Hypolepse

Als Hypolepse (zu altgr. ὑπόληψις) bezeichnet man

  1. allgemein die Anschlussfähigkeit;
  2. im Rhapsodenwettkampf die Regel, dass der nächste Rhapsode genau dort in der Rezitation des Homertextes fortfahren muss, an der sein Vorgänger aufgehört hat;
  3. in der Rhetorik die Anknüpfung an das, was der Vorredner gesagt hat.

Allgemein bezeichnet Hypolepse also eine „Textkultur, in der auf Texte mit Texten reagiert wird – durch Zustimmung, Ablehnung, Weiterführung, Korrektur usw.“ Es handelt sich dabei also um eine Frühform von Intertextualität.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Jan Philipp Reemtsma: Das unaufhebbare Nichtbescheidwissen der Mehrheit: sechs Reden über Literatur und Kunst. München: C. H. Beck 2005. S. 133.