turbulente Strömungen eine gute Näherung dar, für laminare Strömungsverhältnisse kann sie jedoch zu erheblichen Fehlern führen.
Der hydraulische Radius ist ähnlich wie der hydraulische Durchmesser definiert und wird vor allem zur Berechnung von Strömungen in offenen Gerinnen angewendet.
Für Rohre mit kreisförmigem Querschnitt sind die Strömungsverhältnisse umfangreich dokumentiert. Die Berechnung des hydraulischen Durchmessers kann man als Versuch verstehen, für einen Strömungskanal mit einem beliebigen Querschnitt den Durchmesser desjenigen Rohres mit kreisförmigem Querschnitt zu ermitteln, das bei gleicher Länge und gleicher mittlerer Strömungsgeschwindigkeit den gleichen Druckverlust wie der gegebene Strömungskanal aufweist.
Bei einer ausgebildeten Rohrströmung stehen die Scherkräfte an der Rohrwand eines bestimmten Rohrabschnitts im Gleichgewicht mit den Druckkräften, die auf die Querschnittsflächen an der Zu- und Abströmung dieses Rohrabschnitts auftreten. Die Definition des hydraulischen Durchmessers geht von der Vorstellung aus, dass vergleichbare Verhältnisse vorliegen, wenn die Querschnittsfläche und der benetzte Umfang im gleichen Verhältnis zueinander stehen. Dabei ist bei Betrachtung des Querschnitts der benetzte Umfang die Länge der Kurve, an der das Fluid die Rohrwand berührt.
Für die meisten in der Praxis vorhandenen Fälle lassen sich mit Hilfe des hydraulischen Durchmessers die tatsächlich herrschenden Strömungsverhältnisse mit brauchbarer Genauigkeit ermitteln. Es können sich allerdings relevante Abweichungen ergeben, wenn die Form des Querschnitts auf bestimmte Weise von einem Kreis abweicht oder wenn laminare Strömungsverhältnisse vorliegen. Dazu hier zwei Beispiele:

Der hydraulische Radius ist der Quotient aus dem Strömungsquerschnitt A und dem benetzten Umfang , wobei der Term für kreisrunde Rohre gilt:
Besonders im Fall offener Gerinne ist bequemer anwendbar als .
| Breite | oder |
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| Mittlere Wassertiefe | |||||
| Querschnittsfläche | |||||
| benetzter Umfang |
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| Hydraulischer Radius |
Der hydraulische Durchmesser wird oft fälschlicherweise mit dem gleichwertigen oder auch äquivalenten Durchmesser, der in der Strömungstechnik weitestgehend unbekannt ist, gleichgesetzt. Der gleichwertige Durchmesser wurde in der Lüftungstechnik eingeführt und hat nur dort eine praktische Bedeutung erlangt. Er basiert nicht auf einem allgemein anerkannten Ersatzmodell wie der hydraulische Durchmesser, die Unregelmäßigkeiten bei seiner Herleitung werden in der Regel nicht sauber benannt. Im Gegenteil wird oftmals suggeriert, als stünden hydraulischer und gleichwertiger Durchmesser theoretisch fundiert nebeneinander. Begründung der Definition: In der Lüftungstechnik werden Kanalnetze verwendet, die aus Rohren und Rechteckkanälen mit beliebigen Querschnittsabmessungen in gemischter Weise bestehen. Da nicht unendlich viele Druckverlustdiagramme für alle Kanalquerschnitte erstellt werden konnten, hat man sich in der Regel auf Netzgrafiken oder Tabellen nur für Rohre festgelegt. Hatte man teilstreckenweise die Rohrdurchmesser fixiert, rechnete man auf praktisch geforderte Kanalquerschnitte um. Dabei sollten für jede Teilstrecke weiterhin der Druckverlust und der Volumenstrom unverändert wie im Rohrquerschnitt gelten.