Igls ist ein Dorf sowie Stadtteil, Katastralgemeinde und Ortschaft der Stadtgemeinde Innsbruck. Mit 1. April 1942 wurde die Gemeinde Igls sowohl in die Stadtgemeinde als auch in die Ortschaft Innsbruck eingemeindet; erst ab dem Ortsverzeichnis 1961 war Igls wieder eine eigene Ortschaft.
Igls umfasst etwa 500Gebäude mit etwa 2000Einwohnern.
Zum Ortschaftsgebiet gehören auch Heiligwasser (Wallfahrtskirche mit Alpengasthof) sowie die Schlösser Hohenburg und Taxburg.
Das Gebiet des Stadtteils erstreckt sich südostwärts bis hinauf an den Patscherkofel, endet aber etwas unterhalb der Bergstation der Patscherkofelbahn. Westlich von Heiligwasser, an der Straße nach Patsch, liegt der Goldbichl, ein 1064m hoher Vorberg des Patscherkofelmassivs.
Natters und Mutters grenzen nicht direkt an, da sich das Viller Ortschaftsgebiet entlang der Sill dazwischen schiebt
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Sistrans grenzt nicht direkt an, da sich das Lanser Gemeindegebiet am Patscherkofel dazwischen schiebt
Namensherkunft
Der Name Ygels wurde erstmals im Urbar des ehemaligen Benediktinerklosters
Tegernsee von ca. 1250 niedergeschrieben. Es gibt mehrere Ansätze den Namen Igls zu erklären:
Kleine Alm von lateinisch alpicula bzw. romanisch alpigula. Damit hätte Igls dieselbe Namensherkunft wie das schweizerische Alpiglen oder die Alpiglalm in der Gemeinde Münster.
Der Name könnte auf einen von Vogt aus dem Kloster Tegernsee mit Namen Eigil zurückgehen. Das Kloster Tegernsee hatte nämlich in Igls Besitzungen.
Als weiterer möglicher Ursprung des Namens wird auch ecclesia (lateinisch für Kirche) diskutiert, da sich im nahe gelegenen Innsbruck die Römersiedlung Veldidena (heute Wilten) und im Süden die noch heute so genannte Römerstraße befinden.
Geschichte
Igler Straße, mit PfarrkircheIgler Straße
In Igls wurden Reihengräber aufgedeckt, die wahrscheinlich aus der Völkerwanderungszeit stammen. Der 1064m hohe Goldbichl im Süden von Igls ist eine bedeutende archäologische Fundstätte.
Zur Sicherung des Handelsweges über die Römerstraße wurden im Mittelalter einige Burgen in unmittelbarer Nähe errichtet. Teilweise erhalten und später als private Wohnstatt umgebaut ist die 1345 erstmals urkundlich erwähnte Hohenburg.
1571 beschlossen die Gemeindegenossen von Igls eine eigene Waldordnung, die die Nutzung des Gemeindewaldes regeln sollte.
Die früher romanische Pfarrkirche ist seit 1286 aus einem Ablassbrief bekannt; im 15.Jahrhundert wurde sie im spätgotischen Stil umgebaut und 1479 geweiht. 1705 wurde sie erneut umgebaut und barockisiert.
Oberhalb von Igls auf 1240m Höhe steht die 1662 erbaute Wallfahrtskirche Heiligwasser (Maria Schnee/Hl.Ottilie). Die Wallfahrt geht auf eine Marienerscheinung zurück, der Quelle bei der kleinen Barockkirche wird heilende Wirkung zugeschrieben.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das bäuerliche Dorf zu einer Sommerfrische für Innsbrucker, die dort ihre Villen hatten. Es kam zum Bau der ersten Hotels.
Das Dorf ist des Weiteren durch die Buslinie J (alle 10 bis 30 Minuten) bzw. der Nachtbuslinie N7 der Innsbrucker Verkehrsbetriebe mit dem Zentrum von Innsbruck, sowie dem Stadtteil Hötting und der Hungerburgbahn, und durch die von der ÖBB-Postbus GmbH betriebenen Regionalbuslinien 540 und 560 an den ÖPNV im Verkehrsverbund Tirol angebunden.
In Igls befindet sich zudem die Talstation der Patscherkofelbahn. Bei Heiligwasser steht eine Mittelstation, die Bergstation – die, wie der Gipfel, im Patscher Gemeindegebiet liegt – bietet einen schönen Blick auf Innsbruck und das Inntal.
Autonomiebestrebungen
Igls strebte in der Vergangenheit eine größere Autonomie an. Seit 1994 gab es den Igler Stadtteilausschuss, um die Interessen der Igler Bevölkerung im Gemeinderat zu vertreten. 2023 wurden die Stadtteilausschüsse abgeschafft. Daraufhin initiierte die Stadtteilvertretung Igls den Prozess „Quo vadis Igls?“, bei dem Experten auch die Abspaltung von Innsbruck als „Ultima Ratio“ in Betracht zogen. Stadtteilvertreter forderten ein neues direkt gewähltes Gremium sowie eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Innsbruck.
Persönlichkeiten
Im Folgenden eine Liste von Persönlichkeiten mit Bezug zu Igls (absteigend geordnet nach Geburtsdatum):
René Benko (1977), ehemaliger österreichischer Unternehmer und Investor
Otto Frenzl (1909–1996) war österreichischer Ingenieur, wohnte viele Jahre in Igls. Frenzl gilt mit Heinrich Hertel und Werner Hempel als der maßgebende Entdecker der Flächenregel, einer für die Luftfahrt bedeutenden Regel.
Hellmut Lantschner (1909–1993), Weltmeister im alpinen Abfahrtslauf 1939
Grete Alt-Lantschner, geborene Grete Lantschner (1906–1989), die Skirennläuferin und österreichische Meisterin wurde in Igls geboren.
Adalbert Defner (1884–1969) war ein österreichischer Landschaftsfotograf. Er erlangte überregionale Bedeutung durch seine qualitativ hochwertigen Landschaftsaufnahmen, die er auf zahlreichen Ansichtskarten (Defner-Karten) und ab 1930 auf Kalendern verarbeitete. Noch heute hat der Defner-Verlag seinen Sitz in Igls.
Heinrich von Ficker (1881–1957) war Universitätsprofessor und erster Föhnforscher. Nach ihm ist der Prof.-Ficker-Weg benannt, der von der Igler Straße zum Brunnenweg führt.
Michael Obexer war Besitzer des Hotels Igler Hof und Gründer des Kurortes Igls. Nach ihm ist die Obexerstraße benannt, die von der Eichlerstraße abzweigt und in einem Teilstück parallel zur Lanser Straße und der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn verläuft.
Georg Bilgeri (1873–1934) war Kaiserjägeroberst und ein Pionier des Skilaufs und war oft in Igls. Nach ihm ist die Bilgeristraße benannt, die von der Hilberstraße/Lanser Straße bis zur Talstation der Seilbahn auf den Patscherkofel.
Eugen d’Albert (1864–1932) war ein Komponist, Schüler des österreichischen Komponisten Franz Liszt und langjähriger Kurgast in Igls. Nach ihm ist der d’Albertweg benannt, der vom Fernkreuzweg abzweigt.
Erzherzog Eugen (1863–1954), österreichisch-ungarischer Feldmarschall, führte die österreichische Armee 1915–1918 gegen Italien. Er war der letzte Hoch- und Deutschmeister. Er hatte seit 1945 seinen Wohnsitz in Igls. Nach ihm ist die Eugenpromenade benannt, die von der Patscher Straße am Kur- und Kongresszentrum Igls vorbei zur Bilgeristraße führt.
Josef Eichler (1843–1930), Lehrer und Direktor der Volksschule, Kapellmeister und Ehrenbürger von Igls. Begründer der Musikkapelle Igls-Vill. Nach ihm ist die Eichlerstraße benannt, die im Ortszentrum von Igls von der Hilberstraße weg bis zum Viller Steig führt.
Paul Hilber (1786–1857), Hauptmann der Igler Schützenkompanie im Tiroler Freiheitskampf 1809. Nach ihm ist die Hilberstraße benannt, die von der Igler Straße im Ortszentrum von Igls an der Kirche St.Egidius vorbei zur Lanser Straße führt
Literatur
Rudolf von Granichstaedten-Czerva: Führer durch Igls und Umgebung. Wagner, Innsbruck 1925, OBV, ÖNB.
Waltraud Gutmann: Igls– ein Kurort und Naherholungszentrum im mittleren Inntal. Hausarbeit. Universität Innsbruck, Innsbruck 1975, OBV.
Peter Zerlaut: Igls: Vom Bauerndorf zum Stadtteil von Innsbruck. Diplomarbeit aus Geographie. Universität Innsbruck, Mutters 1991, OBV.
Ludwig von Hohenbühel: Untersuchungen über den tirolischen Ortsnamen Igels, Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg. (Dritte Folge. Fünfundzwanzigstes Heft.), S. 119 - 133, Innsbruck 1881.
A(nton) Wessinger: Ein onomatologischer Spaziergang im Unterinnthal. In: Zeitschrift des Deutschen Alpenvereins / Zeitschrift des Deutschen und (des) Österreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1888, (Band XIX), S. 118–128 (online bei ANNO).
Peter Anreiter: Zum Namen Igls, Innsbruck 2017.
Weblinks
Commons: Igls– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Igls. In: geschichte-tirol.com, Datenbank des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“.
Einzelnachweise
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Siehe Räumliches Bezugssystem (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive), Referat Statistik und Berichtswesen, innsbruck.gv.at → Amt|Verwaltung → Statistiken|Zahlen; insbesondere die dort gegebenen Dokumente Räumliches Bezugssystem und Plandarstellung der Katastralgemeinden, der statistischen Stadtteile und der statistischen Bezirke
↑Wilhelm Rausch (Hrsg.), Hermann Rafetseder (Bearb.): Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, Band 2. Landesverlag, Linz (an der Donau) 1989, ISBN 3-900387-22-2, S. 155.
↑Martin P. Schennach:Rechtsgeschichte der Nachhaltigkeit in Österreich. 1. Auflage. Facultas, Wien 2026, ISBN 978-3-7089-2691-9, S.13f.
↑Ilse Patzelt: Sommervillen in Igls. Eine architekturhistorische Untersuchung für den Zeitraum von 1850–1914. Dissertation. Universität Innsbruck, Innsbruck 1999, OBV.
↑Internationaler Luftkurort Igls bei Innsbruck, Tirol. Kursaison Mai bis Oktober. Selbstverlag der Kurvorstehung, Igls 1910, OBV.