| Film | |
| Titel | In Sarmatien |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch, Litauisch, Rumänisch, Russisch |
| Erscheinungsjahr | 2013 |
| Länge | 119 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Vineta Film, Berlin, mit RBB |
| Stab | |
| Regie | Volker Koepp |
| Drehbuch | Volker Koepp |
| Produktion | Volker Koepp |
| Musik | Rainer Böhm |
| Kamera | Thomas Plenert |
| Schnitt | Beatrice Babin |
In Sarmatien ist ein Dokumentarfilm von Volker Koepp von 2013.
Der Film zeigt Menschen und Landschaften im östlichen Europa, in Kaliningrad, dem früheren Königsberg, in Uman in der Ukraine an einem Wallfahrtsort chassidischer Juden aus aller Welt, in Chişinau in Moldau, in Grodno in Belarus und in Czernowitz/Tscherniwzi in der Ukraine. Einige junge Frauen und weitere Befragte erzählen über das heutige Leben dort und die fehlenden Perspektiven, weshalb viele Menschen in den Westen ziehen, um dort Geld zu verdienen. Dazu sind Landschaftsaufnahmen mit melancholischer Musik zu sehen.
Der ostdeutsche Dokumentarfilmer Volker Koepp hatte 1972 für einen Film über den Dichter Johannes Bobrowski Litauen kennengelernt und war seitdem öfter in verschiedenen Ländern des östlichen Europas mit der Kamera unterwegs, um das dortige Leben in der Gegenwart zu erkunden, meist im Spannungsfeld zu einer vielschichtigen multinationalen Geschichte dieser Gegenden. Aus den so entstandenen Filmen Grüße aus Sarmatien für den Dichter Johannes Bobrowski (1972), Kalte Heimat (1994) und Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1999) wurden Ausschnitte in dem neuen Film aufgenommen. Auch die Gesprächspartnerinnen wirkten in diesen früheren Filmen als Protagonistinnen, Übersetzerinnen oder andere Beteiligte mit.
Den Begriff Sarmatien übernahm Volker Koepp von Johannes Bobrowskis Gedichtband Sarmatische Zeit, der damit genau dieses osteuropäische geschichtsträchtige scheinbar vergessene Gebiet meinte. Die Kameraführung von Thomas Plenert mit langsamen Schwenks über die Landschaften tragen zum melancholischen Gesamteindruck dieses Films bei.
In Sarmatien wurde 2013 beim Leipziger Dokumentarfilmfestival uraufgeführt und ab dem 20. März 2014 in Kinos gezeigt. 2026 zeigte ihn das Kino Krokodil in Berlin wieder.
Der Filmjournalist Matthias Dell charakterisierte den Film 2014
„Der Film bewegt sich scheinbar ziellos und doch souverän durch das Gebiet zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, Weichsel und Wolga; ein wenig orientiert sich Koepp an den Flüssen Memel und Dnister bei seinen ungeordneten Bewegungen durch diesen Osten Europas. (…) Dort ereignen sich immer wieder lakonische Begegnungen, wie etwa die mit einer Gruppe Jungs bei der Feldarbeit, denen Koepp lediglich ein paar einfache Fragen stellt – und aus deren Antworten dann den Kinozuschauer die Vitalität von Träumen anstrahlt. (…) Man könnte in den gesammelten Beobachtungen eine Art »Best of« erkennen, das die größten Hits wie Herr Zwilling und Frau Zuckermann noch einmal anspielt. (…) Der Grundton von In Sarmatien ist feuilletonistisch-melancholisch, der Film schaut auf die Gegenwart immer auch ein wenig wie auf etwas, das von der Vergangenheit übrig geblieben ist.“
Der Journalist Fritz Göttler schrieb 2014
„Dies ist Koepps schönster Film, in dem alle früheren aufzugehen scheinen, in einer Mischung aus Fremdheit und Vertrautheit.“